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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Heteronormativität</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Die Schwangerschaftsvermutung</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 22:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das erste Mal war ich ziemlich überrascht. Ein Kommilitone fragte mich, ob denn die Gerüchte stimmten und man gratulieren dürfe. Ich war etwas perplex und fragte: welche Gerüchte? Dass ich schwanger sei. Ich verneinte. Das war vor etwa fünf Jahren. Inzwischen bin ich dreißig und nicht mehr überrascht. Aber so langsam werde ich wütend. 
Ehemalige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das erste Mal war ich ziemlich überrascht. Ein Kommilitone fragte mich, ob denn die Gerüchte stimmten und man gratulieren dürfe. Ich war etwas perplex und fragte: welche Gerüchte? Dass ich schwanger sei. Ich verneinte. Das war vor etwa fünf Jahren. Inzwischen bin ich dreißig und nicht mehr überrascht. Aber so langsam werde ich wütend. <span id="more-239"></span></p>
<p>Ehemalige Klassenkameradinnen, flüchtige Bekanntschaften, wildfremde Kellner_innen, berufliche Kontakte stellen diese und verwandte Fragen mit einer Selbstverständlichkeit, die irritiert. Auslöser sind regelmäßig meine Kleidung, meine Figur, die Tatsache, dass ich manchmal alkoholfreies Bier bestelle (und auch gern trinke). Die Ursache? Vermutlich, dass ich eine Frau bin, im gebärfähigen Alter, wie man sagt. Zu bestimmten Gelegenheiten – wie Klassentreffen – achte ich darauf, möglichst früh mit brennender Zigarette im Mund und Alkohol in der Hand aufzutreten. Egal, wie das sonst wirken mag. Hauptsache: diese Frage vermeiden.</p>
<p>Bedeutungsschwangere Blicke von der Freundin beim Bestellen des alkoholfreien Biers. „Hast Du mir was zu sagen?“ Beim dritten alkoholfreien Bier (in einer Kneipe, in der ich noch nie gewesen war) fragt die Kellnerin, warum ich dieses Getränk bestelle: weil ich fahren muss, weil ich schwanger bin oder weil es schmeckt? Der ältere Mann, mit dem ich eine Schlüsselübergabe nach einer Party mache, fragt mich beim Smalltalk, wann ich denn Mama werde, wann es denn so weit ist. Die Klassenkameradin beim Klassentreffen, der ich erzähle, dass ich mit einem Mann zusammenlebe, fragt mit Blick auf meine Zigarette und mein Oberteil (man nennt sowas, glaube ich, Tunika): aber schwanger bist Du nicht, oder? Ein Bekannter aus politischen Zusammenhängen ist aus irgend einem Grund der Meinung, dass ich ein Kind habe. Die Sekretärin des Lehrstuhls, an dem ich einmal beschäftigt war, ist sich hingegen nicht mehr sicher, ob es eines oder zwei waren.</p>
<p>Ich habe kein Kind. Ich bin nicht schwanger. Und es geht euch nichts an. Die Vermutung mag amüsant, gar freundlich sein – die Frage ist unverschämt.</p>
<p>Ist den Leuten nicht klar, wie intim diese Frage ist? Nach meinem Gewicht, meiner Lebensplanung, meiner Sexualität, meiner Gesundheit, meinem Beziehungsglück würden diese Menschen mich üblicherweise nicht fragen. All diese und noch mehr sensible Punkte sind mit der Frage nach der Schwangerschaft berührt. Warum halten sie sich für berechtigt, die Frage zu stellen und nicht andere? Ich muss an einen <a href="http://jessicavalenti.com/?p=580">Blog-Post von Jessica Valenti</a> denken, die darüber berichtet, wie wildfremde Menschen sich aufgrund ihrer Schwangerschaft berechtigt fühlen, ihren Bauch anzufassen. Der weibliche Körper wird mit der