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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Alltagsrassismus</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Das E-Wort als notwendige Skandalisierung?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 21:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ehemalige Berliner Finanzsenator, von einigen Zuständigkeiten entlastete Bundesbank-Vorstand und nach wie vor SPD-Parteibuchbesitzer Thilo Sarrazin hat sich wieder einmal geäußert. &#8220;Rassistisch&#8221;, sagt (u.a.) die taz: Intelligenz sei &#8220;zu fast 80%&#8221; erblich und unterscheide sich zwischen (nach Herkunft unterschiedenen) Bevölkerungsgruppen, die auch ein unterschiedliches Reproduktionsverhalten hätten. Beides zusammen bedrohe Deutschland. &#8220;Provokant&#8221;, sagt der Spiegel. &#8220;Dumm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ehemalige Berliner Finanzsenator, von einigen Zuständigkeiten entlastete Bundesbank-Vorstand und nach wie vor SPD-Parteibuchbesitzer Thilo Sarrazin hat sich wieder einmal geäußert. &#8220;<a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wir-werden-immer-duemmer/">Rassistisch&#8221;, sagt (u.a.) die taz</a>: Intelligenz sei &#8220;zu fast 80%&#8221; erblich und unterscheide sich zwischen (nach Herkunft unterschiedenen) Bevölkerungsgruppen, die auch ein unterschiedliches Reproduktionsverhalten hätten. Beides zusammen bedrohe Deutschland. &#8220;Provokant&#8221;, sagt der Spiegel. &#8220;Dumm und nicht weiterführend&#8221;, sagt die Kanzlerin (laut <a href="http://jungle-world.com/artikel/2010/24/41134.html">Jungle World</a>). &#8220;Rechtsextrem&#8221;, sagt,  <a href="http://blog.derbraunemob.info/2010/06/16/berlin-21-6-2010-18h-demo-gegen-sarrazin/#more-2339">wie der Schwarze Blog berichtet</a>, der Aufruf zu einer Demo gegen Sarrazin am 21.6. in Berlin. Die Forderungen, laut <a href="http://profile.ak.fbcdn.net/hprofile-ak-snc4/hs167.ash2/41498_1339647064_6862_n.jpg">Flyer</a>:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Sarrazin muss aus der SPD ausgeschlossen werden!</li>
<li>Entlassung Sarrazins vom Vorstand der Bundesbank!</li>
<li>Gesicht zeigen gegen Rassismus!</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Der beim Schwarzen Blog dokumentierte Aufruf weiter:</p>
<blockquote><p>“SARRAZINS RECHTSEXTREME ÄUSSERUNGEN NEHMEN WIR NICHT LÄNGER HIN !!!  DESHALB BITTEN WIR JEDEN UNS IN DIESEM VORHABEN ZU UNTERSTÜTZEN UND AM <strong>MONTAG,  21.06.2010 um 18 Uhr vor dem WILLY-BRANDT-HAUS</strong> mit uns zu  demonstrieren ! Je mehr Leute wir sind, desto klarer wird der SPD, dass  Herr Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werden muss (…)</p>
<p>Die ZEIT IST GEKOMMEN, um der Führungsriege der SPD klar zu machen,  dass wir diese RECHTSEXTREMEN ÄUSSERUNGEN NICHT LÄNGER HINNEHMEN (…)</p></blockquote>
<p>So schnell wird aus Rassismus Rechtsextremismus. Die <a href="http://www.spd-berlin.de/w/files/spd-presse/pe-012-schiedskommission-zu-sarrazin.pdf">Entscheidung</a> gegen einen Parteiausschluss Sarrazins geschah u.a. mit dem Argument, Rassismus habe in der SPD zwar keinen Platz, Sarrazins Äußerungen seien aber &#8211; entgegen dem eigens eingeholten Gutachten &#8211; nicht &#8220;im klassischen Sinne&#8221; rassistisch. Der Nicht-Ausschluss stelle aber keinen &#8220;Freifahrtschein für weitere Provokationen&#8221; dar. Sarrazin war vermutlich nicht der Meinung, einen solchen zu brauchen.</p>
<p>Ob die öffentliche Forderung nach einem Parteiausschluss fruchtet? Sarrazins aktuelle Aussagen sind nicht mehr oder weniger, sondern ziemlich genau so rassistisch wie die früheren. Jenseits der Frage, was und wem ein solcher Ausschluss nützt, ist auch die Frage interessant, welche Reaktionen die Unterstellung, Sarrazins Äußerungen seien nicht (nur) rassistisch, sondern (auch) rechtsextrem, in der SPD hervorrufen wird. Die Definitionen von &#8220;rechtsextrem&#8221; eignen sich noch besser als bekannte Rassismusdefinitionen für eine vergleichbare Argumentation gegen den Ausschluss. Ist die Begriffsverschiebung als größere Skandalisierung gemeint? Muss Rechtsextremismus auch ablehnen, wer Rassismus toleriert? Ist, was als &#8220;extrem&#8221; bezeichnet wird, tatsächlich leichter auszuschließen, als etwas, das menschenfeindlich und rassistisch ist?</p>
<p>Der Verein DeuKische Generation e.V. spricht auch in einem <a href="http://www.deukischegeneration.de/index2.html">Offenen Brief an Sigmar Gabriel </a>von rechtsextremen Äußerungen Sarrazins und fordert den sofortigen Parteiausschluss.</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.diffusionen.de/2010/03/24/sarrazin-rassismusdefinitionen-und-die-spd/">Sarrazin, Rassismusdefinitionen und die SPD</a></p>
<p>Danke an: <a href="http://blog.derbraunemob.info/2010/06/16/berlin-21-6-2010-18h-demo-gegen-sarrazin/">Der Schwarze Blog </a></p>
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		<title>Sarrazin, Rassismusdefinitionen und die SPD</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 11:15:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rest der Welt]]></category>
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		<category><![CDATA[Ausschluss]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade läuft die internationale Woche gegen Rassismus. Die Debatte um die Äußerungen Thilo Sarrazins in der Zeitschrift &#8220;Lettre International&#8221; zeigt deutlich, dass keine Einigkeit darüber besteht, was &#8220;Rassismus&#8221; denn nun ist &#8211; geschweige denn, was es bedeutet, &#8220;gegen Rassismus&#8221; zu sein.
