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	<title>Kommentare zu: &#8220;Respekt²&#8221; für das &#8220;neue Deutschland&#8221;?</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<item>
		<title>Von: critiska</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/06/14/respekt%c2%b2-fur-das-neue-deutschland/comment-page-1/#comment-85</link>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 14:55:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.diffusionen.de/?p=46#comment-85</guid>
		<description>zu andi:
danke für deinen kommentar, der mich noch mal ordentlich zum nachdenken und nachhaken bringt. naja, ich glaube, die von dir beschriebene sachen liegn ein wenig komplizierter. aber das ist meine meinung.

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;1. zu den migrant_innen bzw. (nicht)deutschen staatsbürger_innen, die nicht &quot;weiss&quot; sind bzw. nicht als &quot;biodeutsche&quot; (kanak attak) subjektiviert werden.&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;
ich will diesen menschen in dieser gesellschaft überhaupt nicht absprechen, sich als deutsche staatsbürger_innen wahrzunehmen und für ihre rechte zu dieser staatsbürgerschaft zu kämpfen. diese menschen dürfen deshalb natürlich sagen, dass sie deutsche sind, for sure. das ist für mich selbstverständlich.
die halbauflösung des blutrechtes im deutschen staatsbürger_innenschaftsrecht geht da in die richtige richtung, verbleibt aber kaum auf 20% der strecke. deshalb unterstütze ich auch gerne solche initiativen wie die ausweitung der doppelten staatsbürger_innenschaft.
es muss meiner meinung aber letztendlich darum gehen, staatsbürger_innenschaften infrage zu stellen und ihre auschlussmechanismen und rassismen inklusive gewaltverhältnissen (grenzregimen, europäischegrenzpolicy, abschiebepraxen, etc.) zu thematisieren. damit wir irgendwann mal sagen können: &quot;no border, no nation&quot;. ich finde herrschende nationen und staatskonzeptionen nämlich mehr als  bescheiden.

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;2. zum &quot;deutschsein&quot; und stolz sein.
&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;
gustav heinemann (das war mal nen bundespräsi in der (alt)brd) hat mal auf die frage geantwortet, ob er deutschland liebe, dass er seine frau liebe. das finde ich ziemlich passend.
stolz kann man meines wissens auf etwas sein, was man &quot;gemacht&quot; hat. &quot;deutschland&quot; hab ich nicht gemacht, das ist viel zu abstrakt. und stolz möchte ich auch auf sowas wie eine nation oder nen staat nicht sein.
ich weiss nicht, ob das bei dir persönlich schlimm ist, &quot;stolz auf das zu sein, wo ich herkomme?&quot; aber ne herkunft ist zufall, da hast du gar nichts zu beigetragen. warum also stolz darauf sein?
dann sprichst du von &quot; Land, Leute und Kultur?&quot;. ich möchte mit vielen dieser leute nicht in einen topf geworfen werden, mit der &quot;kultur&quot; - was ist das schon wieder abstraktes - schon gar nicht. denn: welche &quot;kultur&quot; ist da gemeint, und stolz kann ich darauf auch nicht sein, weil ich hab zu &quot;der kultur&quot; wiederum nix beigetragen.
dann fragst du noch &quot;Ohne Schuldgefühle?&quot;. um schuldgefühle ging es mir nicht. mindestens aber um verantwortung eine gesellschaftliche und geschichtliche gesellschaftliche konstellation - die ns-zeit und ihr postfaschistischer fortwirken, die ich persönlich als zentralen anker meines politischen handelns sehe. deshalb kritisiere ich nationalismus, faschismus, rassismus, antisemitismus etc. und versuche, alternatives denken und handeln, das ohne ideologien der ungleichheit auskommt zu fordern und zu fördern.
dass du das &quot;gedächtnis&quot; fördern willst und die &quot;relativierung&quot;  ablehnst finde ich richtig gut und da stehen wir mal auf dem selben argumentativen boden.
dann schreibst du noch: &quot;Trotzdem würde ich auch gerne sagen, ich bin Deutscher, ohne dabei jedesmal auf die Knie fallen zu müssen und mich in Demut für die Verbrechen meiner Großeltern zu entschuldigen.&quot;
ich glaube, bzw. ich hoffe, es geht nicht um &quot;demut&quot; und das &quot;knie fallen&quot; - das hat willy brandt in eindrucksvoller art und weise in warschau vor einigen jahrzehnten gemacht (obwohl er kein täter war, sondern ein exilant!!!), sondern um eine selbstverständlichkeit der erinnerung und des mitdenkens- und handelns im bezug auf die ns-zeit - für menschen, die in deutschland leben. dass betrifft letztendlich alle menschen, die hier leben, ob mit oder ohne migrantischen hintergrund, ob mit oder ohne staatsbürger_innenschaft. allerdings hat für mich die &quot;biodeutsche&quot; - noch - mehrheitsgesellschaft da mehr verantwortung, weil sie a) in gesellschaftlicher (wenn auch nicht monokausaler) kontinuität zu der nazi-gesellschaft bzw. dem ns-staat steht und b) immer noch voll mit ideologien der ungleichheit sympatisiert bzw. diese vertritt (siehe die einstellungsstudien von heitmeyer und decker/brähler etc.). aber da es auch rassistische etc. nicht&quot;biodeutsche&quot; gibt, gilt es, auch da ein fass aufzumachen. alles sehr kompliziert ...

