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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Ausschluss</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Demokratie statt Integration</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 21:43:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[.:Diffusionen.de dokumentiert die vom Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung initiierte Stellungnahme &#8220;Demokratie statt Integration&#8221;. Die Stellungnahme wurde bereits von über 400 Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Aktivist_innen unterzeichnet und erscheint am 1. Oktober 2010 unter dem Titel &#8220;Nein zur Ausgrenzung!&#8221; in der taz. Wer unterzeichnen möchte, kann das hinter diesem Link tun. 
Die Bundesbank ist Thilo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>.:Diffusionen.de dokumentiert die vom <a href="http://kritnet.org/">Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung</a> initiierte Stellungnahme <a href="http://www.demokratie-statt-integration.kritnet.org/">&#8220;Demokratie statt Integration&#8221;</a>. Die Stellungnahme wurde bereits von über 400 Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Aktivist_innen unterzeichnet und erscheint am 1. Oktober 2010 unter dem Titel <a href="http://taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/nein-zur-ausgrenzung/">&#8220;Nein zur Ausgrenzung!&#8221;</a> in der taz. Wer unterzeichnen möchte, kann das hinter diesem <a href="http://www.demokratie-statt-integration.kritnet.org/">Link</a> tun. </em></p>
<blockquote><p>Die Bundesbank ist Thilo Sarrazin los. Damit ist die Geschichte aber längst nicht vorbei. Denn beunruhigend sind nicht allein die populistischen Thesen dieses Bankiers, beunruhigend ist vielmehr die Plausibilität, die seinen Ausführungen zugestanden wird. Eine erstaunliche Anzahl von PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und MeinungsmacherInnen sind sich einig: Der Sarrazin’sche Biologismus hat zwar in Deutschland einen besonderen Hautgout, im Kern aber habe der Mann doch Recht. Nicht wenige feiern den ehemaligen Finanzsenator Berlins als Tabubrecher mit visionärem Blick für Deutschlands Zukunft. Wir fragen: welches Tabu? Die Skandalisierung der Migration gehört zum Standardrepertoire in Deutschland. Es ist sinnlos, den infamen Behauptungen von Sarrazin et al. wissenschaftliche Fakten entgegenstellen zu wollen, um zu beweisen, was MigrantInnen „wirklich“ tun oder lassen.</p>
<p>Man kann diese Debatte nicht versachlichen, denn nichts an ihr ist richtig. Wir akzeptieren schlicht keine Haltung, die gesellschaftliche Verhältnisse nach Kosten-Nutzen-Erwägungen durchrechnet und Arme und MigrantInnen zur Ausschusspopulation erklärt. Dies geschieht im Kontext einer globalen Wirtschaftskrise, von der nur allzu klar ist, wer ihre Folgen tragen soll.</p>
<p>Wir wollen das Offensichtliche klar stellen. Wir leben in einer Einwanderungsgesellschaft. Das bedeutet: Wenn wir über die Verhältnisse und das Zusammenleben in dieser Gesellschaft sprechen wollen, dann müssen wir aufhören, von Integration zu reden. Integration heißt, dass man Menschen, die in diesem Land arbeiten, Kinder bekommen, alt werden und sterben, einen Verhaltenskodex aufnötigt, bevor sie gleichberechtigt dazugehören. Aber Demokratie ist kein Golfclub. Demokratie heißt, dass alle Menschen das Recht haben, für sich und gemeinsam zu befinden, wie sie miteinander leben wollen. Die Rede von der Integration ist eine Feindin der Demokratie.</p>
<p>Noch vor kurzem wurden MigrantInnen der besonderen Missachtung von Frauenrechten bezichtigt. Die aktuelle Hysterie zeigt aber einmal mehr, dass es den KritikerInnen der Migration nicht um Gleichberechtigung geht: Hier wird über Frauen nur noch als Gebärende gesprochen, die entweder zu viel oder zu wenig Nachwuchs produzieren. Es muss darum gehen, rechtliche und politische Strukturen zu schaffen, die es MigrantInnen ermöglichen, selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten – und das beinhaltet auch, das Ausländerrecht zu verändern.</p>
