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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Emanzipation</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Making up Rassismus! – und ein Plädoyer für den „unwiss&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:37:59 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Rancière]]></category>
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		<description><![CDATA[Zur Debatte um den derzeitigen Vorzeigerassisten Thilo Sarrazin ist schon   viel gesagt und geschrieben worden. Zwei Punkte, die in der Debatte nicht so   zentral diskutiert werden, möchte ich hingegen hier kurz in den Mittelpunkt   stellen.
Zunächst ist es spannend mitzuerleben wie rassistische   Argumentationsmuster sich bilden und entwickeln. Hierzu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Debatte um den derzeitigen Vorzeigerassisten Thilo Sarrazin ist schon   viel gesagt und geschrieben worden. Zwei Punkte, die in der Debatte nicht so   zentral diskutiert werden, möchte ich hingegen hier kurz in den Mittelpunkt   stellen.</p>
<p>Zunächst ist es spannend mitzuerleben wie rassistische   Argumentationsmuster sich bilden und entwickeln. Hierzu kann man auf die   Ideen von Ian Hacking zurückgreifen, der in seinem Essay „<a href="http://www.generation-online.org/c/fcbiopolitics2.htm">Making up   People</a>“ auf sehr interessante Weise zeigt, wie Personengruppen gemacht,   also definiert, klassifiziert, quantifiziert, normiert etc. werden. Genau das   hat auch Sarrazin auf nahezu perfekte Weise hinbekommen.</p>
<p>Er hat das   vollzogen, was Hacking beschreibt: <em>„More generally, we try to biologise, to   recognise a biological foundation for the problems that beset a class of   people“</em>. Sarrazins Argumentation wirkt wie ein Begehren nach einer   biologisch und genetisch einwandfrei verstehbaren Welt, auf deren Grundlage   und durch das Wissen ihrer Funktionsweisen man ganz einfach steuern und   Probleme lösen kann. Nur wird diese Welt eben nicht durch diesen   biologistischen und genetisierten Blick einer adäquaten Analyse vollzogen,   sondern sie wird – inklusive der Menschen und ihrer Probleme – erst durch   diesen Blick erschaffen. Und so erschafft sich auch der Rassismus von   Sarrazin selbst. In dem er die vermeintlichen Probleme erzeugt, definiert,   ordnet und schließlich lösen will.</p>
<p>Dass diese Welt nicht so funktioniert, kann jede Person jeden Tag erleben,   wenn sie sich den Realitäten stellt und mit dem Blick für Ambivalenzen,   Uneindeutigkeiten und Kontingenzen eine andere Welt erschafft.</p>
<p>Daran schließt sich noch ein <em>weiterer Punkt</em> an, der in der   Debatte um die Thesen von Sarrazin nicht so im Fokus steht. Gemeint ist die   Frage der Entwicklung von Bildung und Wissen in unser heutigen Welt. Bei   Sarrazin muss man das Gefühl haben, dass der Zugang zu Bildung und das   Verstehen von Welt sich biologisch und sogar genetisch vermittelt. Das   heißt, dass das Ideal der Gleichheit der Menschen und der Gleicheit der   Chancen hier in tausend Stücke zerfällt.</p>
<p>Dieser Sichtweise, dass sich “Intelligenz” und Bildung genetisch   entwickeln und determinieren, kann man eine ganz andere Position   entgegenstellen. Sie stammt vom französischen Philosophen Jacques   Rancière, der sie in seinem Buch “Der unwissende Lehrmeister”   ausgebreitet hat. Ausgehend von seiner engagierten Darstellung der   historischen Figur Joseph Jacotot, eines universitäten Lehrbeauftragten in   den Niedelanden des 19. Jahrhunderts, macht Rancière daraus ein Plädoyer   für ein Lernen und Lehren ohne elitären Habitus. Dazu gehört ebenso das   Wissen um die Gleichheit aller Menschen. Ohne biologistische Zwangsbrille und   genetisch-deterministisches Weltbild auskommend, zeigt diese Sicht auf die   Menschen, dass die Möglichkeiten für Lernen und die Emanzipation durch   Bildung erst einmal alle gleich in allen Menschen vorzufinden sind. Wichtig   ist nur, diese Möglichkeiten zu fördern – was weder die aktuelle   Bildungslandschaft noch die Debatten über Migration und “Unterschicht”   tun.</p>