&lt;em&gt;&lt;strong&gt;3. zur ironie&lt;/strong&gt;
&lt;/em&gt;
ironie ist gut. bin grosser ein fan davon. und ich traue das dem guten samy auch zu, sowas ironisch zu meinen. aber der kontext des liedes und der raum, in den es hallt, der ist halt nicht ganz so unproblematisch, sondern zumeist verdammt ironiefrei - leider.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>zu andi:<br />
danke für deinen kommentar, der mich noch mal ordentlich zum nachdenken und nachhaken bringt. naja, ich glaube, die von dir beschriebene sachen liegn ein wenig komplizierter. aber das ist meine meinung.</p>
<p><strong><em>1. zu den migrant_innen bzw. (nicht)deutschen staatsbürger_innen, die nicht &#8220;weiss&#8221; sind bzw. nicht als &#8220;biodeutsche&#8221; (kanak attak) subjektiviert werden.</em></strong><br />
ich will diesen menschen in dieser gesellschaft überhaupt nicht absprechen, sich als deutsche staatsbürger_innen wahrzunehmen und für ihre rechte zu dieser staatsbürgerschaft zu kämpfen. diese menschen dürfen deshalb natürlich sagen, dass sie deutsche sind, for sure. das ist für mich selbstverständlich.<br />
die halbauflösung des blutrechtes im deutschen staatsbürger_innenschaftsrecht geht da in die richtige richtung, verbleibt aber kaum auf 20% der strecke. deshalb unterstütze ich auch gerne solche initiativen wie die ausweitung der doppelten staatsbürger_innenschaft.<br />
es muss meiner meinung aber letztendlich darum gehen, staatsbürger_innenschaften infrage zu stellen und ihre auschlussmechanismen und rassismen inklusive gewaltverhältnissen (grenzregimen, europäischegrenzpolicy, abschiebepraxen, etc.) zu thematisieren. damit wir irgendwann mal sagen können: &#8220;no border, no nation&#8221;. ich finde herrschende nationen und staatskonzeptionen nämlich mehr als  bescheiden.</p>
<p><strong><em>2. zum &#8220;deutschsein&#8221; und stolz sein.<br />
</em></strong><br />
gustav heinemann (das war mal nen bundespräsi in der (alt)brd) hat mal auf die frage geantwortet, ob er deutschland liebe, dass er seine frau liebe. das finde ich ziemlich passend.<br />
stolz kann man meines wissens auf etwas sein, was man &#8220;gemacht&#8221; hat. &#8220;deutschland&#8221; hab ich nicht gemacht, das ist viel zu abstrakt. und stolz möchte ich auch auf sowas wie eine nation oder nen staat nicht sein.<br />
ich weiss nicht, ob das bei dir persönlich schlimm ist, &#8220;stolz auf das zu sein, wo ich herkomme?&#8221; aber ne herkunft ist zufall, da hast du gar nichts zu beigetragen. warum also stolz darauf sein?<br />
dann sprichst du von &#8221; Land, Leute und Kultur?&#8221;. ich möchte mit vielen dieser leute nicht in einen topf geworfen werden, mit der &#8220;kultur&#8221; &#8211; was ist das schon wieder abstraktes &#8211; schon gar nicht. denn: welche &#8220;kultur&#8221; ist da gemeint, und stolz kann ich darauf auch nicht sein, weil ich hab zu &#8220;der kultur&#8221; wiederum nix beigetragen.<br />
dann fragst du noch &#8220;Ohne Schuldgefühle?&#8221;. um schuldgefühle ging es mir nicht. mindestens aber um verantwortung eine gesellschaftliche und geschichtliche gesellschaftliche konstellation &#8211; die ns-zeit und ihr postfaschistischer fortwirken, die ich persönlich als zentralen anker meines politischen handelns sehe. deshalb kritisiere ich nationalismus, faschismus, rassismus, antisemitismus etc. und versuche, alternatives denken und handeln, das ohne ideologien der ungleichheit auskommt zu fordern und zu fördern.<br />
dass du das &#8220;gedächtnis&#8221; fördern willst und die &#8220;relativierung&#8221;  ablehnst finde ich richtig gut und da stehen wir mal auf dem selben argumentativen boden.<br />
dann schreibst du noch: &#8220;Trotzdem würde ich auch gerne sagen, ich bin Deutscher, ohne dabei jedesmal auf die Knie fallen zu müssen und mich in Demut für die Verbrechen meiner Großeltern zu entschuldigen.&#8221;<br />
