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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Fußball</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Das Fett regieren?</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 18:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Fett]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass &#8220;Fett&#8221; ekelig ist, z.B. wenn es aus der Pfanne spritzt und unsere Lieblingsklamotten versaut, das kommt uns ab und zu als vertrautes Ereignis vor. Es ist eben nicht wie Wasser einfach entfernbar.
Manchmal nervt es Menschen sogar an ihren Körpern. Einige finden &#8220;Fett&#8221; vielleicht sogar überhaupt nicht normal an und im Menschen, sondern sogar pervers, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass &#8220;Fett&#8221; ekelig ist, z.B. wenn es aus der Pfanne spritzt und unsere Lieblingsklamotten versaut, das kommt uns ab und zu als vertrautes Ereignis vor. Es ist eben nicht wie Wasser einfach entfernbar.</p>
<p>Manchmal nervt es Menschen sogar an ihren Körpern. Einige finden &#8220;Fett&#8221; vielleicht sogar überhaupt nicht normal an und im Menschen, sondern sogar pervers, extrem, oder in einer ähnlichen Art und Weise als deviant (nicht normal) klassifiziert. Das ist ein eventuell recht vertrauter Diskurs. Und den muss Mensch auch nicht mögen.</p>
<p>Allerdings wird es mir zur Zeit gesellschaftlich etwas zu ungemütlich, wenn ich immer mal wieder über Menschen lesen muss, die sich als &#8220;Fett&#8221; bezeichnen und dann noch sagen, dass das nicht mehr so weiter geht &#8211; und zwar nicht (allein) individuell, sondern das gleich auf die ganze Gesellschaft als Reformprojekt übertragen wollen. Das heisst: Dick sein ist doof &#8211; Abnehmen die Devise! Und &#8220;wir&#8221; sollen daraus auch unsere Lehren ziehen. Aha, das erzeugt das Aufstellen der Nackenhaare zur &#8220;Standing ovation&#8221; &#8230; Dazu folgendes Beispiel, dass ich in der Frankfurter Rundschau lesen durfe.</p>
<p>Zuletzt durften wir so einen Diskurs also bei Reiner (&#8220;Calli&#8221;) Calmund bewundern, der in der Frankfurter Rundschau (v. 18.8.09) dazu befragt wurde, warum er denn in einer Fernseh-Show öffentlich abnimmt.</p>
<p>Wer ist Reiner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reiner_Calmund">Calmund</a>, werden eventuell einiger Leute (zurecht!) fragen? Dass ist mal ein Fussball-Manager des Vereins Bayer 04 Leverkusen gewesen, also für die Nicht-Fussball-Interessierten nicht wirklich eine relevante Person.</p>
<p>Wie auch immer: Fett ist out und muss weg. Sonst &#8230; kommt &#8220;Iron Calli&#8221; oder die Gesellschafts-Absaug-Polizei, die sich um ihre Bevölkerung und ihre zu dicken Subjekte kümmern wird.</p>
<p>Dazu das erste passenden Zitate aus dem Interview mit &#8220;Calli&#8221;:</p>
<blockquote><p><em><br />
&#8220;FR: Woher kommt diese Maßlosigkeit?<br />
</em></p>
<p>R.C.: Ich komme aus ganz, ganz einfachen  Verhältnissen. Bei uns zu<br />
Hause hing der Brotkorb hoch. Wenn meine Eltern bei der Arbeit waren, habe ich gekocht – hauptsächlich in der Abteilung: Patisserie und Pudding.&#8221;</p></blockquote>
<p>Maßlosigkeit, wartet mal, ach ja, da war doch mal was &#8211; genau, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6llerei">Maßlosigkeit</a> ist auch eine Todsünde, die schon in der Bibel erwähnt wurde. Na dann, am&#8230;, ähh, ist ja alles klar: Denn die Bibel als transgeschichtliches Metawissen hat natürlich immer (noch) recht, oder?!</p>
