von elb, 18.04.2008

… immer Ausländer. So hätte es zumindest gerne eine Arbeitsgruppe der Innenministerkonferenz, die laut taz fordert, in der Kriminalstatistik nicht nur wie bisher zwischen “Deutschen” und “Ausländern” zu unterscheiden, sondern auch zwischen “Deutschen” und “Eingebürgerten”. Ein Sprecher des Bundes Deutscher Kriminalbeamter wird in der taz mit den (vor längerer Zeit gegenüber der Welt geäußerten) Worten zitiert, die bisherige Statistik kriminalisiere Deutsche, weil auch “eingedeutschte” Personen als “Deutsche” erfasst würden. Die Vorstellung, “Ausländer” (ob mit deutschem Pass oder ohne) seien “krimineller” als “Deutsche”, scheint sich hartnäckig zu halten.

Dass sie irgendwie ganz anders sind, scheint ohnehin klar. Auch die Studie “Muslime in Deutschland” sieht sich bemüßigt, “unabhängig von der aktuellen Staatsbürgerschaft” die eigentliche “nationale/ethnische Herkunft” der befragten Muslime zu berücksichtigen. Dies bezieht sich auf die Minderheit der Muslime deutscher Staatsbürgerschaft, die so (aufgrund einer eigenen früheren Staatsbürgerschaft oder anhand der Nationalität des Vaters zum Zeitpunkt seiner Geburt) den “fremden” Kategorien zugeordnet werden können.

Was interessante Fragen aufwirft. Beeinflusst die Herkunft des Vaters das Verhalten von Menschen so nachhaltig? Was ist mit den Müttern? Und was hat dies mit den “fremdenfeindlichen” Einstellungen eines Großteils der “deutschen” Jugendlichen zu tun, die ebenfalls in einem Bericht für die Innenministerkonferenz konstatiert wurden (siehe Artikel in der SZ)?

Siehe auch: Positionspapier von FKR und ADB zur Debatte um “Ausländerkriminalität”, Interview mit dem FKR in der Analyse zum “Fall Ermyas M.” der Opferperspektive Brandenburg.

Der Beitrag wurde am Freitag, den 18. April 2008 von elb veröffentlicht. Die Kommentare zu diesem Eintrag lassen sich durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können den Beitrag kommentieren, oder einen Trackback auf ihrer Seite einrichten. Der Beitrag wurde folgenden Themen zugeordnet: , , , .

.: Kommentare

Nutzungsbedingungen

Bisher gibt es keine Kommentare zu diesem Artikel.

Kommentar verfassen:

Name (erforderlich)

Email (erforderlich)

Webseite