Schwangerschaft zum öffentlichen Gut, so die Analyse: die Frau hat eine Intimsphäre, die (werdende) Mutter nicht (<a href="http://www.thecowgoddess.com/mamablog/images/privatesphere.gif">siehe auch hier</a>). Daran anschließend frage ich mich: ist mein Ärgernis eine Erweiterung davon? Endet mein Recht auf Privatsphäre schon da, wo es um meine potenzielle Rolle als Kinderproduktionsstätte geht? Bin ich darüber auskunftspflichtig? Es geht hier nicht um gekränkte Eitelkeit, damit komme ich klar. Es geht um die Zumutung – eine Zumutung, der Teenager, Männer und dünne Frauen vermutlich seltener ausgesetzt sind.</p>
<p>Ein junger Mann, den ich zum ersten Mal treffe, fragt, ob ich schon Kinder hätte und ob ich bald welche will. Wenn wildfremde Leute mich anlächeln, frage ich mich auch schon, ob es an der Schwangerschaftsvermutung liegt. Denn Schwangere lächelt man an. So heißt es.</p>
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		<title>&#8220;schön&#8221; oder &#8220;stolz&#8221; &#8211; daily sexism</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2010/04/06/schon-oder-stolz-daily-sexism/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 11:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gegen das Verkaufen schöner Kleidung für Schwangere mit dem nötigen Kleingeld ist an sich nichts einzuwenden. Unter Verkaufsgesichtspunkten liegt es auch nahe, das Sortiment um Baby- und Kinderkleidung zu erweitern. Aber der Werbeslogan dieses Ladens in der Leipziger Südvorstadt hat es in sich:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gegen das Verkaufen schöner Kleidung für Schwangere mit dem nötigen Kleingeld ist an sich nichts einzuwenden. Unter Verkaufsgesichtspunkten liegt es auch nahe, das Sortiment um Baby- und Kinderkleidung zu erweitern. Aber der Werbeslogan dieses Ladens in der Leipziger Südvorstadt hat es in sich:</p>
<p><a href="http://www.diffusionen.de/wp-content/uploads/2010/04/9m.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-158" title="9m" src="http://www.diffusionen.de/wp-content/uploads/2010/04/9m-425x282.jpg" alt="" width="425" height="282" /></a></p>
<p>Lassen wir uns das noch mal auf der Zunge zergehen:</p>
<p><a href="http://www.diffusionen.de/wp-content/uploads/2010/04/schön-oder-stolz.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-159" title="schön oder stolz" src="http://www.diffusionen.de/wp-content/uploads/2010/04/schön-oder-stolz-425x129.jpg" alt="wer darf/soll schön, wer stolz sein?" width="425" height="129" /></a></p>
<p>Das wirft interessante Fragen auf: Wer darf/soll schön sein? Wer darf/soll stolz sein und worauf?</p>
<p>Die Antworten möge sich jede_r selbst denken &#8211; und gerne in den Kommentaren teilen.</p>
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		<title>Die Reproduktion der Geschlechter-Binarität</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/09/12/die-reproduktion-der-geschlechter-binaritat/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 13:49:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Heteronormativität]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Weltmeisterin Semenya ein Zwitter?&#8221; steht am 11.9. auf dem GMX-Portal. Wer auf den Link klickt, erhält sogleich die Antwort: &#8220;Zeitung enthüllt: Leichtathletik-Weltmeisterin Caster Semenya ist ein Zwitter.&#8221;
