von elb, 27.03.2009

So genannte Anti-social behaviour orders (ASBO) waren einer der Auslöser der heute in der essential existence gallery eröffnenden Ausstellung “Are the Kids Alright?”.

ASBOs sind in aller Munde – sie bezeichnen nicht mehr nur die Verfügung/Verordnung, sondern auch die Personen, die sie bekommen:

But as one young person pointed out in an online chatroom: “I am 15 years old and I have never smoked, drunk alcohol, had sex or been offered drugs. For every asbo in a hoodie with a knife tucked up his sleeve, there’s at least 100 good guys. The good guys don’t make headlines.” (the guardian)

Der Asbo ist sogar im Lexikon angekommen. Mit Asbos werden Witze gemacht, T-Shirts und Bücher verkauft. Sie sind beliebt – aber auch umstritten. Sind Verbote effektiv? Sind solch detaillierte Eingriffe zulässig? Verletzt die öffentliche Anprangerung – das “naming and shaming” – als unerlässlicher Bestandteil des Asbo nicht Bürgerrechte und Privatsphäre? Und wer ist eigentlich “die Gesellschaft”?

Das Mittel des Asbo wird aktuell auch gegen homophobe Witze im Hip-Hop genutzt – bringt nix, sagt Zoe Williams im Guardian. “The more you outlaw words, the more power you give them.” Vielleicht hat sie Recht – den Eindruck könnte jedenfalls bekommen, wer den Kommentar von Rod Liddle in der Times liest: er freut sich, dass homophobe Witze endlich wieder lustig werden, so wie er rassistische Witze auch erst wieder lustig findet, weil sie verboten sind.

Absurde ASBOs der letzten Monate:

  • Mann darf keine Filzstifte mehr bei sich tragen (the guardian)
  • Schafe verletzen ASBO-Auflagen und bringen einem Schäfer Bewährungsstrafe ein (the guardian)

Mehr über ASBOs, ihre Effekte und Aneignungen gibt es zu sehen, zu hören und zu lesen bei der Ausstellung “Are the Kids Alright?” der AG KidsControl – ab heute bis 26. April in der essential existence gallery im Westwerk, Karl-Heine-Str. 93, Leipzig.

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