<p>Wenn selbsternannte LeistungsträgerInnen sich ein quasi „naturgegebenes“ Recht zubilligen, über die Daseinsberechtigung anderer zu urteilen, dann ist das wohl ein neuer Mix aus Neoliberalismus und Rassismus. Bisher wurden Sprache, Kultur und religiöse Gebräuche der migrantischen Minderheiten für deren Lebensverhältnisse verantwortlich gemacht. Jetzt sollen es die Gene sein. Bisher wurde behauptet, dass durch Leistung, Arbeitsethos und Anpassung ein Platz in der Gesellschaft gesichert ist. Jetzt wird ganzen Gruppen nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Fähigkeit dazu abgesprochen. Inakzeptabel ist nicht nur der Rassismus, der in den Ausführungen von Sarrazin und seinen Mitläufern steckt, sondern auch die darin enthaltene Konsequenz, Hierarchien in dieser Gesellschaft als unverrückbar zu erklären und damit Politik an sich, die Konflikte, Verhandlungen und Kämpfe um ein besseres Leben für sinnlos zu erklären.</p>
<p>Es sind politische Entscheidungen, die für die Verarmung und soziale Deklassierung zunehmender Teile der Bevölkerung verantwortlich sind. Reden wir davon, wie dieses Deutschland jahrzehntelang den Eingewanderten ihre sozialen und politischen Rechte vorenthalten hat. Reden wir davon, dass MigrantInnen der Zugang zu Bildung, Wohnraum und Arbeitsplätzen, in öffentliche Institutionen und Ämter ebenso wie in Clubs und Fußballvereine systematisch erschwert wird. Das Problem sind weder die Armen noch die MigrantInnen, das Problem ist eine Politik, die Armut und Rassismus produziert. Das Problem ist eine Gesellschaft, die sich auch über Ausgrenzung definiert.</p>
<p>Unübersehbar ist, wie viele Sarrazin eilig beispringen und nach dem Recht auf Meinungsfreiheit rufen, ganz so, als ob er ein Problem hätte, seine Thesen öffentlich zu machen. Die Kritik an ihm wird zum Angriff auf die Freiheit des Wortes stilisiert. Der Aggressor wird so zum Opfer, auch das ist leider eine sehr gewöhnliche Inszenierung. Wer Sarrazins bevölkerungspolitische Ansichten übernimmt, arbeitet mit an der Spaltung unserer Gesellschaft.</p>
<p>Denn: Wenn Integration irgendetwas bedeuten kann, dann doch nur, dass alle drin stecken!
</p></blockquote>
<p>Die Liste der Unterzeichner_innen ist auf der Website <a href="http://www.demokratie-statt-integration.kritnet.org">http://www.demokratie-statt-integration.kritnet.org</a> einsehbar. Hier kann die Stellungnahme auch unterzeichnet werden. </p>
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		<title>Sarrazin, Rassismusdefinitionen und die SPD</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2010/03/24/sarrazin-rassismusdefinitionen-und-die-spd/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 11:15:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gerade läuft die internationale Woche gegen Rassismus. Die Debatte um die Äußerungen Thilo Sarrazins in der Zeitschrift &#8220;Lettre International&#8221; zeigt deutlich, dass keine Einigkeit darüber besteht, was &#8220;Rassismus&#8221; denn nun ist &#8211; geschweige denn, was es bedeutet, &#8220;gegen Rassismus&#8221; zu sein.
Wir erinnern uns: der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und prominenter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade läuft die <a href="http://www.interkultureller-rat.de/projekte/internationale-wochen-gegen-rassismus/#a1">internationale Woche gegen Rassismus</a>. Die Debatte um die Äußerungen Thilo Sarrazins in der Zeitschrift &#8220;Lettre International&#8221; zeigt deutlich, dass keine Einigkeit darüber besteht, was &#8220;Rassismus&#8221; denn nun ist &#8211; geschweige denn, was es bedeutet, &#8220;gegen Rassismus&#8221; zu sein.</p>
<p>Wir erinnern uns: der ehemalige Berliner Finanzsenator<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin"> Thilo Sarrazin</a>, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank und prominenter SPD-Genosse, äußerte sich im <strong>September 2009</strong> in einem Interview mit der Zeitschrift &#8220;Lettre International&#8221; abfällig über &#8220;Menschen [...], die nicht ökonomisch gebraucht werden&#8221;. Zu diesen gehörten &#8220;Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat&#8221; und die &#8220;keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel&#8221; hätten. Die Mentalität dieser Menschen sei &#8220;aggressiv und atavistisch&#8221;, sie seien in weiten Teilen &#8220;weder integrationswillig noch integrationsfähig&#8221; und &#8220;produziert[en]&#8221; &#8220;ständig neue kleine Kopftuchmädchen&#8221;. Speziell türkische Menschen &#8220;erobern&#8221; Deutschland &#8220;durch eine höhere Geburtenrate&#8221;. Aber auch &#8220;verfettete Subventionsempfänger&#8221;, &#8220;Unterschichtengeburten&#8221; und &#8220;Nichtleistungsträger&#8221; will Sarrazin nicht mehr in Berlin haben. Im Gegensatz dazu sprach er von &#8220;vielen fleißigen asiatischen Arbeitern, von Thailand bis China&#8221; sowie von der &#8220;altdeutsche[n] Arbeitsauffassung&#8221; der &#8220;Detuschrussen&#8221; und attestierte jüdischen Menschen aus Osteuropa einen &#8220;um 15% höheren IQ&#8221; als der deutschen Bevölkerung. Direkte Folge: eine mediale Debatte, schnelle Solidaritätsbekundungen und Schulterklopfen für Sarrazin (unter anderem von <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutschland_in_aufruhr/">Henryk M. Broder</a>, <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/ralph-giordano-sarrazin-hat-vollkommen-recht_aid_442352.html">Ralph Giordano</a>, aber auch der DVU, der PRO-Bewegung und den Republikanern), Anregung eines Parteiausschlussverfahrens aus der SPD, <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,654915,00.html">Ärger</a> <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/thilo-sarrazin-bundesbank-praesident-legt-ruecktritt-nahe_aid_441393.html">mit der Bank</a>- derweil Lettre International mit dem Blick über den Tellerrand und kontroversen Interviews wirbt.</p>
<p>Ein erster Antrag auf Parteiausschluss durch Mitglieder seines SPD-Kreisverbandes wird im <strong>November 2009 </strong>abgelehnt &#8211; unter anderem mit Verweis auf das Hamburger Programm der SPD, das eine  Integrationsbereitschaft &#8220;seitens der Migranten&#8221; fordere, und die  Tradition der SPD, die &#8220;stets Raum für verschiedene Auffassungen  gelassen&#8221; habe (siehe <a href="http://www.spd-berlin.de/w/files/spd-presse/pe-012-schiedskommission-zu-sarrazin.pdf">hier</a>).</p>
<p>Im <strong>Dezember 2009</strong> kommt ein vom SPD-Kreisverband Spandau und der SPD-Abteilung Alt-Pankow in Auftrag gegebenes wissenschaftliches <a href="http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2010/01/Botsch_Gutachten-SPD-Schiedskommission.pdf"> Gutachten</a> (Autor: Dr. Gideon Botsch, Moses-Mendelssohn-Institut) zu dem Schluss, dass &#8220;die Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin  im Interview mit der Zeitschrift &#8216;Lettre International&#8217; (deutsche Ausgabe, Heft 86)&#8221; eindeutig als rassistisch zu bewerten seien.  <a href="http://blog.derbraunemob.info/2010/01/22/wissenschaftliches-gutachten-sarrazins-aeuszerungen-eindeutig-rassistisch/">Der Schwarze Blog kommentiert</a>. Botsch beschreibt eingangs, dass es unterschiedliche Rassismusdefinitionen und unterschiedliche Spielarten des Rassismus gibt (bspw. kulturalisierenden Rassismus und &#8220;sozialen Rassismus&#8221;), und bezieht sich auf Albert Memmi, demzufolge Rassismus in einer &#8220;Hervorhebung von Unterschieden, in einer Wertung dieser Unterschiede und schließlich im Gebrauch dieser Wertung im Interesse und zugunsten des Anklägers&#8221; bestehe (Memmi, Rassismus, S. 44). Von Rassismus könne entsprechend nur gesprochen werden, wenn &#8220;Differenz, Wertung, Verallgemeinerung und Funktion&#8221; vorliegen (Botsch, S. 4). Das Gutachten weist den Äußerungen Sarrazins kulturalistischen und sozialen Rassismus sowie andere gruppenbezogene Vorbehalte nach &#8211; und weist explizit darauf hin, dass die Identifikation rassistischer Äußerungen nicht gleichzusetzen ist mit dem Vorwurf, jemand sei Rassist (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=b0Ti-gkJiXc&amp;feature=player_embedded">Jay Smooth hat&#8217;s immer noch gut formuliert</a> und diese Unterscheidung scheint auch rechtlich relevant zu sein, wie die <a href="http://andersdeutsch.blogger.de/stories/1600708/">Kontroverse um Dr. Sabine Schiffer</a> deutlich macht).</p>
<p>Im <strong>März 2010</strong> entscheidet die SPD-Landesschiedskommission Berlin, dass Sarrazin Mitglied der SPD bleiben darf. Die Entscheidung (hier <a href="http://www.spd-berlin.de/w/files/spd-presse/pe-012-schiedskommission-zu-sarrazin.pdf">als  pdf</a>) hält fest: &#8220;<em>Rassismus hat in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands keinen Platz.