<p>Dazu Rancière: <em>“Man hat keine besonderen pädagogischen Leistungen   von einem emanzipierten Gärtner zu erwarten oder überhaupt von einem   unwissenden Lehrmeister. Was ein Empanzipierter wesentlich kann, ist,   Emanzipierender zu sein: nicht den Schlüssel zum Wissen geben, sondern das   Bewusstsein davon, was eine Intelligenz sein kann, wenn sie sich allen   anderen gleich und jeden anderen als ihr gleich betrachtet.”</em></p>
<p>Eine solche Position suchen wir bei Sarrazin und Co. vergeblich. Sie   glauben zu wissen, aber letztendlich stehen sie einer intellektuellen und   gesellschaftlichen Emanzipation fundamental entgegen.</p>
<p>[Auch erschienen als Editorial unseres Newsletters vom September 2010]</p>
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		<title>&#8220;Respekt²&#8221; für das &#8220;neue Deutschland&#8221;?</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/06/14/respekt%c2%b2-fur-das-neue-deutschland/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 21:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Gegenteil von gut ist gut gemeint? Zur Relativierung und Abschaffung deutscher NS-Vergangenheit im migrantischen Rap dieser Gesellschaft. Eine Befragung

Vor einigen Wochen erschein die CD &#8220;Respekt!² Die Hinhören CD&#8220;, herausgegeben vom Jugendsender MDR Sputnik, in Kooperation mit dem Landesjugendring Thüringen e.V., der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und SPIESSER - Die Jugendzeitschrift.  Diese ist mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Gegenteil von gut ist gut gemeint? Zur Relativierung und Abschaffung deutscher NS-Vergangenheit im migrantischen Rap dieser Gesellschaft. Eine Befragung<br />
</strong></p>
<p>Vor einigen Wochen erschein die CD &#8220;<a href="http://respekt.yougend.com/pages/respekt-cd.php">Respekt!² Die Hinhören CD</a>&#8220;, herausgegeben vom Jugendsender MDR <a href="http://www.sputnik.de/">Sputnik</a>, in Kooperation mit dem <a href="http://www.landesjugendring-thueringen.de/">Landesjugendring Thüringen e.V.</a>, der <a href="http://www.lpb.sachsen-anhalt.de/">Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt</a> und <a href="http://www.spiesser.de/">SPIESSER </a>- Die Jugendzeitschrift.  Diese ist mit 13 Songs von prominenten KünstlerInnen wie Jennifer, Rostock, Tomte, Jan Delay, Peter Fox, Samy Deluxe etc. ausgestattete CD wurde und wird mit der Stückzahl von 40.000 Exemplaren u. a. an Schulen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verteilt. In diesem Kontext gab es auch im Mai 2009 eine sog. <a href="http://www.sputnik.de/respektwoche-2009/aktion">Respekt-Woche </a>des Radio-Senders Sputnik unter dem Motto &#8220;Respekt statt Hass, Toleranz statt Gewalt&#8221;.</p>
<p>Auf der besagten CD steuert der Rapper Samy Deluxe den Titel &#8220;Dis ist wo ich herkomm&#8221; einen zentralen Titel der CD bei, ist er doch auch im Booklet der Sachsen-CD mit den kompletten Lyrix vertreten. Und Samy Deluxe hat auch gerade eine <a href="http://www.rowohlt.de/buch/Samy_Deluxe_Dis_wo_ich_herkomm_Deutschland_Deluxe.07062009.2739000.html">Biographie unter dem gleichen Namen </a>herausgebracht.</p>
<p>Aber was singt der schon seit Jahren bekannte und erfolgreiche Rapper da eigentlich genau? So fängt das Lied an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ey, uh, yeah, hört ihr das?                                                                                                         Das ist &#8216;ne neue Perspektive auf die ganze Scheiße, haha!</p>
<p>Dies hier ist unser Deutschland<br />
Dies hier ist euer Deutschland<br />
Dies ist das Land wo wir leben<br />
Dies ist das neue Deutschland&#8221;</p></blockquote>
<p>Naja, also erstmal ne nationale Perspektive reinbringen &#8211; &#8220;Deutschland&#8221; ist erst mal als Referenzrahmen des Sprechens und als Problemraum aufgemacht.</p>
<p>Dann geht es fröhlich weiter:</p>
<blockquote><p><span>&#8220;Pass auf es geht so, hoff ihr verstehts so<br />
wir müssen was für unser Land tun für unser Ego<br />
Dies ist der Startschuss für die Kampange es geht los<br />
Ziele sind gesteckt und extrem groß es ist phäno-<br />