<p>Der passende Kritik-Artikel zum &#8220;Fett-Diskurs&#8221; und der Maßlosigkeit der vermeintlichen &#8220;Unterschicht&#8221; steht übrigens in dem <a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1000/ts1000.php">Buch &#8220;Von &#8216;Neuer Unterschicht&#8217; und Prekariat&#8221;</a> und ist von Eske Wollrad geschrieben worden.</p>
<p>Unter dem Titel &#8220;WHITE TRASH – DAS RASSIFIZIERTE „PREKARIAT“ IM POSTKOLONIALEN DEUTSCHLAND&#8221; schreibt Wollrad zu unserem Thema:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ausschließungssysteme bilden notwendige Voraussetzungen für das<br />
Funktionieren einer Gesellschaft und arbeiten mit Dichotomisierungen:<br />
oben – unten, reich – arm, männlich – weiblich, Weiß – Schwarz, legal –<br />
illegal, gesund – krank (Foucault 1976: 57).&#8221;</p></blockquote>
<p>In unserem Fall ist es der kranke, fette weiße Mensch, der sich gefälligst wieder &#8220;normal&#8221; verkörpern soll. Calli ist dafür die beispielhafte Materialisierung und das Symbol des &#8220;kranken&#8221; bzw. nicht ganz gesunden Subjektes.</p>
<p>Wollrad weiter:</p>
<blockquote><p>&#8220;Imaginationen des Prekariats sind vielfach skandalisiert worden –<br />
auch in der Wissenschaft. So spricht der Historiker Paul Nolte von der<br />
neuen Unterschicht, in der sich gleichgültige und verkommene Lebensarten<br />
ausgebildet haben, in denen „Vernachlässigung, Verwahrlosung,<br />
im Extremfall Gewalt“ (Nolte 2006: 99) herrschen. Was diese neue Unterschicht<br />
kennzeichnet, ist nach Nolte vor allem das Defizitäre: Ernährungsdefizite,<br />
Bewegungsmangel, Sprachdefizite und Bildungsrückstände,<br />
dagegen besteht ein Übermaß an Fernseh- und Handykonsum<br />
(vgl. Kessel 2005), wobei diese Gruppe das sog. „Unterschichtsfernsehen“<br />
(RTL und SAT.1) (Nolte 2004: 42) favorisiert.<br />
Diese Defizite werden diskursiv mit moralisch ethischen Defiziten<br />
verkoppelt, anschaulich verdichtet auch in den Medien. Im Heft GEO<br />
Wissen 2005 zum Thema „Sünde und Moral“ werden u. a. die sieben<br />
Todsünden in einer Fotostrecke thematisiert: Die vierte Todsünde wird<br />
„soziale Verwahrlosung“ genannt:<em><br />
</em></p>
<p><em>„Soziale Verwahrlosung – diese Trägheit des Herzens – gibt es in allen Gesellschaftsschichten.<br />
Auffällig wird sie aber nur dort, wo sich innere Lieblosigkeit<br />
und äußere Wurstigkeit vereinen. Im so genannten white trash, der heruntergekommenen<br />
Lebensart eines Teils der Unterschicht, ergeben sie eine unansehnliche<br />
Melange: Menschen, die seelisch erkalten und unempfänglich werden<br />
für Signale jeglicher Art.“ (GEO Wissen 2005).</em></p>
<p>Das Bild zeigt eine Weiße Frau und einen Weißen Mann, die auf einem<br />
Sofa eine unansehnliche Mahlzeit zu sich nehmen. Beide sind leicht bekleidet,<br />
ihre Kleidung weist Flecken auf, und die Frau ist deutlich übergewichtig.<br />
Beide starren vor sich hin, zwischen ihnen sitzen ein Hund<br />
und eine Katze. Diese Bebilderung inszeniert nicht Armut, sondern<br />
„Verkommenheit“ und Schmutz, nicht Hunger, sondern abstossende Sättigung,<br />
welche in Fettleibigkeit mündet. Der White trash wird als Abschaum<br />
der Gesellschaft imaginiert, als wertloser Weißer Abfall, weil es<br />
ihm am Menschlichen, an Seele und an der Fähigkeit zu empfinden<br />