</em>&#8221; (im Original fett) Sarrazin wird dennoch nicht ausgeschlossen &#8211; weil seine Äußerungen nicht alle Kriterien für Rassismus erfüllen. Weil nicht nur Migrant_innen, sondern auch ein &#8220;bestimmter Teil der deutschen Bevölkerung&#8221; kritisiert würden, finde kein Rassismus statt &#8211; es würden schließlich Gruppen von Migrant_innen mit Gruppen von Deutschen gleichgesetzt. Eine Verallgemeinerung finde nicht statt, weil Sarrazin nicht von &#8220;den Migranten&#8221; rede, sondern zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen unterscheide. In dem Dokument ist außerdem zu lesen, Sarrazins &#8220;Tabubruch&#8221; sei in &#8220;den Reihen der Menschen mit Migrationshintergrund&#8221; auf Verständnis gestoßen &#8211; und Sarrazin (der &#8220;Antragsgegner&#8221;) beklagt die Tabuisierung seiner Kritik u.a. durch &#8220;staatlich finanzierte Antidiskriminierungsvereine&#8221;, die den Rassismusvorwurf strategisch einsetzten, um Dinge &#8220;unter der Decke&#8221; zu halten. Zurück zur Entscheidung: wenn sich Sarrazin auch vom &#8220;Menschenbild des Hamburger Programms entfernt&#8221; hätte, so wiege das Gut der Meinungsfreiheit schwerer: &#8220;<em>Die Volkspartei SPD muss solche provokanten Äußerungen aushalten</em>.&#8221;  Sarrazin erhalte damit aber &#8220;<em>keinen Freifahrtschein für alle künftigen Provokationen</em>&#8221; (kursive Hervorhebungen sind im Original fett). Parteischädigendes Verhalten sei in seinen bisherigen Äußerungen noch nicht festzustellen.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/persilschein-fuer-alle-rassisten/">Sebastian Heiser kommentiert in der taz</a>: ein Parteiausschluss hätte &#8220;nochmal die ganz große Runde gemacht&#8221;, der Nicht-Ausschluss sei also als strategisch zu verstehen &#8211; und musste dennoch inhaltlich begründet werden, woran die Schiedskommission gescheitert sei. Dies habe verheerende Folgen &#8211; darunter in Heisers Worten &#8220;ein Persilschein für Rassisten&#8221;. <a href="http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/das-ist-geradezu-grotesk/">Hajo Funke betont in der taz </a>den rassistischen und sozialdarwinistischen Charakter von Sarrazins Äußerungen, die er als &#8220;rassistischen Rechtspopulismus&#8221; bezeichnet. Die Kommission, die sich auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi">Rassismusdefinition von Albert Memmi</a> beruft, habe &#8220;den Memmi und den Rassismusdiskurs nicht verstanden&#8221;. Die Behauptung, durch die &#8220;Differenzierung zwischen Migrantengruppen&#8221; (taz) sei das Kriterium, dass sich eine Beschuldigung gegen fast alle Mitglieder einer Gruppe richte, nicht erfüllt, bezeichnet Funke as &#8220;geradezu grotesk&#8221;. <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/chance-verpasst/">Im Kommentar von Daniel Bax</a> wird die Schiedskommission mit der Aussage paraphrasiert, Sarrazins Aussagen seien nicht biologisch begründet, also nicht &#8220;im klassischen Sinne rassistisch&#8221;. Bax prophezeit: die SPD wird sich auch in Zukunft mit &#8220;dummen Sprüchen&#8221; Sarrazins &#8220;herumschlagen&#8221; müssen &#8211; weil die Entscheidung als Bestätigung seiner Positionen wirkt. Wie <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/sarrazin-darf-sozi-bleiben/">die taz berichtete</a>, gibt Sarrazin den Vorwurf, nicht für die SPD zu sprechen, nun an die Parteilinke weiter.</p>
<p>Die SPD lehnt also Rassismus ab. Kulturalisierende, ethnisierende und sozialdarwinistische Zuschreibungen, Abwertungen und Ressentiments gelten laut Landesschiedskommission zwar als problematisch, weil sie &#8220;viele Menschen verletzt&#8221; haben &#8211; aber nicht als Spielarten des Rassismus. Dass Intelligenz und ökonomische Nützlichkeit an soziale Herkunft, Nationalität und die Zugehörigkeit zu doch recht großen &#8220;Kulturkreisen&#8221; geknüpft werden und Sarrazin sich zudem aus dem Fundus antisemitischer Klischees bedient, scheint dabei nicht weiter zu stören. Wenn Sarrazins Äußerungen SPD-Organen nicht als &#8220;parteischädigend&#8221; gelten, sondern Positionen repräsentieren, die innerhalb der Volkspartei &#8220;ausgehalten&#8221; werden müssen, nimmt diese zumindest in meinen Augen Schaden. Um eine Formulierung von Sarrazin zu borgen: Ich muss niemanden respektieren, der mehrfach privilegiert ist, die Gleichwertigkeit aller Menschen abstreitet und ständig neue &#8220;Tabubrüche&#8221; produziert.</p>
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		<title>Eklat am Nockherberg: APZ vs. GEP</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 13:04:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie war das mit der einst von der APPD ausgerufenen Balkanisierung Deutschlands?