Wir erinnern uns: der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und prominenter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade läuft die <a href="http://www.interkultureller-rat.de/projekte/internationale-wochen-gegen-rassismus/#a1">internationale Woche gegen Rassismus</a>. Die Debatte um die Äußerungen Thilo Sarrazins in der Zeitschrift &#8220;Lettre International&#8221; zeigt deutlich, dass keine Einigkeit darüber besteht, was &#8220;Rassismus&#8221; denn nun ist &#8211; geschweige denn, was es bedeutet, &#8220;gegen Rassismus&#8221; zu sein.</p>
<p>Wir erinnern uns: der ehemalige Berliner Finanzsenator<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin"> Thilo Sarrazin</a>, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und prominenter SPD-Genosse, äußerte sich im <strong>September 2009</strong> in einem Interview mit der Zeitschrift &#8220;Lettre International&#8221; abfällig über &#8220;Menschen [...], die nicht ökonomisch gebraucht werden&#8221;. Zu diesen gehörten &#8220;Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat&#8221; und die &#8220;keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel&#8221; hätten. Die Mentalität dieser Menschen sei &#8220;aggressiv und atavistisch&#8221;, sie seien in weiten Teilen &#8220;weder integrationswillig noch integrationsfähig&#8221; und &#8220;produziert[en]&#8221; &#8220;ständig neue kleine Kopftuchmädchen&#8221;. Speziell türkische Menschen &#8220;erobern&#8221; Deutschland &#8220;durch eine höhere Geburtenrate&#8221;. Aber auch &#8220;verfettete Subventionsempfänger&#8221;, &#8220;Unterschichtengeburten&#8221; und &#8220;Nichtleistungsträger&#8221; will Sarrazin nicht mehr in Berlin haben. Im Gegensatz dazu sprach er von &#8220;vielen fleißigen asiatischen Arbeitern, von Thailand bis China&#8221; sowie von der &#8220;altdeutsche[n] Arbeitsauffassung&#8221; der &#8220;Detuschrussen&#8221; und attestierte jüdischen Menschen aus Osteuropa einen &#8220;um 15% höheren IQ&#8221; als der deutschen Bevölkerung. Direkte Folge: eine mediale Debatte, schnelle Solidaritätsbekundungen und Schulterklopfen für Sarrazin (unter anderem von <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutschland_in_aufruhr/">Henryk M. Broder</a>, <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/ralph-giordano-sarrazin-hat-vollkommen-recht_aid_442352.html">Ralph Giordano</a>, aber auch der DVU, der PRO-Bewegung und den Republikanern), Anregung eines Parteiausschlussverfahrens aus der SPD, <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,654915,00.html">Ärger</a> <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/thilo-sarrazin-bundesbank-praesident-legt-ruecktritt-nahe_aid_441393.html">mit der Bank</a>- derweil Lettre International mit dem Blick über den Tellerrand und kontroversen Interviews wirbt.</p>
<p>Ein erster Antrag auf Parteiausschluss durch Mitglieder seines SPD-Kreisverbandes wird im <strong>November 2009 </strong>abgelehnt &#8211; unter anderem mit Verweis auf das Hamburger Programm der SPD, das eine  Integrationsbereitschaft &#8220;seitens der Migranten&#8221; fordere, und die  Tradition der SPD, die &#8220;stets Raum für verschiedene Auffassungen  gelassen&#8221; habe (siehe <a href="http://www.spd-berlin.de/w/files/spd-presse/pe-012-schiedskommission-zu-sarrazin.pdf">hier</a>).</p>
<p>Im <strong>Dezember 2009</strong> kommt ein vom SPD-Kreisverband Spandau und der SPD-Abteilung Alt-Pankow in Auftrag gegebenes wissenschaftliches <a href="http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2010/01/Botsch_Gutachten-SPD-Schiedskommission.pdf"> Gutachten</a> (Autor: Dr. Gideon Botsch, Moses-Mendelssohn-Institut) zu dem Schluss, dass &#8220;die Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin  im Interview mit der Zeitschrift &#8216;Lettre International&#8217; (deutsche Ausgabe, Heft 86)&#8221; eindeutig als rassistisch zu bewerten seien.  <a href="http://blog.derbraunemob.info/2010/01/22/wissenschaftliches-gutachten-sarrazins-aeuszerungen-eindeutig-rassistisch/">Der Schwarze Blog kommentiert</a>. Botsch beschreibt eingangs, dass es unterschiedliche Rassismusdefinitionen und unterschiedliche Spielarten des Rassismus gibt (bspw. kulturalisierenden Rassismus und &#8220;sozialen Rassismus&#8221;), und bezieht sich auf Albert Memmi, demzufolge Rassismus in einer &#8220;Hervorhebung von Unterschieden, in einer Wertung dieser Unterschiede und schließlich im Gebrauch dieser Wertung im Interesse und zugunsten des Anklägers&#8221; bestehe (Memmi, Rassismus, S. 44). Von Rassismus könne entsprechend nur gesprochen werden, wenn &#8220;Differenz, Wertung, Verallgemeinerung und Funktion&#8221; vorliegen (Botsch, S. 4). Das Gutachten weist den Äußerungen Sarrazins kulturalistischen und sozialen Rassismus sowie andere gruppenbezogene Vorbehalte nach &#8211; und weist explizit darauf hin, dass die Identifikation rassistischer Äußerungen nicht gleichzusetzen ist mit dem Vorwurf, jemand sei Rassist (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=b0Ti-gkJiXc&amp;feature=player_embedded">Jay Smooth hat&#8217;s immer noch gut formuliert</a> und diese Unterscheidung scheint auch rechtlich relevant zu sein, wie die <a href="http://andersdeutsch.blogger.de/stories/1600708/">Kontroverse um Dr. Sabine Schiffer</a> deutlich macht).</p>