mangelt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei Calmund ist es nicht diese &#8220;Verkommenheit&#8221;, sonder &#8220;nur&#8221; der zu große, zu raumgreifende Körper, der ein Problem darstellt. (In dem Interview gibt es in der Mitte ein großes Bild von &#8220;Calli&#8221; mit dem T-Shirt zur Show auf seinem zum Problem gemachten Körperteil.) Calli ist deshalb nicht &#8220;white trash&#8221;, weil er noch an sich glaubt, weil er sich noch als menschliches Wesen sieht und sich empfindet &#8211; als zu dick.</p>
<p>Er hat (noch) nicht aufgegeben. Und, nicht zuletzt, er hat überhaupt die Möglichkeit, sich selbst zu inszenieren (bzw. sich inszenieren zu lassen). Denn &#8220;Calli&#8221; ist nicht &#8220;Unterschicht&#8221;, sondern ein Promi im Zirkuszelt der Kulturindustrie, irgendwo zwischen Privatfernsehen, Fußball-Industriellem-Komplex und dem Gesellschaftsspiel um eine gesunde Gesellschaft. Brot-und Spiele halt.</p>
<p>Und meine These: Er ist quasi die Anrufung an den White Trash, bzw. genau die Leute, die kurz davor stehen, zu ihm, zum &#8220;abgehängten Prekariat&#8221; zu werden. Er sagt stellvertretend: Leute &#8211; Lasst euch nicht hängen! Kämpft! Seid mutig! Nehmt ab um euer Leben! Und tut dies auch für &#8220;uns&#8221; alle. Es geht um das (Über-)Leben unserer Gesellschaft und unser Gesundheitssysteme!</p>
<p>Unglaublich, dieses Regieren über Fett &#8230;</p>
<p>Hier noch weitere Auszüge aus dem Interview:</p>
<blockquote><p>&#8220;FR: Wieso soll eine Diät ausgerechnet im Fernsehen funktionieren?</p>
<p>R.C.: Du stehst stärker unter Druck, wenn du weißt: Nächste Woche steigst du bei Stern-TV beim Jauch auf die Waage, du musst bei Twitter Rede und Antwort stehen. Außerdem hat mir das Fernsehen eine Ernährungsberaterin zur Seite gestellt, und ihr Rat zu Trennkost hat sich bewährt. Ich musste nicht mal hungern. Wenn Du dich mit einer Nulldiät ins Krankenhaus legst, nimmst du natürlich schneller ab, als wenn du intensiv trainierst. Wenn ich jeden Tag zehn Kilometer walke oder 30 Kilometer radele, baue ich Muskeln<br />
auf. Der Speck wird sozusagen in Muskeln umgewandelt. Die wiegen natürlich was. Aber ich schaffe das schon noch. Ich bin jetzt bei 28 Kilo weniger.</p>
<p>FR: War es Ihnen nicht peinlich, sich so fürs Fernsehen zu entblößen?</p>
<p>R.C.: Was mir nicht gefallen hat, ist die Szene, in der ich mit nacktem Oberkörper meinen EKG-Belastungstest mache. Ich sehe aus wie ein weißer Wal, der abgehauen ist. Aber eine Doku ist kein Wunschkonzert. Im richtigen Leben lege ich mich nicht mit nacktem Oberkörper an den Strand. Ein bisschen eitel bin auch ich.</p>
<p>FR: Haben Sie jemals ans Fettabsaugen gedacht?</p>
<p>R. C.: Nee, ich habe mich mal beraten lassen, ob man sich die Fettschürze wegmachen lassen kann. Aber das war mir unheimlich. Einige meiner Kumpels haben sich erfolgreich ein Magenband einsetzen lassen, aber die hatten danach keinen richtigen Appetit mehr. Für mich wäre das nur der letzte Ausweg.</p>
<p>FR: Lieber geben Sie sich im TV dem Spott preis: Was ist Ihr größter Antrieb beim Abnehmen?</p>
<p>R.C.: Die Angst vorm Sterben. Wenn man älter wird, schlagen die Bomben näher ein. Da verliert man Freunde. Ich habe fünf Kinder, drei Enkelkinder, eine junge Frau. Meine medizinischen Werte waren zwar gut, aber was nützt es dir, wenn du abends mit dem Bambusknüppel einen bekommst, und dann liegst du neben der Spur?</p>
<p>Interview: Antje Hildebrandt&#8221;</p></blockquote>