Auf dieser Unterscheidung beruht das Konzept der Balkanisierung, also der Trennung der verschiedenen Pogo-Rassen, da ein Leben in einer einzigen, gemeinsamen Gesellschaft nicht „artgerecht“ sei.
Vielmehr soll jedem Menschen die Möglichkeit gegeben werden, gemäß seinen Vorstellungen unter Seinesgleichen zu leben. Arbeitsscheue sollen so nicht zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie war das mit der einst von der APPD ausgerufenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchistische_Pogo-Partei_Deutschlands#Balkanisierung">Balkanisierung Deutschlands</a>?</p>
<blockquote><p>Auf dieser Unterscheidung beruht das Konzept der Balkanisierung, also der Trennung der verschiedenen Pogo-Rassen, da ein Leben in einer einzigen, gemeinsamen Gesellschaft nicht „artgerecht“ sei.</p>
<p>Vielmehr soll jedem Menschen die Möglichkeit gegeben werden, gemäß seinen Vorstellungen unter Seinesgleichen zu leben. Arbeitsscheue sollen so nicht zur Arbeit gezwungen werden, während Arbeitssüchtige nicht zur Arbeitslosigkeit verurteilt sein sollen. Da die verschiedenen Mentalitäten dieser beiden Pogo-Rassen häufig zu Konflikten und Missstimmung führten, sollen beide auch vom ständigen Anblick und Erleben der jeweils anderen Lebenshaltung bewahrt werden.</p>
<p>Des Weiteren dient die Balkanisierung auch dem Schutz der ersten beiden Pogorassen vor den Angehörigen der Pogo-Rasse der Gewalttäter.</p></blockquote>
<p>&#8220;Bruder Barnabas&#8221; hat die Idee der Einrichtung einer &#8220;Asoziale- und Parasitenzone (APZ) für die Arbeitsscheuen&#8221; jetzt in seiner diesjährigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nockherberg#Politischer_Auftakt:_Die_Starkbierprobe">Fastenpredigt beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg</a> aufgegriffen, allerdings in einer etwas weniger emanzipatorischen Variante  als bei der APPD. In Anspielung auf die jüngsten Äußerungen von Guido Westerwelle in der &#8220;Hartz-IV-Debatte&#8221; heißt es da:</p>
<blockquote><p>Alle Hartz-IV-Empfänger sammelt er in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drum rum ein Stacheldraht. Hamma schon mal ghabt Dann gibt&#8217;s jeden Tag eine Wassersuppn und an Kantn Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt&#8217;s von Sarrazins Winterhilfswerk zwei Pullover. Und überm Eingang steht, bewacht von neoliberalen Ichlingen im Gelbhemd, in eisernen Lettern: &#8220;Leistung muss sich wieder lohnen.</p></blockquote>
<p>(Zum Nachschauen gibt&#8217;s die Rede <a href="http://mediabox.br-online.de/boxen/bayern_fastenrede2010">hier</a>.)</p>
<p>Ich find&#8217;s ja ganz treffend zugespitzt, aber <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,681784,00.html">neben dem FDP-Chef ist nun auch die Noch-Vorsitzende des Zentralrats der Juden über die KZ-Anspielung verärgert</a>. Es geht also mal wieder um die Frage, was Satire darf. Immerhin geht es bei dieser Veranstaltung traditionell recht deftig zu. Der Kabarettist Michael Lerchenberg (Barnabas) rechtfertigt sich jedenfalls so:</p>
<blockquote><p>Es mag ein paar Sozialschmarotzer geben, aber das ist kein Grund, Millionen Menschen zu diskreditieren. Es gab schon mal Zeiten, da wurden die vermeintlich Arbeitsscheuen weggesperrt. Ich habe in der Fastenpredigt nur ein paar Schritte weitergedacht.</p></blockquote>
<p>Und gegenüber dem Bayerischen Rundfunk:</p>
<blockquote><p>Es fallen dann plötzlich wieder so ähnliche Begriffe wie &#8216;Arbeitsdienst&#8217; oder &#8216;arbeitsscheu&#8217;. Das sind alles Begriffe, die wir auch kennen aus dem Nationalsozialismus. Das haben wir versucht, damit darzustellen. Wenn uns dies gründlich misslungen sein sollte, dann entschuldige ich mich dafür, aber unsere Absicht war mit Sicherheit eine ganz andere.</p></blockquote>