Unmengen Artikel wurden über die 18-Jährige Mittelstreckenläuferin Caster Semenya und ihre sexuelle Identität geschrieben und ich will hier nur eine kleine Zusammenschau bieten. Besonders geht es dabei um die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://portal.gmx.net/de/themen/sport/index,cc=000000055300088961204cuS5D.html">&#8220;Weltmeisterin Semenya ein Zwitter?&#8221;</a> steht am 11.9. auf dem GMX-Portal. Wer auf den Link klickt, erhält sogleich die Antwort: <a href="http://portal.gmx.net/de/themen/sport/sportmix/8896120-Zeitung-Semenya-ist-ein-Zwitter-IAAF-reagiert.html">&#8220;Zeitung enthüllt: Leichtathletik-Weltmeisterin Caster Semenya ist ein Zwitter.&#8221;</a></p>
<p>Unmengen Artikel wurden über die 18-Jährige Mittelstreckenläuferin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caster_Semenya">Caster Semenya</a> und ihre sexuelle Identität geschrieben und ich will hier nur eine kleine Zusammenschau bieten. Besonders geht es dabei um die Sprache, die verwendet wird. Die Bezeichnung von Caster Semenya als &#8220;Zwitter&#8221; ist nur die Spitze des Eisbergs.</p>
<p>Die Irritation begann gleich am Tag von Caster Semenyas Sieg über 800 Meter bei der Leichtathletik-WM in Berlin. Da war ein Mann im Fernsehen, der sagte, es würden &#8220;gender determination tests&#8221; an Semenya durchgeführt, die chromosomale, gynäkologische und hormonelle Tests ebenso beinhalteten wie psychologische Tests und Röntgenaufnahmen. Für mich als aufmerksame <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gender">Wikipedia</a>-Leserin* erschloss sich nicht, warum zur Bestimmung des &#8220;&#8217;sozialen&#8217; oder &#8216;psychologischen&#8217; Geschlechts&#8221; nach innenliegenden Geschlechtsorganen oder hohen Testosteronwerten gefahndet werden müsse. Man könnte Caster Semenya einfach fragen und hey, wer weiß, vielleicht wäre ja ihre Teilnahme am Wettbewerb für Frauen ein kleines Indiz. Diesem Mann im Fernsehen ging es selbstverständlich nicht um &#8220;gender&#8221;, sondern um &#8220;sex&#8221;. Zur Disposition stand das biologische Geschlecht Caster Semenyas, verbunden mit der Vorstellung, dieses ließe sich immerhin dahingehend eindeutig determinieren, dass als Frau nur zu gelten habe, wer &#8220;ausschließlich&#8221; Frau sei. Also mit Uterus, ohne Hoden, mit &#8220;normalen&#8221; Testosteronwerten.</p>
<p>Dass &#8220;Gender&#8221; für viele nichts anderes ist als ein irgendwie höflicheres oder moderneres Wort für &#8220;Geschlecht&#8221;, wird nicht nur daran deutlich. Dass dieses soziale Geschlecht nur als männlich oder weiblich denkbar sei, sagt uns jeder Fragebogen. Aber das am Rande. Es soll hier um den &#8220;Fall&#8221; Caster Semenya gehen.</p>
<p>Also zurück zur Berichterstattung. Nach diesem Abend in Berlin ging es (wieder auf <a href="http://portal.gmx.net/de/themen/sport/sportmix/8756062-Caster-Semenya-Frau-oder-Mann,page=0.html">GMX</a>) so los:</p>
<blockquote><p>Seit gestern Abend rätseln die Sportfans: Ist Caster Semenya &#8211; frischgebackene Leichtathletik-Weltmeisterin &#8211; wirklich eine Frau?</p></blockquote>
<p>Die Boulevardpresse titelt ähnlich: &#8220;Ist diese Weltmeisterin ein Mann?&#8221; (BILD), &#8220;Prove You Are Not A Boy!&#8221; (ein südafrikanisches Boulevardblatt, das leider namenlos bleibt: Titelbild <a href="http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/full/semenya_b.jpg">hier</a>), etc.</p>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/xy-ungeloest/">taz</a> macht einen Artikel, der sich später durchaus kritisch mit der Frage der Eindeutigkeit des biologischen Geschlechts auseinandersetzt, dann doch lieber wie folgt auf:</p>