<p>Ach ja, die Bomben &#8230; wie schön, noch eine Kriegsmetapher zum Abschlussgebet. Also eher altes Testament. Hätte ich mir ja denken können. Nichts mit andere Wange hinhalten &#8230; die ist sich schon dünn trainiert. Na dann: gute Nacht &#8230;</p>
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		<title>&#8220;Angriff von rechts außen&#8221; &#8211; Fußball un&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 15:44:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sfr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipziger Verhältnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<category><![CDATA[Neonazismus]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter dem etwas plakativen, aber doch recht treffenden Titel &#8220;Angriff von rechts außen&#8221; findet sich in der aktuellen ZEIT ein umfangreiches Dossier von Ronny Blaschke über die gezielte Unterwanderung der Fanszene des Oberligavereins 1. FC  Lok Leipzig durch Neonazis. Hauptprotagonisten dieser &#8220;Unterwanderung&#8221; sind die NPD-Mitarbeiter Nils Larisch und Enrico Böhm, die im Juni auch (erfolglos) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem etwas plakativen, aber doch recht treffenden Titel <a href="http://www.zeit.de/2009/37/DOS-Lok-Leipzig">&#8220;Angriff von rechts außen&#8221;</a> findet sich in der aktuellen ZEIT ein umfangreiches Dossier von <a href="http://ronnyblaschke.de/">Ronny Blaschke</a> über die gezielte Unterwanderung der Fanszene des Oberligavereins 1. FC  Lok Leipzig durch Neonazis. Hauptprotagonisten dieser &#8220;Unterwanderung&#8221; sind die NPD-Mitarbeiter Nils Larisch und Enrico Böhm, die im Juni auch (erfolglos) für den Leipziger Stadtrat kandidierten. Über das Wirken von Larisch bei Lok und für die sächsiche NPD haben bereits die Journalisten Christopf Ruf und Olaf Sundermeyer in ihrem Buch &#8220;In der NPD&#8221; berichtet, siehe den Auszug <a href="http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=3053&amp;Itemid=241">&#8220;National Befreite Hooliganzone&#8221;</a>.</p>
<p>In dem ZEIT-Artikel wird sehr gut dargestellt, dass der vor einigen Jahren neu gegründete Traditionsverein anfangs nicht gerade wählerisch bei seinen Mitgliedern und Mitarbeitern war. So durfte Larisch den Fanartikelverkauf übernehmen, obwohl schon damals bekannt war, dass er in der Neonazi-Szene aktiv ist und das Stadion zur &#8220;National Befreiten Zone&#8221; machen will.</p>
<p>Auf die unrühmliche Rolle des Leipziger Fanprojekts wird ebenfalls eingegangen. So durften dort lange Zeit rechte Fangruppen wie die Blue Caps schalten und walten. Laut ZEIT hat Böhm, der sich u.a. beim Internetradio von Lok engagierte, den Fanklub innerhalb von zwei Jahren &#8220;in eine rechtsextreme Bruderschaft verwandelt&#8221;, die eng mit der NPD kooperiert. Im Februar 2008 soll er in dem öffentlich geförderten, sozialpädagogischen Projekt ein Treffen mit NPD-Funktionären organisiert haben, bei dem die Strategie für den Kommunalwahlkampf besprochen wurde. Erst im September 2008 wurde gegen Böhm ein Hausverbot für das Fanprojekt ausgesprochen. Dessen Leiter lehnte es trotz mehrfacherer Gespräche ab, in der ZEIT genannt oder zitiert zu werden. Derzeit sucht das Jugendamt einen neuen Träger für das Projekt.</p>