<p>Inzwischen <a href="http://www.br-online.de/bayern/feste-und-feiern/nockherberg-DID1188597559/nockherberg-lerchenberg-kz-ID1267714420457.xml">denkt die Paulaner-Brauerei als Veranstalter des Spektakels darüber nach, Lerchenberger als Bußprediger Barnabas abzulösen</a>. Zwar sei die Passage vorab besprochen worden, aber man habe sie offenbar falsch eingeschätzt. Zudem habe der Schauspieler die Textstelle in seiner Rede &#8220;deutlich verschärft&#8221;.</p>
<p>Tja, bleibt nur noch zu klären, wo jetzt eigentlich der &#8220;Gewalterlebnispark (GEP)&#8221; hin soll. Eigentlich wären die &#8220;leeren verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge&#8221; dafür doch mindestens genauso gut geeignet wie als &#8220;Asoziale- und Parasitenzone&#8221; &#8230;</p>
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		<title>Das Fett regieren?</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/09/21/das-fett-regieren/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 18:36:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dass &#8220;Fett&#8221; ekelig ist, z.B. wenn es aus der Pfanne spritzt und unsere Lieblingsklamotten versaut, das kommt uns ab und zu als vertrautes Ereignis vor. Es ist eben nicht wie Wasser einfach entfernbar.
Manchmal nervt es Menschen sogar an ihren Körpern. Einige finden &#8220;Fett&#8221; vielleicht sogar überhaupt nicht normal an und im Menschen, sondern sogar pervers, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass &#8220;Fett&#8221; ekelig ist, z.B. wenn es aus der Pfanne spritzt und unsere Lieblingsklamotten versaut, das kommt uns ab und zu als vertrautes Ereignis vor. Es ist eben nicht wie Wasser einfach entfernbar.</p>
<p>Manchmal nervt es Menschen sogar an ihren Körpern. Einige finden &#8220;Fett&#8221; vielleicht sogar überhaupt nicht normal an und im Menschen, sondern sogar pervers, extrem, oder in einer ähnlichen Art und Weise als deviant (nicht normal) klassifiziert. Das ist ein eventuell recht vertrauter Diskurs. Und den muss Mensch auch nicht mögen.</p>
<p>Allerdings wird es mir zur Zeit gesellschaftlich etwas zu ungemütlich, wenn ich immer mal wieder über Menschen lesen muss, die sich als &#8220;Fett&#8221; bezeichnen und dann noch sagen, dass das nicht mehr so weiter geht &#8211; und zwar nicht (allein) individuell, sondern das gleich auf die ganze Gesellschaft als Reformprojekt übertragen wollen. Das heisst: Dick sein ist doof &#8211; Abnehmen die Devise! Und &#8220;wir&#8221; sollen daraus auch unsere Lehren ziehen. Aha, das erzeugt das Aufstellen der Nackenhaare zur &#8220;Standing ovation&#8221; &#8230; Dazu folgendes Beispiel, dass ich in der Frankfurter Rundschau lesen durfe.</p>
<p>Zuletzt durften wir so einen Diskurs also bei Reiner (&#8220;Calli&#8221;) Calmund bewundern, der in der Frankfurter Rundschau (v. 18.8.09) dazu befragt wurde, warum er denn in einer Fernseh-Show öffentlich abnimmt.</p>
<p>Wer ist Reiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reiner_Calmund">Calmund</a>, werden eventuell einiger Leute (zurecht!) fragen? Dass ist mal ein Fussball-Manager des Vereins Bayer 04 Leverkusen gewesen, also für die Nicht-Fussball-Interessierten nicht wirklich eine relevante Person.</p>
<p>Wie auch immer: Fett ist out und muss weg. Sonst &#8230; kommt &#8220;Iron Calli&#8221; oder die Gesellschafts-Absaug-Polizei, die sich um ihre Bevölkerung und ihre zu dicken Subjekte kümmern wird.</p>
<p>Dazu das erste passenden Zitate aus dem Interview mit &#8220;Calli&#8221;:</p>
<blockquote><p><em><br />
&#8220;FR: Woher kommt diese Maßlosigkeit?<br />
</em></p>
<p>R.C.: Ich komme aus ganz, ganz einfachen  Verhältnissen. Bei uns zu<br />
Hause hing der Brotkorb hoch. Wenn meine Eltern bei der Arbeit waren, habe ich gekocht – hauptsächlich in der Abteilung: Patisserie und Pudding.&#8221;</p></blockquote>