menal egal was ihr auch sagt<br />
ich werd beweisen das ich mehr für Deutschland mach als der Staat<br />
Mit meinen Partnern denn wir geben den Kids Perspektive<br />
bisschen Aufmerksamkeit und ein bisschen mehr Liebe&#8221;<br />
<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br />
<!--[endif]--></span></p></blockquote>
<p>Okey? Ein Rapper, der was für &#8220;Deutschland&#8221; machen will (sogar in guter neoliberaler Art und Weise ohne den Staat), was für die &#8220;Kids&#8221; &#8211; und zwar &#8220;Aufmerksamkeit und Perspektive. Na, wenn soziale Ungleichheit überall so einfach bekämpft werden könnte, dann lasst bitte den guten Samy in die ganze Welt mit seinen Projekten und seinen Songs. Aber mal Spass beiseite: Die sozialen Problemlagen und strukturellen Unglerechtigkeiten in der Gesellschaft werden gar nicht benannt, sondern verbleiben im Nichtsagbaren.</p>
<p>Aber der Song hat noch mehr zu bieten:</p>
<blockquote><p>&#8220;<!--[if gte mso 9]&amp;gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &amp;lt;![endif]-->Ich schau mich um und habe Zweifel                                                                                           wie es weitergehen soll in diesem Land das meine Heimat ist                                                       Und ich sehe ein das die Vergangenheit hier nicht einfach ist<br />
doch wir können nicht steh&#8217;n bleiben<br />
weil die Uhr immer weiter tickt (tick &#8211; tack)<br />
Und wir haben kein Natinalstolz und das alles bloß wegen Adolf -<br />
ja toll schöne Scheiße der Typ war doch eigentlich &#8216;n Österreicher<br />
Ich frag mich was soll das, als wäre ich Herbert Grönemeyer<br />
Die Nazizeit hat unsere Zukunft versaut<br />
die Alten sind frustriert deshalb badet die Jugend es aus<br />
Und wir sind es Leid zu leiden, bereit zu zeigen<br />
wir fangen gerne von vorne an, schluss mit den alten Zeiten&#8221;</p></blockquote>
<p>Ahh, ja &#8230; auch so ein altbekannte Argumentation. Die negative Geschichte hat &#8220;uns&#8221; eigentlich am Wickel, bremst &#8220;unsere&#8221; Entwicklung, unser Fortkommen, sorgt für Stillstand, obwohl sich alles doch weiter bewegt. Also, &#8220;Die Vergangenheit ist also &#8220;nicht einfach&#8221;, aber was daran eigentlich? Werden die Verbrechen der NS-Diktatur genannt? Nein, es geht um eine etwas nebulöse Vergangenheit. Und dann kommt die Krönung, die Pointe: Hitler, der ja Österreicher war, versaut(e) uns den Nationalstolz. Wie bitte? Als ob <a href="http://www.aufbau-verlag.de/index.php4?page=28&amp;show=15487">das Problem Hitler allein war </a>&#8230; irgendwie kommt das einem doch ätzend bekannt vor. Nirgends ein Verweis, dass es doch die deutsche Mehrheitsgesellschaft war, die durch ihr Handeln mindestens sechs Millionen Juden und viele andere Menschen getötet, ermordet und vernichtet haben, die alle zu nicht lebenswerten Subjekten gemacht wurden.</p>
<p>Aber damit noch nicht genug, ein wenig müssen noch das Kriegsende, die Wende, der Mauerfall, Nationalgeführ und die Schuld an zwei Weltkriegen in den Rap-Mixer, damit das rauskommt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Siehs mal so: <!--[if gte mso 9]&amp;gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &amp;lt;![endif]--></p>
<p><span>64 Jahre nach dem Krieg, 20 nach der Wende<br />
das war kurz nach dem Mauerfall<br />
krass wenn ich dran denke<br />
7 Jahre nach der DM, 3 Jahre nach der WM<br />
Ein Monat waren wir kurz stolz dann mussten wir uns wieder schämen<br />
denn es heißt wir haben beide Weltkriege gestartet<br />
vielleicht kann man da auch keine Selbstliebe erwarten<br />
aber, was soll&#8217;n wir tun etwa für immer depressiv sein<br />
trotz den ganzen Fortschritten der kulturellen Vielfalt&#8221;<br />
<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br />
<!--[endif]--></span></p></blockquote>