<p>Auch bei den Spielen von Lok sind Larisch und Böhm nun nicht mehr erwünscht. Was sie aber nicht daran hindert, vor dem Stadion und in den Internetforen des Vereins weiter Anhänger für die NPD zu rekrutieren. Die werden dann durch Arbeitseinsätze im Lindenauer NPD-Zentrum, Konzerte und Aktionen an die Partei gebunden. Blaschke weist auch auf die hohe Gewaltbereitschaft der neonazistischen Hooligans hin, die ihre Aggresionen u.a. durch Überfälle auf die als links geltenden Fans der BSG Chemie ausleben. &#8220;Natürlich müssen sich unsere Jungs hauen können&#8221;, wird ein Blue-Caps-Mitglied zitiert. Fußball sei für ihn wie Politik &#8211; &#8220;es zählt das Gesetz des Stärkeren&#8221;.</p>
<p>Bei so einem Politikverständnis ist es nicht verwunderlich, dass sich zu Enrico Böhm im Bundeszentralregister Einträge wegen Körperverletzung, Volksverhetzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, Urkundenfälschung, Hausfriedensbruch, Landfriedensbruch, Unterschlagung und Diebstahl finden. Bei der Stadtratswahl hat er als Kandidat für die NPD in seinem Wahlkreis mit so einer &#8220;Bilanz&#8221; immerhin 3,5 Prozent bekommen. Nils Larisch hat bei der Landtagswahl, bei der er ebenfalls für die NPD ins Rennen ging, als Direktkandidat 4,0 Prozent der Stimmen geholt.</p>
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		<title>National dominierte Zone Colditz? Auch Couragebefreiter &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 10:06:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsrassismus]]></category>
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		<description><![CDATA[In Colditz, Sachsen, einer Stadt von ca. 5000 Einwohnern, hat sich in den letzten Wochen ein Skandal sondergleichen abgespielt. Eine Stadtverwaltung inklusive Bürgermeister und Polizei lässt sich von Nazis davon abhalten, ein alternatives Fussballturier zu unterstützen. Das schreit zum &#8230;! Zivilcourage? Fehlanzeige! Arsch in der Hose? Nix zu machen! Mal ein Funken nachdenken und verstehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Colditz, Sachsen, einer Stadt von ca. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colditz">5000 Einwohnern</a>, hat sich in den letzten Wochen ein Skandal sondergleichen abgespielt. Eine Stadtverwaltung inklusive Bürgermeister und Polizei lässt sich von Nazis davon abhalten, ein alternatives Fussballturier zu unterstützen. Das schreit zum &#8230;! Zivilcourage? Fehlanzeige! Arsch in der Hose? Nix zu machen! Mal ein Funken nachdenken und verstehen wollen? No chance.</p>
<p>Scheisse, wie viele Leute müssen noch Gewalt erleiden, diskriminiert werden, oder sonst wie Angst und Einschüchterung erleben, bis diese Provinzfischgräten und Oberkotzbrocken mal aufwachen und begreifen: &#8220;Es ist viel zu Spät, wenn ihr geht!&#8221; (nach Turbostaat). Verdammt, wacht endlich auf ihr dumpfbrotgeladenes Hasenfussgelumpe. Colditz, Verdammt!</p>
<p>Der <a href="http://www.zeit.de/online/2009/35/colditz-fussballturnier-nazis?page=1">dazugehörige Artikel in der Zeit</a> ist übrigens eindeutiger als meine Überschrift. Er sagt: ja, Colditz ist eine National dominierte Zone &#8211; ich kann dem nur zustimmen und ergänzen: In Sachen offizieller Stadtpolitik ist diese Stadt auch eine demokratie und -couragefreie Zone. This Sucks!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fußball die Dritte: &#8220;Integrationstest Halbfinale&#8221;?</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2008/06/28/fusball-die-dritte-integrationstest-halbfinale/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2008 12:50:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nation]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Halbfinale der Europameisterschaft schien schon im Vorfeld ganz besonders viele Nerven zu treffen.