<p>Im <strong>März 2010</strong> entscheidet die SPD-Landesschiedskommission Berlin, dass Sarrazin Mitglied der SPD bleiben darf. Die Entscheidung (hier <a href="http://www.spd-berlin.de/w/files/spd-presse/pe-012-schiedskommission-zu-sarrazin.pdf">als  pdf</a>) hält fest: &#8220;<em>Rassismus hat in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands keinen Platz.</em>&#8221; (im Original fett) Sarrazin wird dennoch nicht ausgeschlossen &#8211; weil seine Äußerungen nicht alle Kriterien für Rassismus erfüllen. Weil nicht nur Migrant_innen, sondern auch ein &#8220;bestimmter Teil der deutschen Bevölkerung&#8221; kritisiert würden, finde kein Rassismus statt &#8211; es würden schließlich Gruppen von Migrant_innen mit Gruppen von Deutschen gleichgesetzt. Eine Verallgemeinerung finde nicht statt, weil Sarrazin nicht von &#8220;den Migranten&#8221; rede, sondern zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen unterscheide. In dem Dokument ist außerdem zu lesen, Sarrazins &#8220;Tabubruch&#8221; sei in &#8220;den Reihen der Menschen mit Migrationshintergrund&#8221; auf Verständnis gestoßen &#8211; und Sarrazin (der &#8220;Antragsgegner&#8221;) beklagt die Tabuisierung seiner Kritik u.a. durch &#8220;staatlich finanzierte Antidiskriminierungsvereine&#8221;, die den Rassismusvorwurf strategisch einsetzten, um Dinge &#8220;unter der Decke&#8221; zu halten. Zurück zur Entscheidung: wenn sich Sarrazin auch vom &#8220;Menschenbild des Hamburger Programms entfernt&#8221; hätte, so wiege das Gut der Meinungsfreiheit schwerer: &#8220;<em>Die Volkspartei SPD muss solche provokanten Äußerungen aushalten</em>.&#8221;  Sarrazin erhalte damit aber &#8220;<em>keinen Freifahrtschein für alle künftigen Provokationen</em>&#8221; (kursive Hervorhebungen sind im Original fett). Parteischädigendes Verhalten sei in seinen bisherigen Äußerungen noch nicht festzustellen.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/persilschein-fuer-alle-rassisten/">Sebastian Heiser kommentiert in der taz</a>: ein Parteiausschluss hätte &#8220;nochmal die ganz große Runde gemacht&#8221;, der Nicht-Ausschluss sei also als strategisch zu verstehen &#8211; und musste dennoch inhaltlich begründet werden, woran die Schiedskommission gescheitert sei. Dies habe verheerende Folgen &#8211; darunter in Heisers Worten &#8220;ein Persilschein für Rassisten&#8221;. <a href="http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/das-ist-geradezu-grotesk/">Hajo Funke betont in der taz </a>den rassistischen und sozialdarwinistischen Charakter von Sarrazins Äußerungen, die er als &#8220;rassistischen Rechtspopulismus&#8221; bezeichnet. Die Kommission, die sich auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi">Rassismusdefinition von Albert Memmi</a> beruft, habe &#8220;den Memmi und den Rassismusdiskurs nicht verstanden&#8221;. Die Behauptung, durch die &#8220;Differenzierung zwischen Migrantengruppen&#8221; (taz) sei das Kriterium, dass sich eine Beschuldigung gegen fast alle Mitglieder einer Gruppe richte, nicht erfüllt, bezeichnet Funke as &#8220;geradezu grotesk&#8221;. <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/chance-verpasst/">Im Kommentar von Daniel Bax</a> wird die Schiedskommission mit der Aussage paraphrasiert, Sarrazins Aussagen seien nicht biologisch begründet, also nicht &#8220;im klassischen Sinne rassistisch&#8221;. Bax prophezeit: die SPD wird sich auch in Zukunft mit &#8220;dummen Sprüchen&#8221; Sarrazins &#8220;herumschlagen&#8221; müssen &#8211; weil die Entscheidung als Bestätigung seiner Positionen wirkt. Wie <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/sarrazin-darf-sozi-bleiben/">die taz berichtete</a>, gibt Sarrazin den Vorwurf, nicht für die SPD zu sprechen, nun an die Parteilinke weiter.</p>
<p>Die SPD lehnt also Rassismus ab. Kulturalisierende, ethnisierende und sozialdarwinistische Zuschreibungen, Abwertungen und Ressentiments gelten laut Landesschiedskommission zwar als problematisch, weil sie &#8220;viele Menschen verletzt&#8221; haben &#8211; aber nicht als Spielarten des Rassismus. Dass Intelligenz und ökonomische Nützlichkeit an soziale Herkunft, Nationalität und die Zugehörigkeit zu doch recht großen &#8220;Kulturkreisen&#8221; geknüpft werden und Sarrazin sich zudem aus dem Fundus antisemitischer Klischees bedient, scheint dabei nicht weiter zu stören. Wenn Sarrazins Äußerungen SPD-Organen nicht als &#8220;parteischädigend&#8221; gelten, sondern Positionen repräsentieren, die innerhalb der Volkspartei &#8220;ausgehalten&#8221; werden müssen, nimmt diese zumindest in meinen Augen Schaden. Um eine Formulierung von Sarrazin zu borgen: Ich muss niemanden respektieren, der mehrfach privilegiert ist, die Gleichwertigkeit aller Menschen abstreitet und ständig neue &#8220;Tabubrüche&#8221; produziert.</p>
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		<title>Rassismus und die weiße Norm</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2010/02/09/rassismus-und-die-weise-norm/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 22:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Beispiele, ein Thema: zur Wichtigkeit nichtrassistischer Tätigkeit und Ressourcen für die eigene Auseinandersetzung. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA ist der Februar Black History Month (In <a href="http://bhmberlin2010.blog.de/">Berlin</a> und <a href="http://www.bhmhamburg.de/">Hamburg</a> auch). Auf <em>stuff white people do</em> gibt es den passenden Artikel von macon d: &#8220;&#8230;<a href="http://stuffwhitepeopledo.blogspot.com/2010/02/wonder-why-theres-no-white-history.html">wonder why there&#8217;s no &#8216;white history month</a>&#8216;&#8221;. In Großbritannien findet der jährliche <a href="http://www.black-history-month.co.uk/">Black History Month</a> im Oktober statt. Die neonazistische British National Party agitiert jährlich mit einer Kampagne für einen &#8220;White History Month&#8221; im November. Sie argumentiert dabei a) ganz klassisch ethnopluralistisch mit der Forderung nach gleichen Entfaltungsrechten für alle &#8220;races and nationalities&#8221; und appelliert b) ebenfalls ganz klassisch an Ressentiments der <em>weißen</em> Dominanzgesellschaft gegen jede Affirmation spezifischer &#8220;anderer&#8221; Identitäten:</p>
<blockquote><p>The BNP has no problem with anybody wishing to celebrate Black History Month, which allows black people to celebrate their identity, explore their heritage and show pride in their achievements.</p>