<p>Der nächste Hammer folgt also: Weil es nur &#8220;so heißt&#8221;, dass &#8220;wir&#8221; beide Weltkriege gestartet haben, kann also keine Selbstliebe der Deutschen erwartet wartet werden. Also: Solche Sätze ermöglichen saubersten Geschichtsrevanchismus: Denn historisch richtig ist, dass &#8220;Deutschland&#8221; diese beiden Kriege verschuldet hat, daran gibt es überhaupt keinen historischen Zweifel. Wenn daraus keine Selbstliebe der Deutschen erwächst, dann erscheint mir das normal und sogar wünschenswert, nicht problematisch.</p>
<p>Kurzum &#8211; es bleiben viele Fragen, die dieser Text meiner Meinung nach aufwirft: Müssen migrantische Stimmen im Hip-Hop einen &#8220;deutsch&#8221;-Bezug aufmachen? Diese Bezugnahme be- und hinterfragt natürlich die bisherige weisse, rassisistische Konstruktion eines &#8220;Deutschsein&#8221;. Und eine Neonazi- Instrumentalisierung der Zeilen von Samy Deluxe könnte (glücklicherweise) auch schwierig werden, weil seine migrantische Subjektivität einer rassistischen Volks- oder Bevölkerungskonstruktion einer scheinbaren &#8220;Reinheit&#8221; einer Rasse entgegen stehen würde.</p>
<p>Trotzdem eine weitere Frage: Für wen spricht eigentlich der Rapper? Und mit wem? Die Frage der Repräsentation muss auf jeden Fall kritisch beleuchtet werden, gerade wenn hier an das Tun für ein Land , gegen Langeweile, Depression, Pessimismus und andere vermeintlich falsche Daseinszustände appelliert wird.</p>
<p>Zuletzt: Warum wird die Vergangenheit als Last, als Hindernis, als problematische Erzählung wahrgenommen? Ich hätte vielleicht eher erwartet, dass sie ein zu aktualisierender, zentraler Erinnerungsraum für die Gesellschaft sein sollte. Die Erinnerung könnte auch im migrantischen Rap diskutiert werden unter mindestens zwei Gesichtspunkten: a) Was für Alltagsrassistsiche und strukturelle Diskriminierungserfahrungen es in dieser postnazistischen Gesellschaft weiterhin gibt gegenüber Menschen, die wir als &#8220;Anders&#8221; wahrnehmen, ordnen, sortierten. Und sollte hier vor Kontinuitäten bzw. neuen Entwicklungen eher gewarnt werden, vor dem Hintergrund der historischen Schuld Deutschlands. b) Es wäre wünschenswert einmal zu schauen, welche alternativen Geschichten als aus einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Postkolonialismus">postkolonialen Perspektive</a> in die offizielle Deutschlandgeschichtsschreibung hineingetragen werden müssten, die migrantische Stimmen und Erfahrungen zu erzählen haben &#8211; und die das homogene Deutschland(-Bild) inklusive Volksideologie etc. auch infrage stellen könnten. Diese beiden genannten und andere Gesichtspunkte müssen natürlich überall in emanzipativen und kritischen Räumen diskutiert und proliferiert werden &#8211; dass den MigrantInnen als Aufgabe einzuschreiben, wäre genau so eine (post)koloniale Praktik, die unerwünscht ist.</p>
<p>Ich kann zu diesem ganzen Problemfeld ehrlich keinen objektiven Standpunkt formulieren, dass wäre aus einer weißen, mittelklassegeprägten Perspektive absolut anmaßend. Deshalb sind diese ganzen Zeilen eher Fragen und Problematisierungen, denn fertige Antworten.</p>
<p>Aber by the way: Warum haben eigentlich die CD-MacherInnen diesen Track für den Sampler gewählt &#8211; und dann noch die Lyrics des Textes so zentral platziert?</p>
<p>Zugegeben: Ich bleibe bei diesen vielen Fragen etwas ratlos zurück&#8230;</p>
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		<title>Universität zerschlagen vs. Universitätskulturen züchten?</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/05/10/universitat-zerschlagen-vs-universitatskulturen-zuchten/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 17:09:33 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Engagierte Wissenschaft e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Verhältnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Rest der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[André Gorz]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Nächste Woche feiert die hiesige Alma Mater Lipsiensis (den meisten besser als Uni Leipzig von der Zunge gehend) &#8220;ihren&#8221; 600-jährigen Geburtstag mit einem Symposium zum Thema &#8220;Wissen und Geist: Universitätskulturen&#8221;. Das ganze ist aber wahrscheinlich keine heimliche Werbung für Joghurt mit seinen vermeintlich nahrhaften drehenden Kulturen.