Schon seit einigen Wochen wird über die &#8220;richtige&#8221; Nationalmannschaft für deutschtürkische Fußballer diskutiert (vgl. taz, Cem Özdemir in der FAZ, u.v.m&#8230;.) In der türkischen Nationalmannschaft spielte in dieser EM mit Hamit Altintop lediglich ein Spieler eines deutschen Clubs. Seitdem klar wurde, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Halbfinale der Europameisterschaft schien schon im Vorfeld ganz besonders viele Nerven zu treffen.</p>
<p>Schon seit einigen Wochen wird über die &#8220;richtige&#8221; Nationalmannschaft für deutschtürkische Fußballer diskutiert (vgl. <a href="http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-fussball-em-2008/artikel/1/die-neuen-deutschlinge/">taz</a>, <a href="http://www.faz.net/s/Rub50CB16F2CCB7495BBAB0A154CC647299/Doc~EAA803A13B14E4CB78BD7BFC537A73532~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell">Cem Özdemir in der FAZ</a>, u.v.m&#8230;.) In der türkischen Nationalmannschaft spielte in dieser EM mit Hamit Altintop lediglich ein Spieler eines deutschen Clubs. Seitdem klar wurde, dass &#8220;Deutschland&#8221; und &#8220;die Türkei&#8221; sich im Halbfinale gegenüberstehen würden, überboten sich die Medien mit allerlei Schlagzeilen und Fotomontagen. Während BILD &#8220;Wir gegen die Türken&#8221; titelte (siehe <a href="http://andersdeutsch.blogger.de/stories/1158908/">Foto</a>), machte die <a href="http://www.ftd.de/sport/euro2008/splitter/:Integrationstest%20Halbfinale/376896.html">Financial Times Deutschland</a> das Halbfinale zum &#8220;Integrationstest&#8221;, den die taz mit ihrem Halbfinaltag- <a href="http://img2.freeimagehosting.net/uploads/930de397a1.png">Titelbild </a>vermutlich bestanden haben dürfte. Doppelte Loyalitäten &#8211; sonst ein Schreckgespenst, das unbedingt verhindert werden muss &#8211; werden im Fußball plötzlich toleriert. Dass <a href="http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-fussball-em-2008/artikel/1/der-deutsche-aus-polen/">&#8220;der Deutsche aus Polen</a>&#8221; <a href="http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2008_23_00_02.htm">&#8220;die Kraft der zwei Herzen&#8221;</a> hat, wissen wir nicht erst, seit er bei seinen Toren gegen Polen nicht richtig jubelte. So lange er sie aber schießt, darf er das auch. Auch Hamit Altintop hat <a href="http://www.welt.de/sport/em2008/article2141389/Deutsch-Tuerke_Altintop_hat_Kraft_der_zwei_Herzen.html">&#8220;die Kraft der zwei Herzen&#8221;</a> &#8211; laut <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a1&amp;dig=2008%2F06%2F10%2Fa0040&amp;cHash=3afc071e30">taz</a> gilt das für etwa 50 EM-Stars.</p>
<p>&#8220;Heimatland gegen Heimatland&#8221; titelte die <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/weltfussball/special/960/142646/index.html/sport/weltfussball/artikel/714/182150/article.html">Süddeutsche</a> &#8211; der Autor war mit der &#8220;Hauptsache, wir gewinnen&#8221;-Einstellung nicht allein, bedenkt man z.B. die <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article575302/Berlins_Tuerken_gewinnen_das_Halbfinale_in_jedem_Fall.html">Berliner Morgenpost</a> oder die im ZDF-Morgenmagazin interviewten SchülerInnen und LehrerInnen einer deutsch-türkischen Schule. Für das ZDF befinden &#8220;wir&#8221; uns sowieso im <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/29/0,3672,7258013,00.html">Multikulti-Fußballrausch</a>.</p>