<p>The BNP would like to see all races and nationalities doing the same thing. It is only with pride and knowledge of who we are and where we came from, that we will all learn to live together in this world.</p>
<p>This is why the British National Party, Youth BNP, Student BNP and our historical group, British Pride, are giving their full support to official White History Month. During this month all white people around the world — and in Britain — will celebrate their history and heritage with pride.</p>
<p>The BNP hopes that White History Month will attract the same level of funding, public recognition and support from politicians and celebrities which Black History Month has drawn.</p></blockquote>
<p><strong>Ähm, nein. </strong></p>
<p><em>(ich verlinke die BNP-Seiten hier aus hoffentlich verständlichen Gründen nicht. Wer sich das Elend unbedingt selbst ansehen möchte, möge eine Suchmaschine bemühen)</em></p>
<p><strong>Andere Baustelle:</strong></p>
<p>In den USA gaben die Grammy Awards wieder Anlass, über Abendgarderobe zu berichten. Derzeit scheint, na ja, sagen wir mal &#8220;beige&#8221;, eine Modefarbe zu sein. Die Bezeichnung der Farbengruppe als &#8220;nude&#8221; oder &#8220;fleischfarben&#8221; hat schon <a href="http://contexts.org/socimages/2009/11/27/stunning-example-of-the-neutrality-of-whiteness/">vor ein paar Monaten</a> für Unruhe gesorgt &#8211; als Michelle Obama ein champagnerfarbenes Kleid trug und berichtet wurde, es sei ein wunderschönes hautfarbenes Kleid. Diesmal war es Beyoncé (neben anderen). Sociological Images dazu: &#8220;<a href="http://contexts.org/socimages/2010/02/02/fashion-world-still-clueless-about-what-naked-non-white-people-look-like/">Fashion world still clueless about what naked non-white people look like</a>&#8220;. Auf demselben Blog gibt es auch einen älteren Post <a href="http://contexts.org/socimages/2008/08/03/white-privilege/">über &#8220;hautfarbene&#8221; Pflaster, Wachsfarben etc</a>.</p>
<p>Dies sind Beispiele dafür, dass Weißsein als &#8220;Normalität&#8221; kodiert wird. Womit &#8211; zumindest für mich &#8211; wiederum die Wichtigkeit einer kritischen Auseinandersetzung <em>weißer</em> Menschen mit rassistischen Normalzuständen bestätigt wäre. Dies beinhaltet zunächst einmal die Identifikation, Bewusstmachung, Reflexion und Hinterfragung eigener Privilegien. Unterstützung dabei bieten die <em>Critical Whiteness Studies</em>. Und dann fällt vielleicht auch eine Rassismusdefinition leichter, die Dominanz- und Machtverhältnisse reflektiert und Rassismus nicht mit Differenz verwechselt.</p>
<p>Ressourcen dazu:</p>
<ul>
<li> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fsein">Wikipedia (de) </a>und<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fsein"> </a><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Whiteness_studies">Wikipedia (en)</a></li>
<li><a href="http://www.case.edu/president/aaction/UnpackingTheKnapsack.pdf">Unpacking the Visible Knapsack</a> von Peggy McIntosh</li>
<li><a href="http://www.unrast-verlag.de/unrast,3,0,261.html">&#8220;Weißsein und kritische Weißseinsforschung&#8221;</a> von Susan Arndt &#8211; aus dem Sammelband <a href="http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,222,13.html">Mythen, Masken und Subjekte</a></li>
<li><a href="http://www.copyriot.com/diskus/03_04/01_weiss.html">&#8220;weiß-sein&#8221;</a> von diskus</li>
<li><a href="http://them.polylog.org/4/cwe-de.htm">&#8220;Der Weißheit letzter Schluss&#8221;</a> von Eske Wollrad</li>
<li>&#8220;<a href="http://stuffwhitepeopledo.blogspot.com">stuff white people do</a>&#8220;, ein Blog von macon d, der über sich schreibt: &#8220;I&#8217;m a white guy, trying to find out what that means. Especially the &#8220;white&#8221; part.&#8221; &#8211; die Post geben Reflexionen wieder und regen eigene an.</li>
<li><a href="http://community.livejournal.com/debunkingwhite/">&#8220;Beyond White Guilt&#8221;</a>, eine Livejournal-Community &#8220;where people who are active in anti-racism communities can share in our struggles against internalized relations of dominance/subordination / superiority/inferiority and look for ways to move beyond these. Unlike many approaches to anti-racism communities, this one will not focus solely on the &#8220;Other,&#8221; while leaving whiteness invisible and unchallenged. For white members, this will require a willingness to look at ourselves and our often unconscious investment in the systems of white supremacy. This effort is undertaken in the belief that widespread anti-racist social change will not occur until white people are willing to turn a reflexive, self-critical eye upon ourselves and the unearned privileges we receive (and/or perform upon others) on a daily basis. For People of Color, as well as for whites, we hope that this community can become a resource for allies, bridge-building, and the special quality known as &#8220;tough love,&#8221; in which we push each other toward being better people, better community members and better activists.&#8221;</li>
<li>&#8220;<a href="http://deutschlandschwarzweiss.de/">Deutschland Schwarz Weiß</a>&#8221; von Noah Sow</li>
<li>&#8230;u.v.m.</li>
</ul>