Sondern unter den dreifaltigen Motti &#8220;Gründungskulturen&#8221;, &#8220;Gegenwartskulturen&#8221; und &#8220;Zukunftskulturen&#8221; werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nächste Woche feiert die hiesige Alma Mater Lipsiensis (den meisten besser als Uni Leipzig von der Zunge gehend) &#8220;ihren&#8221; 600-jährigen Geburtstag mit einem Symposium zum Thema <a href="http://www.uni-leipzig.de/unikulturen/index.html"><strong>&#8220;Wissen und Geist: Universitätskulturen&#8221;</strong></a>. Das ganze ist aber wahrscheinlich keine heimliche Werbung für Joghurt mit seinen vermeintlich nahrhaften <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joghurt#Bakterienkulturen">drehenden Kulturen.</a></p>
<p>Sondern unter den dreifaltigen Motti &#8220;Gründungskulturen&#8221;, &#8220;Gegenwartskulturen&#8221; und &#8220;Zukunftskulturen&#8221; werden wohl Vergangenheiten, Gegenwärte und Zukünfte der Leipziger Universität im besonderen und der Institution Universität im Allgemeinen ordentlich durchdacht und diskutiert. Ob dabei auch kritische Positionen ausgetauscht werden, ist schwer zu bewerten.<br />
Denn wenn wir beim Joghurt-Bild bleiben: Wenn eine (von mir vielleicht präferierte) linksdrehende Kulturbewegung der Universität angestoßen wird, wo endet dann diese Drehung? Als Pirouette wäre sie dann gleich wieder am Anfang des Drehbeginns. Es ist deshalb gar nicht so einfach, Bewegung einfach mal zu fordern und zu fördern, ohne im Stillstand zu verweilen.</p>
<p>Der französische Denker <strong><span style="xx-small;">André Gorz </span></strong><span style="xx-small;">hingegen fordert(e) schon 1970 konfrontativ und konsequent </span><strong><a href="http://www.bildungskritik.de/Texte/Unis_zerschlagen/unis_zerschlagen.htm">&#8220;Zerschlagt die Universität&#8221; </a></strong></p>
<p>Gorz formuliert es so:</p>
<blockquote><p>&#8220;1. Die Universität kann nicht funktionieren, also muss man verhindern, dass sie funktioniert, damit diese Funktionsunfähigkeit ans Tageslicht kommt. Keine irgendwie geartete Reform kann diese Institution lebensfähig machen; also muss man die Reformen bekämpfen, sowohl hinsichtlich ihrer Auswirkungen als auch ihrer Ziele und zwar nicht weil sie gefährlich, sondern weil sie illusorisch sind. Die Krise der Universität reicht (wie wir zeigen werden) über den Hochschulbereich hinaus und umfasst in ihrer Gesamtheit die gesellschaftliche und technische Arbeitsteilung; also muss diese Krise zum Ausbruch kommen. Man kann darüber diskutieren, wie und auf welche Weise diese Krise herbeizuführen ist. Es gibt gute und weniger gute Möglichkeiten. Allerdings ist Diskussion und Kritik nur dann sinnvoll, wenn sie von denen kommt, die eingesehen haben, dass der Reformismus unbedingt abzulehnen ist und zwar als Ganzes.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Diagnose, dass Universität und Gesellschaft viel mehr miteinander verwoben sind und die Krisen des Gesellschaftlichen und der (universitäter) Wissensproduktion und -verwaltung miteinander in Beziehung stehen, ist sicher eine richtige und wichtige Feststellung. Und diese Feststellung kommt in der aktuellen Debatte oft viel zu kurz.</p>
<p>Auch Reinhard Mohr proklamiert 1971 <a href="http://www.conne-island.de/nf/40/18.html">unter dem gleichen Titel</a> eine radikale Veränderung der Universität in der Gesellschaft:</p>
<blockquote><p>&#8220;Zerschlagt die Universität: Befreit sie von ihrer Funktion und Position innerhalb der gesellschaftlichen Organisation der Arbeitsteilung!<br />
Das heißt: Das Chaos vorantreiben, bis diese Uni für Krupp &amp; Co. endgültig unbrauchbar und unbeherrschbar wird.<br />
