von critiska, 2.10.2012

Es ist unglaublich. Gestern hat CSU-Innenminister Friedrich vor der Unterwanderung ostdeutscher Landstriche durch Neonazis gewarnt. Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Neonazis? In Ostdeutschland? In der BRD überhaupt? Das war mir bisher völlig entgangen. Danke, lieber Inni, möchte man da kumpelhaft rüberrufen, ich bin endlich aufgeklärt und erleuchtet worden.

Im Ernst ist es wirklich ein Skandal, dass ein Innenminister die Chuzpe hat, sich jetzt, 2012 hinzustellen und ein Problem aufzurufen, dass es mindestens seit Mitte der 1990er Jahre gibt. Sicherlich vor allem in ostdeutschen Regionen (übrigens nicht, weil der/die gemeine “Ossi” rassistischer ist als die Durchschnitts-BRD-Antidemokrat_in,  sondern weil sich hier u. a. andere Bruchzonen der Post-89er Wende und der Globalisierung etabliert haben.) hatten und haben wir genügend neonazistisch-dominierte Räume (beispiele wären für Sachsen u. a. Wurzen (1990er ff.), inzwischen Limbach-Oberfrohna, Colditz und Geithain. Neuste Infos zu solchen Angsträumen übrigens unter.

Und jetzt sagt unser Inni Friedrich: Ich habs auch geschnallt! Mensch, dann mal ab ins Auto und Antifa Arbeit leisten, wa???

Statt dessen haben wir jetzt ein Datei, die der Innenminister vor ein paar Tagen ebenfalls stolz präsentierte. Siehe das Bild hier über uns zur Illustration dieses Artikel. Das ist so peinlich, dass die Satire vor der Realität kapitalieren sollte … ja muss.

Bitterer Nachgeschmack dazu.  SPD-Oppermann hat nichts anderes zu tun, als in diesem Kontext mal wieder das NPD-Verbot zu fordern …als ob das helfen würde, um sich sozialraumorientiert entwickelnden Neonazismus und Ideologien der Ungleichwertigkeit in der Gesellschaft zu bekämpfen. Nein, again, and again, wir brauchen konkrete Handlungen vor Ort: Alternative Jugendkulturen und die Möglichkeiten, sie sich selbst entwickeln zu lassen (z .B. AJZs für alle Städte/Gemeinden!) , wird brauchen eine einsichtige Stadtspitze und Parteien, die das Problem anerkennen, wir brauchen eine demokratische Streitkultur gegen Rassismus etc. in den jeweiligen Sozialräumen, wir brauchen … nur eins brauchen wir nicht, ein NPD-Verbot. Das ist völlig ungeeignet. Und wir brauchen auch keine Politiker_innen, die 10-15 Jahre hinter den Bergen leben. Unfassbar!

Herr, Frau, andere Geschlechter … lasst Hirn regnen auf diese Tockenzone des Geistes!

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 2. Oktober 2012 von critiska veröffentlicht. Die Kommentare zu diesem Eintrag lassen sich durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können den Beitrag kommentieren, oder einen Trackback auf ihrer Seite einrichten.

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