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		<title>Seit wann ist Blackface OK?</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 07:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Generell ist es ja zu begrüßen, wenn auf Rassismus aufmerksam gemacht wird und dies auch noch mediale Öffentlichkeit bekommt. Nicht zu begrüßen ist aber, wenn das Thema erst dann die gebührende Öffentlichkeit bekommt, wenn ein weißer Mann in Blackface recherchiert und dann einen Film dazu macht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Generell ist es ja zu begrüßen, wenn auf Rassismus aufmerksam gemacht wird und dies auch noch mediale Öffentlichkeit bekommt. Nicht zu begrüßen ist aber, wenn das Thema erst dann die gebührende Öffentlichkeit bekommt, wenn ein weißer Mann in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Blackface">Blackface</a> recherchiert und dann einen Film dazu macht. Entsprechend blieb mir beim Blick auf die  taz-Titelseite gestern der Tee im Hals stecken: da war in der linken oberen Ecke ein Bild von Günther Wallraff in Blackface. Und darunter stand &#8220;Günter Wallraffs &#8216;Schwarz auf weiß&#8217; ist bedrückend gut&#8221;.</p>
<p>Bedrückend finde ich: der <a href="http://www.taz.de/1/leben/film/artikel/1/%5Cschwarz-auf-weiss%5C/">Artikel auf taz.de</a> spricht von Wallraffs &#8220;Erfahrung als Schwarzer&#8221;. Er suche &#8220;die Gesellschaft, die ihn nicht will&#8221;. Die scheint es zu geben: die Kommentare auf taz.de behaupten zum Großteil, Wallraff habe den Rassismus gesucht und provoziert, das seien alles Einzelfälle, etc.</p>
<p>Aber darum soll es hier nicht gehen.</p>
<p>Urmila Goel hat auf <a href="http://andersdeutsch.blogger.de/stories/1509325/">andersdeutsch.de</a> am Wochenende geschrieben:</p>
<blockquote><p>Seit Jahrzehnten (wenn nicht schon seit Jahrhunderten) weisen schwarze Menschen auf Alltagsrassismus hin. Sie analysieren die alltäglichen Ausgrenzungspraxen, publizieren dazu und machen Filme. Ein Beispiel dafür ist der <a href="http://blog.derbraunemob.info/">Schwarze Blog</a>.</p>
<p>Wieso nutzen die Medien nicht diese Ressource? Warum stürzen sie sich (wie heute z.B. Funkhaus Europa) auf Günter Wallraffs Black Face-Recherche? Muss erst ein weißer Mann kommen, um qualifiziert über Rassismus gegen Schwarze sprechen zu können? Sind Schwarze zu betroffen? Könnnen nur Weiße universell sprechen?</p></blockquote>
<p>Noah Sow hat tagesschau.de ein <a href="http://www.tagesschau.de/inland/rassismusinterview100.html">Interview</a> dazu gegeben, das eigentlich alles sagt. Unter anderem:</p>
<blockquote><p><strong>tagesschau.de:</strong> Überraschen Sie die Erfahrungen, die Günter Wallraff als Schwarzer beschreibt?</p>
<p><strong>Noah Sow:</strong> Überraschen? Nein. Woher? Ich bin ja schon länger schwarz als Wallraff. Und das Gott sei Dank auch noch wenn Karneval vorbei ist.</p>
<p>[...]</p>
<p><strong>tagesschau.de: </strong>Wallraff beschreibt offenen Rassismus, beispielsweise bei der Wohnungssuche oder in der Eckkneipe. Sind solche Diskriminierungen aus Ihrer Sicht alltäglich?</p>
<p><strong>Sow: </strong>Natürlich, was für eine Frage. People of Color in Deutschland wissen das alles schon seit Jahrhunderten. In der Bücherei, bei Jahresberichten von Antidiskriminierungsbüros, erreichbar mit einem Klick im Internet: Überall ist Wissen über Alltagsrassismus präsent. Weiße müssen nur aufhören, dieses Wissen zu ignorieren oder anzuzweifeln oder &#8211; wie in dieser Frage &#8211; zu relativieren.</p></blockquote>
<p>Es lohnt sich, das ganze Interview zu lesen.</p>
<p>Auf <a href="http://blog.derbraunemob.info/2009/10/19/28-10-3-12-lesetour-2009-mit-manuela-ritz/">Der Schwarze Blog</a> wird derweil gerade für eine Lesetour der in Mügeln aufgewachsenen Antirassismus-Trainerin und Autorin <a href="http://manuela-ritz.blogspot.com/">ManuEla Ritz</a> geworben.</p>
<p>Man könnte vieles zur Kritik am Blackface sagen (mehrere US-Blogs haben auch die Kritik am Blackface zum Thema &#8211; weil Halloween ansteht, so z.B. <a href="http://stuffwhitepeopledo.blogspot.com/2009/10/suddenly-get-interested-in-non-white.html">stuff white people do</a>, <a href="http://www.racialicious.com/2009/10/21/the-racialicious-halloween-roundup/">Racialicious</a>). An dieser Stelle soll genügen, darauf hinzuweisen, dass Weißsein als Norm reproduziert wird. Und dass, wie im Wallraff-Fall und den zitierten Kommentaren deutlich wird, in diesem Fall dazu beigetragen wird, dass die Entscheidungsmacht darüber, ob es Rassismus gibt und wie Rassismus aussieht, bei der privilegierten <em>weißen</em> Mehrheit verbleibt.</p>
<p>Update: die taz widmet Wallraff immerhin ein pro und contra: <a title="Ist Günter Wallraff ein Aufklärer?" href="http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/ist-guenter-wallraff-ein-aufklaerer/">hier</a>.</p>
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		<title>National dominierte Zone Colditz? Auch Couragebefreiter &#8230;</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/08/21/national-dominierte-zone-colditz-auch-couragebefreiter-burgermeister/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 10:06:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Colditz, Sachsen, einer Stadt von ca. 5000 Einwohnern, hat sich in den letzten Wochen ein Skandal sondergleichen abgespielt. Eine Stadtverwaltung inklusive Bürgermeister und Polizei lässt sich von Nazis davon abhalten, ein alternatives Fussballturier zu unterstützen. Das schreit zum &#8230;! Zivilcourage? Fehlanzeige! Arsch in der Hose? Nix zu machen! Mal ein Funken nachdenken und verstehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Colditz, Sachsen, einer Stadt von ca. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colditz">5000 Einwohnern</a>, hat sich in den letzten Wochen ein Skandal sondergleichen abgespielt. Eine Stadtverwaltung inklusive Bürgermeister und Polizei lässt sich von Nazis davon abhalten, ein alternatives Fussballturier zu unterstützen. Das schreit zum &#8230;! Zivilcourage? Fehlanzeige! Arsch in der Hose? Nix zu machen! Mal ein Funken nachdenken und verstehen wollen? No chance.</p>
<p>Scheisse, wie viele Leute müssen noch Gewalt erleiden, diskriminiert werden, oder sonst wie Angst und Einschüchterung erleben, bis diese Provinzfischgräten und Oberkotzbrocken mal aufwachen und begreifen: &#8220;Es ist viel zu Spät, wenn ihr geht!&#8221; (nach Turbostaat). Verdammt, wacht endlich auf ihr dumpfbrotgeladenes Hasenfussgelumpe. Colditz, Verdammt!</p>