<p>Maßlosigkeit, wartet mal, ach ja, da war doch mal was &#8211; genau, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6llerei">Maßlosigkeit</a> ist auch eine Todsünde, die schon in der Bibel erwähnt wurde. Na dann, am&#8230;, ähh, ist ja alles klar: Denn die Bibel als transgeschichtliches Metawissen hat natürlich immer (noch) recht, oder?!</p>
<p>Der passende Kritik-Artikel zum &#8220;Fett-Diskurs&#8221; und der Maßlosigkeit der vermeintlichen &#8220;Unterschicht&#8221; steht übrigens in dem <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1000/ts1000.php">Buch &#8220;Von &#8216;Neuer Unterschicht&#8217; und Prekariat&#8221;</a> und ist von Eske Wollrad geschrieben worden.</p>
<p>Unter dem Titel &#8220;WHITE TRASH – DAS RASSIFIZIERTE „PREKARIAT“ IM POSTKOLONIALEN DEUTSCHLAND&#8221; schreibt Wollrad zu unserem Thema:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ausschließungssysteme bilden notwendige Voraussetzungen für das<br />
Funktionieren einer Gesellschaft und arbeiten mit Dichotomisierungen:<br />
oben – unten, reich – arm, männlich – weiblich, Weiß – Schwarz, legal –<br />
illegal, gesund – krank (Foucault 1976: 57).&#8221;</p></blockquote>
<p>In unserem Fall ist es der kranke, fette weiße Mensch, der sich gefälligst wieder &#8220;normal&#8221; verkörpern soll. Calli ist dafür die beispielhafte Materialisierung und das Symbol des &#8220;kranken&#8221; bzw. nicht ganz gesunden Subjektes.</p>
<p>Wollrad weiter:</p>
<blockquote><p>&#8220;Imaginationen des Prekariats sind vielfach skandalisiert worden –<br />
auch in der Wissenschaft. So spricht der Historiker Paul Nolte von der<br />
neuen Unterschicht, in der sich gleichgültige und verkommene Lebensarten<br />
ausgebildet haben, in denen „Vernachlässigung, Verwahrlosung,<br />
im Extremfall Gewalt“ (Nolte 2006: 99) herrschen. Was diese neue Unterschicht<br />
kennzeichnet, ist nach Nolte vor allem das Defizitäre: Ernährungsdefizite,<br />
Bewegungsmangel, Sprachdefizite und Bildungsrückstände,<br />
dagegen besteht ein Übermaß an Fernseh- und Handykonsum<br />
(vgl. Kessel 2005), wobei diese Gruppe das sog. „Unterschichtsfernsehen“<br />
(RTL und SAT.1) (Nolte 2004: 42) favorisiert.<br />
Diese Defizite werden diskursiv mit moralisch ethischen Defiziten<br />
verkoppelt, anschaulich verdichtet auch in den Medien. Im Heft GEO<br />
Wissen 2005 zum Thema „Sünde und Moral“ werden u. a. die sieben<br />
Todsünden in einer Fotostrecke thematisiert: Die vierte Todsünde wird<br />
„soziale Verwahrlosung“ genannt:<em><br />
</em></p>
<p><em>„Soziale Verwahrlosung – diese Trägheit des Herzens – gibt es in allen Gesellschaftsschichten.<br />
Auffällig wird sie aber nur dort, wo sich innere Lieblosigkeit<br />
und äußere Wurstigkeit vereinen. Im so genannten white trash, der heruntergekommenen<br />
Lebensart eines Teils der Unterschicht, ergeben sie eine unansehnliche<br />
Melange: Menschen, die seelisch erkalten und unempfänglich werden<br />
für Signale jeglicher Art.“ (GEO Wissen 2005).</em></p>
<p>Das Bild zeigt eine Weiße Frau und einen Weißen Mann, die auf einem<br />
Sofa eine unansehnliche Mahlzeit zu sich nehmen. Beide sind leicht bekleidet,<br />
ihre Kleidung weist Flecken auf, und die Frau ist deutlich übergewichtig.<br />
Beide starren vor sich hin, zwischen ihnen sitzen ein Hund<br />
und eine Katze. Diese Bebilderung inszeniert nicht Armut, sondern<br />
„Verkommenheit“ und Schmutz, nicht Hunger, sondern abstossende Sättigung,<br />
welche in Fettleibigkeit mündet. Der White trash wird als Abschaum<br />
der Gesellschaft imaginiert, als wertloser Weißer Abfall, weil es<br />
ihm am Menschlichen, an Seele und an der Fähigkeit zu empfinden<br />