<p>Wenig überraschend bot und bietet die EM viele Gelegenheiten für die &#8220;harmlose&#8221; Reproduktion nationaler Stereotype &#8211; die auch freudig genutzt wurden &#8211; sowie für das &#8220;harmlose&#8221; Fahnenschwenken. (Ein paar &#8220;harmlose&#8221; Hitlergrüße und Sieg-Schreie sind dabei nicht der Rede wert.) Nach dem Halbfinale werden nun wieder die Gemeinsamkeiten betont. &#8220;Ein Sommermärchen zwischen Currywurst und Döner&#8221; habe auf der Berliner Fanmeile stattgefunden, so BILD. <a href="http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/06/26/das-geilste-fan-fest/soviele-fahnen-gabs-noch-nie,geo=4955062.html">&#8220;So viel Fahne hatten wir noch nie!&#8221;</a> schreibt die Zeitung denn im Überschwang etwas geschichtsvergessen &#8211; zwar berichtet BILD nach eigenem Bekunden &#8220;leider erst seit 1952&#8243;, aber die Fahnenmeere zur WM 2006 auszublenden grenzt an Demenz. Currywurst und Döner haben sich aber in verschiedenen deutschen Städten auch nicht so gut verstanden &#8211; jedenfalls wurden Dönerläden Zielscheibe rassistischer Angriffe, unter anderem in Dresden. Da möchte man nicht wissen, was passiert wäre, wenn die Türkei ins Finale eingezogen wäre.</p>
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		<title>Fußball die zweite: 6+5=Weltfußballrettungsformel?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 20:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschsein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Die FIFA hat auf ihrer Konferenz in Sydney Ende Mai eine Resolution zur so genannten 6+5-Regel verabschiedet. In mehreren Schritten soll diese dafür sorgen, dass künftig (zur Saison 2012/2013) für jede Fußballmannschaft bei Anpfiff mindestens sechs Spieler auf dem Rasen stehen, die spielberechtigt für die Nationalmannschaft des Staates sind, auf dessen Gebiet der Verein seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://de.fifa.com/aboutfifa/federation/bodies/media/newsid=783638.html#fifa+kongress+unterstutzt+ziele">FIFA</a> hat auf ihrer Konferenz in Sydney Ende Mai eine Resolution zur so genannten 6+5-Regel verabschiedet. In mehreren Schritten soll diese dafür sorgen, dass künftig (zur Saison 2012/2013) für jede Fußballmannschaft bei Anpfiff mindestens sechs Spieler auf dem Rasen stehen, die spielberechtigt für die Nationalmannschaft des Staates sind, auf dessen Gebiet der Verein seinen Sitz hat. Einfacher gesagt: es stehen mehr &#8220;Inländer&#8221; als &#8220;Ausländer&#8221; auf dem Platz. Obwohl diese Resolution gegen europäisches Recht verstößt, unterstützt sie auch die UEFA.<span id="more-16"></span></p>
<p><strong>It&#8217;s the economy, stupid! </strong></p>
<p>Die FIFA hat natürlich Recht damit, dass die aktuelle Konzentration auf reiche Klubs in reichen Ländern für die <em>&#8220;seit nunmehr 100 Jahren anhaltende weltweite Entwicklung&#8221;</em> des Fußballs gerade auch in finanzschwächeren Weltregionen nicht erstrebenswert ist. Interessant ist allerdings der Argumentationsverlauf. Zwar geht es um ökonomische Ungleichheiten &#8211; diese werden aber zunächst als nicht näher bezeichnete <em>&#8220;Ungleichgewichte zwischen den Kontinenten, den Ländern und den Fußballakteuren&#8221;</em> beschrieben. Zudem stehen sie nicht im Vordergrund, sondern erscheinen lediglich als Effekt des Verlusts der nationalen Identität im Klubfußball, der auf die Verbandsmannschaften überschwappt: <em>&#8220;Der Verlust der nationalen Identität der Klubs gefährdet die Verbandsmannschaften und hat die Kluft zwischen den Klubs vertieft, womit die bestehenden finanziellen und sportlichen Gegensätze zwischen den Klubs noch stärker und die Klubwettbewerbe noch einseitiger und berechenbarer werden.&#8221; </em>Dieser Verlust ist es schließlich, der bekämpft werden soll &#8211; dadurch soll unter anderem auch die Identifikation der Fans vor Ort mit &#8220;ihren&#8221; Vereinen steigen.</p>