<p>Der <a href="http://www.zeit.de/online/2009/35/colditz-fussballturnier-nazis?page=1">dazugehörige Artikel in der Zeit</a> ist übrigens eindeutiger als meine Überschrift. Er sagt: ja, Colditz ist eine National dominierte Zone &#8211; ich kann dem nur zustimmen und ergänzen: In Sachen offizieller Stadtpolitik ist diese Stadt auch eine demokratie und -couragefreie Zone. This Sucks!</p>
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		<title>Wahlkampfkatastrophen? Alltagsrassismus und Einsichtsresistenz</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/08/11/wahlkampfkatastrophen/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 15:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Drei Wahlplakate, auf denen weibliche Körperteile eine große Rolle spielen, werden heiß diskutiert derzeit. Zwei davon sind für die Bundestagswahl: Vera Lengsfeld (CDU) wirbt mit Dekolleté und "Wir haben mehr zu bieten", Halina Wawzyniak (Linke) mit "Arsch in der Hose" (Kommentare auf Mädchenmannschaft und taz.de). Das dritte aus dem NRW-Kommunalwahlkampf, ein Plakat der Grünen Kaarst - gefunden auf Der Schwarze Blog, wo auch die Protestaktion koordiniert wird - zeigt "den einzigen Grund, Schwarz zu wählen". Um dieses dritte Plakatmotiv soll es vornehmlich gehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Wahlplakate, auf denen weibliche Körperteile eine große Rolle spielen, werden heiß diskutiert derzeit. Zwei davon sind für die Bundestagswahl: Vera Lengsfeld (CDU) wirbt mit Dekolleté und &#8220;Wir haben mehr zu bieten&#8221;, Halina Wawzyniak (Linke) mit &#8220;Arsch in der Hose&#8221; (Kommentare auf <a href="http://maedchenmannschaft.net/wir-haben-mehr-zu-bieten/">Mädchenmannschaft</a> und <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/aha-titten/">taz.de</a>). Das dritte aus dem NRW-Kommunalwahlkampf &#8211; ein Plakat der Grünen Kaarst, gefunden auf <a href="http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/">Der Schwarze Blog</a>, wo auch die Protestaktion koordiniert wird &#8211; zeigt &#8220;den einzigen Grund, Schwarz zu wählen&#8221;. Um dieses dritte Plakatmotiv soll es vornehmlich gehen.</p>
<p>Man weiß gar nicht recht, was schlimmer ist: das Plakat oder die <a href="http://gruene-kaarst.de/kommunalwahl09/plakat-reaktion-09.html">Rechtfertigung</a> dazu. Die ist nämlich mehr als nur ein bisschen peinlich.</p>
<p>Fangen wir doch gleich mal an:</p>
<blockquote><p>[...] Entgegen einiger Behauptungen Einzelner soll durch Wahl eines dunkelhäutigen Gesäßes keinesfalls der Eindruck entstehen, mit rassistischen Motiven zu spielen, durch Wahl eines weiblichen Gesäßes keinesfalls ein sexistisches Motiv unterstellt werden. Es handelt sich um die Darstellung zweier Frauen, die sich umarmen.[...]</p></blockquote>
<p>Die Kritikpunkte werden erst einmal zu &#8220;einigen Behauptungen Einzelner&#8221; degradiert. Dann wird der Eindruck erweckt, es wäre nur kritisierbar, wenn die Auftraggeber_innen des Plakatmotivs den Eindruck, mit rassistischen und sexistischen Motiven zu &#8220;spielen&#8221;, absichtlich hätten erwecken wollen. Ist, was nicht böse gemeint war, automatisch unproblematisch? Ich denke nicht. Und: eine &#8220;Darstellung zweier Frauen, die sich umarmen&#8221; kann durchaus sexistisch und/oder rassistisch sein (muss aber nicht). Abgesehen davon, dass in der Darstellung kein gegenseitiges Umarmen zu sehen ist, sondern das nackte Hinterteil eines Schwarzen Menschen, auf dem <em>weiße</em> Hände mit lackierten Fingernägeln platziert sind &#8211; die sehen wiederum so aus, als griffen sie in den Po. In Kombination mit dem Slogan &#8220;Der einzige Grund, Schwarz zu wählen&#8221; drängen sich folgende Interpretationen dieses Grundes auf: dieses spezielle Hinterteil (gehört es einer CDU-Parteibuch-Inhaberin?); dass es schön ist, Schwarze Frauen zu umarmen; dass Schwarze Menschen besonders erotisch sind. Für diese Assoziationen ist der Grüne Kommunalverband Kaarst nicht allein verantwortlich. Aber er nutzt sie.</p>
<blockquote><p>Gerade die Grünen stehen für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet. Themen wie Integration und auch Frauenpolitik sind Schwerpunkt Grüner Arbeit. Die Vorwürfe, bei dem Plakatmotiv handele es sich um ein rassistisches oder sexistisches, sind daher nicht haltbar. Sollte dieser Eindruck beim Betrachter entstehen, kann dem nur widersprochen werden und auf Grüne Grundsätze verwiesen werden.</p></blockquote>
<p>Das &#8220;Argument&#8221; lautet: ich bin keine Rassistin, das steht in meinen Grundsätzen, also kann, was ich gesagt habe, unter keinen Umständen rassistisch sein.</p>
<p>Dass das ein Fehlschluss ist, dürfte klar sein. Hierzu verweise ich auch gern auf das neulich schon verlinkte Video von Jay Smooth <a href="http://www.youtube.com/watch?v=b0Ti-gkJiXc">&#8220;How to tell someone they sound racist</a>&#8220;. Darin wird diese Strategie, Kritik abzuwehren, gut beschrieben, ebenso wie ihre verheerenden Effekte. Jay bringt auch auf den Punkt, warum das nicht weiterhilft:</p>
<blockquote><p>When somebody picks my pocket, I&#8217;m not gonna be chasing him down to find out whether he feels like he&#8217;s a thief deep down in his heart, I&#8217;m gonna be chasing him down so I can get my wallet back. I don&#8217;t care what he is, but I need to hold him accountable for what he did. [...] focus on the part that matters: holding each person accountable for the impact of their words and actions.</p></blockquote>