Das heißt: Nicht vergessen, was wir wollen.<br />
Festhalten an der konkreten Utopie einer Gesellschaft, die auf der Grundlage einer Produktion von Gebrauchswerten nur einen „Sachzwang“ kennt: Freiheit.<br />
Es lebe die Hochschulguerilla!<br />
Wir wollen alles.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was also tun? <a href="http://www.engagiertewissenschaft.de/content/view/74/81/">Für eine engagierte Wissenschaft</a> streiten und streiken, so mein Vorschlag. Im bourdieuschen Sinne also erstens darüber nachdenken, wie Wissensproduktion und Wissensverhältnisse im Joghurt der gesellschaftlichen Machtverhältnisse eingerührt (worden) sind. Und zweitens ist zu überlegen, zu welchen Drehungen und Wendungen in einer Gesellschaft engagierte Wissenschaft beitragen kann. Und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Rot vs. Gelb: Venezuela geht gegen die Simpsons vor</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2008/04/10/rot-gegen-gelb-venezuela-geht-gegen-die-simpsons-vor/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 10:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grenwi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn bisher noch große Teile der Linken in Deutschland (also nicht nur aus der sogenannten Partei, aber vor allem auch dort) die Vorgänge in Venezuela für eine hoffnungsvolle, sozialrevolutionäre und emanzipatorische Zukunftsschablone gehalten haben, so muss spätestens jetzt damit Schluss sein. Gestern wurde bekannt, dass das Regime in Caracas die großartigste Zeichentrickserie der westlichen Welt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn bisher noch große Teile der <a title="Was heißt Links?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Links">Linken</a> in Deutschland (also nicht nur aus der sogenannten Partei, aber vor allem auch dort) die Vorgänge in Venezuela für eine hoffnungsvolle, sozialrevolutionäre und emanzipatorische <a href="http://www.haendewegvonvenezuela.org/">Zukunftsschablone</a> gehalten haben, so muss spätestens jetzt damit Schluss sein. Gestern wurde bekannt, dass das Regime in Caracas die großartigste Zeichentrickserie der westlichen Welt, die Simpsons, aus dem Programm eines Privatsenders <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27689/1.html">streichen ließ</a>. Begründung für diesen Schritt war der angeblich potenziell schädliche Einfluss auf Kinder. <span id="more-4"></span></p>
<p>An dieser Stelle zeigt sich doch deutlich die hässliche anti-emanzipatorische Fratze des &#8220;Sozialismus des 21. Jahrhunderts&#8221;. Ein Land, in dem eine so intelligente, humorvolle und traditionsreiche Serie wie die Simpsons keinen öffentlichen Raum bekommt (und durch die Verbannung in den Untergrund nur noch viel mehr zum Kult wird), kann doch unmöglich noch Ansatz für irgendeine linke Perspektive bieten.</p>
<p>Trotzalledem gibt es Hoffnung: Ersetzt wurde die Serie auf dem Sendeplatz interessanterweise durch die für Minderjährige zwar auch nicht besser geeignete Trash-Kult-Serie &#8220;Baywatch&#8221;. Wir erinnern uns: Mit deren Hauptdarsteller hat doch schon einmal eine große Revolution ihren nötigen Anschub bekommen. Am <a href="http://youtube.com/watch?v=0zXiClnK8oE">31.12.1989</a> in Berlin war es David Hasselhoff (soweit ich mich erinnere), der nachdem die DDR-Bürger die Mauer schon großflächig angekratzt hatten, den Eisernen Vorhang endgültig zum Einsturz brachte. &#8220;I&#8217;ve been looking for freedom&#8221;, 20 Jahre später könnte es wieder allumpassendes Motto für die vergrandeten VenezolanerInnen werden.</p>
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