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	<title>Kommentare zu: 125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Von: Kare Dahne</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/11/15/125-jahre-berliner-afrika-konferenz/comment-page-1/#comment-143</link>
		<dc:creator>Kare Dahne</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 15:01:34 +0000</pubDate>
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		<description>@sfr:
Ich hoffe, du meinst das ironisch...
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Ich hoffe, du meinst das ironisch&#8230;<br />
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		<title>Von: sfr</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/11/15/125-jahre-berliner-afrika-konferenz/comment-page-1/#comment-138</link>
		<dc:creator>sfr</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 19:01:18 +0000</pubDate>
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		<description>Dazu passt (gerade weil die Berliner Afrikakonferenz von 1884/85 und ihre Bedeutung nicht erwähnt werden) eine Reportage aus der LVZ vom 20.11. über &quot;Neuen Rassismus in Namibia&quot;. Gemeint sind damit &quot;antideutsche, antiweiße, geschichtsverneinende und intolerante Seiten&quot; im &quot;Sonnenstaat&quot;. Der Autor ist selbst betroffen, da ihm eine Arbeitserlaubnis bei einer deutschsprachigen Zeitung verweigert wurde.

Rassismus gibt es sicher auch in Namibia -- wobei schon zu fragen wäre, inwieweit er mit dem hierzulande grassierenden zu vergleichen ist. Als eine Erklärung für den ausgemachten anti-weißen Rassismus wird genannt, das dieser möglicherweise mit den anstehenden Wahlen in Verbindung stehe: &quot;Man muss damit rechnen, dass die Regierung des Tages ihren Wählern zeigen muss, wessen Interessen sie zu vertreten hat&quot;, wird der scharf analysierende Vorsitzende des &quot;Deutschen Kulturrats&quot; zitiert.

Harten Tobak bietet dann diese Formulierung: &quot;Nur die den Freiheitskampf unterstützenden Angolaner und Asiaten werden als gute Freunde der Namibier behandelt. Dabei wäre Namibia ohne das Geld der Weißen etwa für Straßen und Bildung heute nie so weit.&quot; Kennt man ja, ohne uns Weiße bekommen die Schwarzen da unten nichts auf die Reihe!

Zum Kolonialismus wird in einem Stichwort-Kasten nur gesagt, dass die Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland aufgrund der Kolonialherrschaft &quot;auch heute noch sehr intensiv&quot; seien. Und: &quot;Swakopmund gilt vor allem wegen seiner vielen Kolonialbauten gar als südlichstes deutsches Seebad.&quot;

Ganz besonders skurril finde ich die Rahmung des Artikels. Da wird von einem abmontierten Reiterstandbild aus der Kolonialzeit berichtet. Soll anscheinend bildlich für die neuen &quot;antideutschen&quot; Tendenzen stehen. Ist ja auch ungehörig: Da lassen die &quot;schwarzen Machthaber&quot;, denen der Reiter spätestens seit der Unabhängigkeit des Landes 1990 ein &quot;Dorn im Auge&quot; gewesen sei, dieses Denkmal nun tatsächlich abmontieren! Um an dessen Stelle ein Museum (&quot;Protzbau&quot;) zu errichten, mit dem an den &quot;Unabhängigkeitskampf gegen die letzten - die südafrikanischen - Besetzer&quot; erinnert werden soll. Sowas freches aber auch!

Immerhin konnte die &quot;deutsche Gemeinschaft&quot;, insbesondere der Deutsche Kulturrat (DKR), verhindern, dass das Reiterdenkmal, das &quot;an die gefallenen Deutschen zwischen 1903 und 1908 im damaligen Südwest-Afrika&quot; erinnert, auf dem Schrottplatz der Geschichte landet. Der Text endet daher mit dem optimistischen Ausblick: &quot;Am 27. Januar 2010, zwei Monate nach den Wahlen und genau 98 Jahre nach seiner Enthüllung am angestammten Platz, soll er an neuer Stelle wiedereingeweiht werden. Ob das Windhoek beziehungsweise Namibia, auf das er dann blickt, wieder etwas toleranter eingestellt ist, ist derzeit noch völlig ungewiss.&quot;