<p>Der Verweis auf die Grundsätze erinnert mich an einen Artikel von Sarah Ahmed: <a href="http://www.borderlands.net.au/vol5no3_2006/ahmed_nonperform.htm">&#8220;The Non-Performativity of Anti-Racism&#8221;</a>. Darin geht es um institutionelle Sprechakte, insbesondere Verpflichtungen zu Gleichbehandlung, Antirassismus und Diversity. Die Selbstverpflichtung kann &#8211; kurz zusammengefasst &#8211; durch ihre Nicht-Performativität zwei widersprüchliche Effekte haben. Sie kann (als Quelle von &#8220;institutional pride&#8221;) die Kritik an Rassismus in der Institution blockieren (so fungieren in diesem Zitat die Grünen Grundsätze). Sie ermöglicht aber auch, die Lücke zwischen Verpflichtung und Praxis zu thematisieren (wie es Kritiker_innen des Plakats tun). Beispielsweise wies ein Kommentar im &#8220;Schwarzen Blog&#8221; darauf hin, dass zumindest Teile der Grünen eigentlich über <a href="http://www.frauenpolitik.gruene-bw.de/themen/frauen-und-sexistischerassistische-werbung.html">sexistische und rassistische Werbung</a> &#8211; und darüber, dass sie nicht lustig ist &#8211; bescheid wissen.</p>
<p>Aber übergeben wir das Wort wieder den Grünen aus Kaarst. Nicht nur ist das Plakat nicht rassistisch, sondern:</p>
<blockquote><p>Im Gegenteil könnte dieses Motiv zu Recht als „antirassistisch“ bezeichnet werden, entsprechende Äußerungen erhielten wir als Reaktion auch von Menschen mit Migrationshintergrund.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/vorwaerts-und-vergessen/">Und der Dresdner Erste Bürgermeister hat eine koreanische Frau, ergo ist Dresden weltoffen</a>. Etc. pp.</p>
<p>Aber eigentlich geht es um etwas anderes:</p>
<blockquote><p>Wir sehen das Plakatmotiv „Es gibt nur einen Grund Schwarz zu wählen“ durchaus als provozierendes Element im Wahlkampf. Es soll dabei keineswegs Gefühle verletzen, sondern Menschen auf Grüne Politik, auf Grüne Inhalte und das Wahlziel („G51“) hinweisen, soll wachrütteln und sich bewusst von Plakaten anderer Parteien abgrenzen, die im Wesentlichen mit Standardmotiven und altbekannten Texten werben.</p></blockquote>
<blockquote><p>Grüne Politik steht neben fundierten Inhalten auch für freche Ideen, Innovationen und mitunter unkonventionelle Wahlkampfmethoden. Das Plakat stellt einen Beitrag dazu dar.</p></blockquote>
<p>Nur leider sind derlei &#8220;provozierende Elemente&#8221; in der Werbung nicht unkonventionell. Und das mit dem Wachrütteln? Scheint zumindest teilweise nach hinten loszugehen.</p>
<p><strong>Update</strong>: auf <a href="http://blog.derbraunemob.info/2009/08/11/ein-grund-nicht-gruen-zu-waehlen/">Der Schwarze Blog</a> sind einige Updates, Stellungnahmen und mittlerweile 80 Kommentare zu lesen. Anscheinend sehen sich die Grünen Kaarst nun als Opfer von (Selbst-)&#8221;Zensur&#8221;, die Argumente bleiben dieselben. Realsatire, bei der mir das Lachen im Hals stecken bleibt.</p>
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		<title>Was lustig gemeint ist, kann nicht rassistisch sein</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 18:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Kampagne <a href="http://www.studieren-in-fernost.de">"Studieren in Fernost" </a>soll Abiturient_innen für ein Studium an ostdeutschen Universitäten begeistern. Weil "neue Bundesländer" nicht sexy genug klingt, wird in die Exotismus-Schublade gegriffen. "Fernost" klingt nach Kultur, Exotik, wohlchoreografierten Kampfsportszenen, Gongs und Geishas... und nach Boom, Wirtschaftswachstum, Zukunft gepaart mit uralten Wissenskulturen. Was wäre also besser geeignet, um jungen Menschen aus den alten Bundesländern ein Studium im "Osten" schmackhaft zu machen und bei ihnen "oft noch vorhandene Vorbehalte zu entkräften"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kampagne <a href="http://www.studieren-in-fernost.de">&#8220;Studieren in Fernost&#8221; </a>soll Abiturient_innen für ein Studium an ostdeutschen Universitäten begeistern. Weil &#8220;neue Bundesländer&#8221; nicht sexy genug klingt, wird in die Exotismus-Schublade gegriffen. &#8220;Fernost&#8221; klingt nach Kultur, Exotik, wohlchoreografierten Kampfsportszenen, Gongs und Geishas&#8230; und nach Boom, Wirtschaftswachstum, Zukunft gepaart mit uralten Wissenskulturen. Was wäre also besser geeignet, um jungen Menschen aus den alten Bundesländern ein Studium im &#8220;Osten&#8221; schmackhaft zu machen und bei ihnen &#8220;oft noch vorhandene Vorbehalte zu entkräften&#8221;?</p>
<p>Vielleicht dachte sich das die <a href="http://www.hochschulinitiative.de/">&#8220;Hochschulinitiative Neue Bundesländer&#8221;</a> so ähnlich, als sie sich für das Konzept der Agentur Scholz&amp;Friends entschied. Die Kampagne arbeitet außerdem mit <a href="http://www.schuelervz.net/studiereninfernost">schülerVZ</a> zusammen und wurde unter anderem für diese innovative Kooperation am 9. Juni 2009 mit dem Deutschen Multimedia Award (DMMA) <a href="http://www.s-f.com/agenda/Press/tabid/224/Default.aspx?id=1537">ausgezeichnet</a>. Finanziert wird die Kampagne durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Kampagne ist also zumindest als solche erfolgreich.</p>
<p>Auch wenn die Website &#8220;nur ein kleiner Teil&#8221; der Kampagne ist, dürften das Logo und die Hochschulfilme auf der grellfarbigen Website für die Wahrnehmung der Gesamtkampagne eine große Rolle spielen. Beginnen wir also mit dem Logo.</p>
<p style="text-align: center;"><img style="float: left;" src="http://www.stura.tu-chemnitz.de/redaks_img/273/logo_fernost.jpeg" alt="" width="292" height="149" /></p>
<p>Lustig soll es sein. Es geht um die Neuen Bundesländer und &#8220;Vorbehalte&#8221; sollen &#8220;abgebaut&#8221; werden. Also passt Zonen-Gabi nicht so ganz. Könnte sich außerdem jemand auf den Schlips getreten fühlen. Und grau sollte das Logo auch nicht sein (oder gar braun), denn: der Osten ist bunt, jawoll. Mal brainstormen&#8230; Fernost&#8230; was fällt uns da ein&#8230; die naheliegende Lösung: stilisierte Schlitzaugen! Einmal in rosa, einmal in blau! Einmal mit einem traurigen und einmal mit einem lachenden Strichmund! Und damit die Fernost-Referenz niemandem entgeht, bekommen die beiden als Körper diese lustigen Schriftzeichen, mit denen da in Fernost geschrieben wird.</p>