mangelt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei Calmund ist es nicht diese &#8220;Verkommenheit&#8221;, sonder &#8220;nur&#8221; der zu große, zu raumgreifende Körper, der ein Problem darstellt. (In dem Interview gibt es in der Mitte ein großes Bild von &#8220;Calli&#8221; mit dem T-Shirt zur Show auf seinem zum Problem gemachten Körperteil.) Calli ist deshalb nicht &#8220;white trash&#8221;, weil er noch an sich glaubt, weil er sich noch als menschliches Wesen sieht und sich empfindet &#8211; als zu dick.</p>
<p>Er hat (noch) nicht aufgegeben. Und, nicht zuletzt, er hat überhaupt die Möglichkeit, sich selbst zu inszenieren (bzw. sich inszenieren zu lassen). Denn &#8220;Calli&#8221; ist nicht &#8220;Unterschicht&#8221;, sondern ein Promi im Zirkuszelt der Kulturindustrie, irgendwo zwischen Privatfernsehen, Fußball-Industriellem-Komplex und dem Gesellschaftsspiel um eine gesunde Gesellschaft. Brot-und Spiele halt.</p>
<p>Und meine These: Er ist quasi die Anrufung an den White Trash, bzw. genau die Leute, die kurz davor stehen, zu ihm, zum &#8220;abgehängten Prekariat&#8221; zu werden. Er sagt stellvertretend: Leute &#8211; Lasst euch nicht hängen! Kämpft! Seid mutig! Nehmt ab um euer Leben! Und tut dies auch für &#8220;uns&#8221; alle. Es geht um das (Über-)Leben unserer Gesellschaft und unser Gesundheitssysteme!</p>
<p>Unglaublich, dieses Regieren über Fett &#8230;</p>
<p>Hier noch weitere Auszüge aus dem Interview:</p>
<blockquote><p>&#8220;FR: Wieso soll eine Diät ausgerechnet im Fernsehen funktionieren?</p>
<p>R.C.: Du stehst stärker unter Druck, wenn du weißt: Nächste Woche steigst du bei Stern-TV beim Jauch auf die Waage, du musst bei Twitter Rede und Antwort stehen. Außerdem hat mir das Fernsehen eine Ernährungsberaterin zur Seite gestellt, und ihr Rat zu Trennkost hat sich bewährt. Ich musste nicht mal hungern. Wenn Du dich mit einer Nulldiät ins Krankenhaus legst, nimmst du natürlich schneller ab, als wenn du intensiv trainierst. Wenn ich jeden Tag zehn Kilometer walke oder 30 Kilometer radele, baue ich Muskeln<br />
auf. Der Speck wird sozusagen in Muskeln umgewandelt. Die wiegen natürlich was. Aber ich schaffe das schon noch. Ich bin jetzt bei 28 Kilo weniger.</p>
<p>FR: War es Ihnen nicht peinlich, sich so fürs Fernsehen zu entblößen?</p>
<p>R.C.: Was mir nicht gefallen hat, ist die Szene, in der ich mit nacktem Oberkörper meinen EKG-Belastungstest mache. Ich sehe aus wie ein weißer Wal, der abgehauen ist. Aber eine Doku ist kein Wunschkonzert. Im richtigen Leben lege ich mich nicht mit nacktem Oberkörper an den Strand. Ein bisschen eitel bin auch ich.</p>
<p>FR: Haben Sie jemals ans Fettabsaugen gedacht?</p>
<p>R. C.: Nee, ich habe mich mal beraten lassen, ob man sich die Fettschürze wegmachen lassen kann. Aber das war mir unheimlich. Einige meiner Kumpels haben sich erfolgreich ein Magenband einsetzen lassen, aber die hatten danach keinen richtigen Appetit mehr. Für mich wäre das nur der letzte Ausweg.</p>
<p>FR: Lieber geben Sie sich im TV dem Spott preis: Was ist Ihr größter Antrieb beim Abnehmen?</p>
<p>R.C.: Die Angst vorm Sterben. Wenn man älter wird, schlagen die Bomben näher ein. Da verliert man Freunde. Ich habe fünf Kinder, drei Enkelkinder, eine junge Frau. Meine medizinischen Werte waren zwar gut, aber was nützt es dir, wenn du abends mit dem Bambusknüppel einen bekommst, und dann liegst du neben der Spur?</p>
<p>Interview: Antje Hildebrandt&#8221;</p></blockquote>
<p>Ach ja, die Bomben &#8230; wie schön, noch eine Kriegsmetapher zum Abschlussgebet. Also eher altes Testament. Hätte ich mir ja denken können. Nichts mit andere Wange hinhalten &#8230; die ist sich schon dünn trainiert. Na dann: gute Nacht &#8230;</p>
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