<p><strong>6+5 &#8211; die Antwort auf welches Problem? </strong></p>
<p>Wie soll nun aber die neue Regelung der Entwicklung des Weltfußballs dienen? Wenn ihre Chancen auf Verträge im Ausland sinken, ohne dass die Finanzkraft der Vereine vor Ort steigt, entwickelt sich die Lage für talentierte FußballerInnen aus ärmeren Regionen zunächst zum Schlechteren. Da die 6+5-Formel audrücklich nur für Spielbeginn gilt und das Verhältnis zu Spielende daher auch 3+8 betragen darf, gerät die Identitäts-Begründung ohnehin zur Farce.</p>
<p>Warum sollten &#8220;wir&#8221; uns überhaupt eher mit &#8220;einheimischen&#8221; FußballerInnen identifizieren als mit anderen? Ist es nicht so, dass &#8220;die anderen&#8221; dann ganz schnell zu &#8220;uns&#8221; gehören, wenn sie &#8220;unserem Verein&#8221; Punkte bringen? Rassismus im Stadion wird dadurch, dass &#8220;AusländerInnen&#8221; zu Spielbeginn in der Unterzahl sein müssen, gewiss nicht weniger werden. Mehrfach-Zugehörigkeiten und wechselnde Loyalitäten sind im Profisport salonfähig geworden. Warum nun dieser Rollback? Und schließlich: warum ist &#8220;unsere&#8221; Identifikation mit dem Verein eigentlich wichtiger als die von Fans in anderen Weltregionen? Pläne der englischen Premier League für Spiele im Ausland (siehe u.a. <a href="http://www.guardian.co.uk/football/2008/feb/07/newsstory.premierleague">Guardian</a>) scheinen eher in eine andere Richtung zu weisen.</p>
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		<title>Fußball die erste: Nationalstolz schlecht fürs Klima</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 19:59:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Nation]]></category>

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		<description><![CDATA[Pünktlich zur EM  (oder muss man jetzt &#8220;Euro 2008&#8243; sagen?) erreichte uns schon am 28. Mai die erfreuliche Nachricht, dass die Autofähnchen, die schon wieder massenweise verhökert und zur Schau gestellt werden (kann man noch irgendwo Kartoffelchips ohne Gratisfähnchen kaufen?), den Spritverbrauch steigern. Das berichten u.a. der Spiegel und die Website stromspar-tipps.de. Auch für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pünktlich zur EM  (oder muss man jetzt &#8220;Euro 2008&#8243; sagen?) erreichte uns schon am 28. Mai die erfreuliche Nachricht, dass die Autofähnchen, die schon wieder massenweise verhökert und zur Schau gestellt werden (kann man noch irgendwo Kartoffelchips ohne Gratisfähnchen kaufen?), den Spritverbrauch steigern. Das berichten u.a. der <a href="http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,555742,00.html">Spiegel</a> und die Website <a href="http://www.stromspar-tipps.de/index.php/fusball-em-fahne-am-auto-erhoht-spritverbraucher/">stromspar-tipps.de</a>. Auch für NichtexpertInnen einleuchtend: die Fähnchen, egal welcher Couleur, erhöhen den Luftwiderstand und der Verbrauch steigt, &#8220;nicht linear, sondern überproportional&#8221;.</p>
<p>Dass wir deswegen von Fähnchen oder Autokorsos verschont bleiben würden, musste schon vor Beginn der EM als illusorisch gelten. Schließlich scheint in Sachen Nation und/oder Auto die Ratio zu versagen. Wie anders wäre der Leipziger Protest zahlloser LKW- und TransporterfahrerInnen zu verstehen, die mittels Stop-and-Go im Innenstadtverkehr gegen die hohen Spritpreise protestierten (siehe Diskussion im <a href="http://forum.lvz-online.de/showthread.php?p=14411">LVZ-Forum</a>)?</p>
<p>Freundliche FähnchenentfernerInnen können sich zukünftig also im Wissen sonnen, nicht nur etwas gegen Nationalismus, sondern auch was fürs Klima zu tun.</p>
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