<p>Ein Logo hat die Kampagne also schon. Jetzt muss noch aufgepasst werden, dass die Hochschulfilme nicht zu dröge oder informativ daherkommen. Am besten brauchen wir zwei lustige Menschen, die uns durch die Videos führen. Die könnten ja ein bisschen fernöstlich aussehen. Und so fernöstliche Namen haben. Wie wäre es mit Gang und Dong? In den <a href="http://www.studieren-in-fernost.de/category/filme/">Videos</a>, die jeweils eine Universität präsentieren, fahren Gang und Dong in einem grellbunten Kleinbus und zu einem irgendwie asiatisch klingendem Jingle durch ostdeutsche Hochschulstädte. Sie verhalten sich ziemlich clownesk, ziehen sich schrill an und bedienen so einige Klischees. Eher konservativ gekleidet werben sie auch für die Studiensuchmaschine:</p>
<p style="text-align: center;"><img style="float: center; margin-left: 10px; margin-right: 10px;" src="http://www.hochschulinitiative.de/content/de/kampagne/massnahmen/detailContentCollection/00/text_files/file0/maschine.jpg" alt="" width="277" height="277" /></p>
<p>Abgesehen davon, wie die Aufmerksamkeitsstrukturen von Jugendlichen eingeschätzt werden und die Kriterien, nach denen sie ihre Universität wählen; abgesehen davon, dass die Kampagne &#8211; wie die Konferenzen Sächsischer und Thüringer Studierendenschaften <a href="http://www.stura.uni-leipzig.de/kss-cms/fileadmin/kss/pressemitteilungen/2009/PM_11_2009_090402_Studieren_in_FernOst_ist_Geldverschwendung.pdf">kritisierten</a> &#8211; eine Geldverschwendung ist und lieber in bessere Studienbedingungen investiert werden sollte; abgesehen davon, dass die Idee mit den &#8220;Campusexperten&#8221; gut ist; abgesehen davon, dass ich auch nicht weiß, wie man eine solche Kampagne &#8220;gut&#8221; machen sollte: <strong>Finden es denn wirklich alle OK, Charaktere, die Gang und Dong heißen, als wandelnde Klischees und Spaßvögel durch die Filmchen stolpern zu lassen?</strong></p>
<p><a href="http://www.hochschulinitiative.de/content/de/kampagne/massnahmen/detailContentCollection/00/text_files/file0/maschine.jpg">&#8220;Portraying Asian People as Ridiculous&#8221;</a>, so der Titel eines Posts auf <a href="http://contexts.org/socimages">Sociological Images</a>, kritisiert einen US-amerikanischen Fastfood-Werbespot, der ostasiatische Männer in einer ähnlichen Weise einsetzt (Sociological Images hat übrigens auch besser durchdachte Posts zu bieten und ist generell sehr empfehlenswert!). Und macon d von <a href="http://stuffwhitepeopledo.blogspot.com/">stuff white people do</a> hat vor kurzem zu einem ähnlichen Thema gepostet: &#8220;<a href="http://stuffwhitepeopledo.blogspot.com/2009/06/spice-up-blandly-white-entertainment.html">spice up blandly white entertainment with bizarre asian characters</a>&#8220;. Wie man in seinem Post lesen kann, hat diese Darstellungsweise Tradition.</p>
<p>&#8220;Humor&#8221; und &#8220;Ironie&#8221; machen aus Stereotypen nicht automatisch harmlose Späßchen&#8230; &#8220;war doch nur Spaß&#8221; ist ein häufiger Abwehrreflex, um sich nicht mit Rassismen, Sexismen etc. auseinanderzusetzen. Eine öffentlich finanzierte Kampagne, die völlig ohne Not die Exotismus-Karte zieht, muss sich zumindest fragen lassen, warum. Meiner Ansicht nach gehört sie auch aus diesem Grund kritisiert. Was meinen andere?</p>
<p>Achtteilige Serie von Sociological Images zu &#8220;People of Color&#8221; in der Werbung: <a href="http://contexts.org/socimages/2008/05/18/why-and-how-people-of-color-are-included-in-advertising-first-in-a-series/">hier</a></p>
<p><strong>Update</strong>:</p>
<p>Auf &#8220;Sociological Images&#8221; hat sich einer der Macher von &#8220;Studieren in Fernost&#8221; zur Kritik geäußert. Hier der <a href="http://contexts.org/socimages/2009/06/17/portraying-asian-people-as-ridiculous/#comment-63989">Link zum gesamten Kommentar</a>.</p>
<p>Ein paar Sätze würde ich gern herausgreifen:</p>
<blockquote><p>&#8220;The campaign uses well-known stereotypes about Asia in order to draw attention to less obvious stereotypes about eastern Germany. We want young people to re-think (or unthink^^) their notion of what is an exciting region in the heart of Europe with lots of excellent opportunities for studying and living. It only works if people recognise these stereotypes as such. The feedback we get from young Germans with Asian origin and from young people in Japan is very encouraging.&#8221;</p></blockquote>
<p>Also bleibt es dabei: Stereotype sollen mit Stereotypen bekämpft werden. Dahingehend bleibt meine Kritik bestehen. Den obigen Verweis auf die Traditionen, an die mit der Verwendung bestimmter stereotypischer Darstellungen möglicherweise angeknüpft wird, möchte ich wiederholen. Zur (humoristischen) Bekämpfung von Stereotypen gibt es schließlich immer auch die Mittel der Überzeichnung oder der Selbstironie. Die zitierte Argumentation überzeugt mich nicht.</p>
<p>Der letzte Satz spricht ein Thema an, das ich in meinem Post nicht erwähnt hatte. Ich will mir nicht anmaßen, im Namen anderer zu bestimmen, was rassistisch ist. &#8220;Missionieren Sie nicht im Namen anderer&#8221;, schriebt Noah Sow in ihrem Buch<a href="http://www.deutschlandschwarzweiss.de/"> &#8220;Deutschland Schwarz Weiß&#8221;</a> &#8211; mich ertappt fühlend, versuche ich, das zu unterlassen. Daher habe ich absichtlich vermieden, die Kampagne als rassistisch zu kritisieren, und statt dessen &#8211; mit kritischem Blick, versteht sich &#8211; eine Frage gestellt.</p>
<p>Die ich nun erweitern möchte: Stereotype über eine Gruppe dazu verwenden, vermeintlich &#8220;weniger offensichtliche&#8221; Stereotype aufzudecken &#8211; kann das funktionieren? Und angenommen es funktionierte: macht das den Gebrauch der Stereotype OK?</p>
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