ich glaube, bzw. ich hoffe, es geht nicht um &#8220;demut&#8221; und das &#8220;knie fallen&#8221; &#8211; das hat willy brandt in eindrucksvoller art und weise in warschau vor einigen jahrzehnten gemacht (obwohl er kein täter war, sondern ein exilant!!!), sondern um eine selbstverständlichkeit der erinnerung und des mitdenkens- und handelns im bezug auf die ns-zeit &#8211; für menschen, die in deutschland leben. dass betrifft letztendlich alle menschen, die hier leben, ob mit oder ohne migrantischen hintergrund, ob mit oder ohne staatsbürger_innenschaft. allerdings hat für mich die &#8220;biodeutsche&#8221; &#8211; noch &#8211; mehrheitsgesellschaft da mehr verantwortung, weil sie a) in gesellschaftlicher (wenn auch nicht monokausaler) kontinuität zu der nazi-gesellschaft bzw. dem ns-staat steht und b) immer noch voll mit ideologien der ungleichheit sympatisiert bzw. diese vertritt (siehe die einstellungsstudien von heitmeyer und decker/brähler etc.). aber da es auch rassistische etc. nicht&#8221;biodeutsche&#8221; gibt, gilt es, auch da ein fass aufzumachen. alles sehr kompliziert &#8230;</p>
<p><em><strong>3. zur ironie</strong><br />
</em><br />
ironie ist gut. bin grosser ein fan davon. und ich traue das dem guten samy auch zu, sowas ironisch zu meinen. aber der kontext des liedes und der raum, in den es hallt, der ist halt nicht ganz so unproblematisch, sondern zumeist verdammt ironiefrei &#8211; leider.</p>
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	<item>
		<title>Von: Andi</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/06/14/respekt%c2%b2-fur-das-neue-deutschland/comment-page-1/#comment-84</link>
		<dc:creator>Andi</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 12:02:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.diffusionen.de/?p=46#comment-84</guid>
		<description>Komisch dass sich alle aufregen. Mir (in den 80ern geboren) ging das ähnlich wie dem &quot;Migranten&quot; (Wie Critiska unseren deutschen Mitbürger Samuel Sorge bezeichnet, weil er eine andere Hautfarbe hat) durch den Kopf.
Was ist so schlimm dran, wenn ich sage, ich will Stolz auf das sein, wo ich herkomme? Land, Leute und Kultur? Ohne Schuldgefühle?
Und das, obwohl ich trotzdem im Gedächtnis behalte was in den Weltkriegen passiert ist, und auf keinen Fall möchte das sich so etwas jemals wiederholt. Ich bin davon angewidert was mit Minderheiten im dritten Reich passiert ist, und möchte nicht das irgendwer solche schlimmen Taten relativiert.
Trotzdem würde ich auch gerne sagen, ich bin Deutscher, ohne dabei jedesmal auf die Knie fallen zu müssen und mich in Demut für die Verbrechen meiner Großeltern zu entschuldigen.
Achso, und zum auseinanderpflücken des Raptextes... Hört euch den Song an, ich könnte mir vorstellen das man an einigen Stellen Ironie findet. Zum Beispiel an der Stelle mit &quot;War der nicht Östereicher???&quot;...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Komisch dass sich alle aufregen. Mir (in den 80ern geboren) ging das ähnlich wie dem &#8220;Migranten&#8221; (Wie Critiska unseren deutschen Mitbürger Samuel Sorge bezeichnet, weil er eine andere Hautfarbe hat) durch den Kopf.<br />
Was ist so schlimm dran, wenn ich sage, ich will Stolz auf das sein, wo ich herkomme? Land, Leute und Kultur? Ohne Schuldgefühle?<br />
Und das, obwohl ich trotzdem im Gedächtnis behalte was in den Weltkriegen passiert ist, und auf keinen Fall möchte das sich so etwas jemals wiederholt. Ich bin davon angewidert was mit Minderheiten im dritten Reich passiert ist, und möchte nicht das irgendwer solche schlimmen Taten relativiert.<br />
Trotzdem würde ich auch gerne sagen, ich bin Deutscher, ohne dabei jedesmal auf die Knie fallen zu müssen und mich in Demut für die Verbrechen meiner Großeltern zu entschuldigen.<br />
Achso, und zum auseinanderpflücken des Raptextes&#8230; Hört euch den Song an, ich könnte mir vorstellen das man an einigen Stellen Ironie findet. Zum Beispiel an der Stelle mit &#8220;War der nicht Östereicher???&#8221;&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Elena</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/06/14/respekt%c2%b2-fur-das-neue-deutschland/comment-page-1/#comment-67</link>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 21:14:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.diffusionen.de/?p=46#comment-67</guid>
		<description>&lt;p&gt;Ich teile die Ratlosigkeit... Als Ergänzung verlinke ich hier einen Post dazu auf Der Schwarze Blog: http://blog.derbraunemob.info/2009/02/14/deutschland-das-ist-auch-unsere-heimat/&lt;/p&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich teile die Ratlosigkeit&#8230; Als Ergänzung verlinke ich hier einen Post dazu auf Der Schwarze Blog: <a href="http://blog.derbraunemob.info/2009/02/14/deutschland-das-ist-auch-unsere-heimat/" rel="nofollow">http://blog.derbraunemob.info/2009/02/14/deutschland-das-ist-auch-unsere-heimat/</a></p>
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