Was die Deutschen ab 1884 in &quot;Südwest-Afrika&quot; gewollt und getrieben haben und in was für einem Kampf die mit dem Bronze-Reiter geehrten Deutschen gefallen sind - das wird in dem Text leider total ausgeblendet. Eine echte Meisterleistung!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dazu passt (gerade weil die Berliner Afrikakonferenz von 1884/85 und ihre Bedeutung nicht erwähnt werden) eine Reportage aus der LVZ vom 20.11. über &#8220;Neuen Rassismus in Namibia&#8221;. Gemeint sind damit &#8220;antideutsche, antiweiße, geschichtsverneinende und intolerante Seiten&#8221; im &#8220;Sonnenstaat&#8221;. Der Autor ist selbst betroffen, da ihm eine Arbeitserlaubnis bei einer deutschsprachigen Zeitung verweigert wurde.</p>
<p>Rassismus gibt es sicher auch in Namibia &#8212; wobei schon zu fragen wäre, inwieweit er mit dem hierzulande grassierenden zu vergleichen ist. Als eine Erklärung für den ausgemachten anti-weißen Rassismus wird genannt, das dieser möglicherweise mit den anstehenden Wahlen in Verbindung stehe: &#8220;Man muss damit rechnen, dass die Regierung des Tages ihren Wählern zeigen muss, wessen Interessen sie zu vertreten hat&#8221;, wird der scharf analysierende Vorsitzende des &#8220;Deutschen Kulturrats&#8221; zitiert.</p>
<p>Harten Tobak bietet dann diese Formulierung: &#8220;Nur die den Freiheitskampf unterstützenden Angolaner und Asiaten werden als gute Freunde der Namibier behandelt. Dabei wäre Namibia ohne das Geld der Weißen etwa für Straßen und Bildung heute nie so weit.&#8221; Kennt man ja, ohne uns Weiße bekommen die Schwarzen da unten nichts auf die Reihe!</p>
<p>Zum Kolonialismus wird in einem Stichwort-Kasten nur gesagt, dass die Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland aufgrund der Kolonialherrschaft &#8220;auch heute noch sehr intensiv&#8221; seien. Und: &#8220;Swakopmund gilt vor allem wegen seiner vielen Kolonialbauten gar als südlichstes deutsches Seebad.&#8221;</p>
<p>Ganz besonders skurril finde ich die Rahmung des Artikels. Da wird von einem abmontierten Reiterstandbild aus der Kolonialzeit berichtet. Soll anscheinend bildlich für die neuen &#8220;antideutschen&#8221; Tendenzen stehen. Ist ja auch ungehörig: Da lassen die &#8220;schwarzen Machthaber&#8221;, denen der Reiter spätestens seit der Unabhängigkeit des Landes 1990 ein &#8220;Dorn im Auge&#8221; gewesen sei, dieses Denkmal nun tatsächlich abmontieren! Um an dessen Stelle ein Museum (&#8220;Protzbau&#8221;) zu errichten, mit dem an den &#8220;Unabhängigkeitskampf gegen die letzten &#8211; die südafrikanischen &#8211; Besetzer&#8221; erinnert werden soll. Sowas freches aber auch!</p>
<p>Immerhin konnte die &#8220;deutsche Gemeinschaft&#8221;, insbesondere der Deutsche Kulturrat (DKR), verhindern, dass das Reiterdenkmal, das &#8220;an die gefallenen Deutschen zwischen 1903 und 1908 im damaligen Südwest-Afrika&#8221; erinnert, auf dem Schrottplatz der Geschichte landet. Der Text endet daher mit dem optimistischen Ausblick: &#8220;Am 27. Januar 2010, zwei Monate nach den Wahlen und genau 98 Jahre nach seiner Enthüllung am angestammten Platz, soll er an neuer Stelle wiedereingeweiht werden. Ob das Windhoek beziehungsweise Namibia, auf das er dann blickt, wieder etwas toleranter eingestellt ist, ist derzeit noch völlig ungewiss.&#8221;</p>
<p>Was die Deutschen ab 1884 in &#8220;Südwest-Afrika&#8221; gewollt und getrieben haben und in was für einem Kampf die mit dem Bronze-Reiter geehrten Deutschen gefallen sind &#8211; das wird in dem Text leider total ausgeblendet. Eine echte Meisterleistung!</p>
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