<blockquote><p>Es müssen nicht immer Dopingmittel sein, mit denen sich Athleten einen Vorteil verschaffen. Manchmal rennt eine Sie einfach nur schnell, weil sie ein Er ist.</p></blockquote>
<p>Das klingt so, als hätte Caster Semenya sich absichtlich einen Vorteil verschafft, als hätte sie betrogen. So etwas geschehe, staatlich begünstigt, &#8220;vor allem in Entwicklungsländern&#8221;, so IAAF-Mitglied Digel in der Süddeutschen Zeitung. Das ganze Bohei hat also auch etwas damit zu tun, dass Semenya aus Südafrika kommt &#8211; und, wie hier auf <a href="http://transgriot.blogspot.com/2009/08/women-come-in-all-shapes-body-sizes.html">TransGriot</a> und elaborierter auf <a href="http://www.feministe.us/blog/archives/2009/09/11/caster-semenya-case-opening-old-wounds/">feministe</a> ausgeführt, auch damit, dass sie Schwarz ist. Ganz nebenbei: Semenya ist zwar sehr schnell gelaufen und hat eine Jahresbestzeit hingelegt. Diese liegt aber noch deutlich (mehr als 2 Sekunden) über dem aktuellen Weltrekord der Frauen.</p>
<p>Der erste Artikel auf <a href="http://www.feministing.com/archives/017341.html">feministing</a> dazu kritisiert die Sprache der unterlegenen Läuferinnen. &#8220;These kinds of people should not run with us&#8221;, habe die Sechstplatzierte gesagt. Auf die Spitze treibt es die bekannte britische Feministin Germaine Greer im <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/2009/aug/20/germaine-greer-caster-semenya">Guardian</a>. In ihrem Artikel zum Thema schreibt sie, dass Transmenschen (nebenbei: darum geht es hier ja gar nicht) an Wahnvorstellungen leiden:</p>
<blockquote><p>Nowadays we are all likely to meet people who think they are women, have women&#8217;s names, and feminine clothes and lots of eyeshadow, who seem to us to be some kind of ghastly parody, though it isn&#8217;t polite to say so. We pretend that all the people passing for female really are. Other delusions may be challenged, but not a man&#8217;s delusion that he is female.</p></blockquote>
<p>Hier ein Artikel auf <a href="http://www.thefword.org.uk/blog/2009/08/greer_shows_her">the f-word</a>, der Greers etwas widersprüchlichen Artikel kritisch kommentiert.</p>
<p>Und was machen Frauen, die angeblich nicht weiblich genug aussehen? Richtig, sie bekommen ein <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/8243553.stm">Makeover</a> (siehe auch <a href="http://www.feministing.com/archives/017626.html">hier</a> und <a href="http://www.nydailynews.com/news/world/2009/09/09/2009-09-09_athlete_caster_semenya_forced_to_take_gender_test_to_determine_sex__appears_as_g.html">hier</a>).</p>
<p>Nun also sind inoffizielle Ergebnisse im Umlauf und unter anderem GMX und die <a href="http://www.welt.de/sport/article4511011/Weltmeisterin-Semenya-soll-ein-Zwitter-sein.html">Welt</a> entscheiden sich für die Bezeichnung &#8220;Zwitter&#8221;. Diese ist  bezogen auf Menschen nicht (mehr) besonders gebräuchlich und außerdem unzutreffend &#8211; selbst im o.g. taz-Artikel steht, dass &#8220;echte Zwitter&#8221; beim Menschen selten seien. Gemeint sind hier Menschen mit &#8220;männlichen&#8221; und &#8220;weiblichen&#8221; äußeren Geschlechtsorganen, ein Phänomen, das auch als Hermaphroditismus bezeichnet wird/wurde. Für die Situation, die in Bezug auf Semenya behauptet wird &#8211; eine &#8220;Nichtübereinstimmung&#8221; innerer und äußerer Geschlechtsorgane &#8211; wäre der Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t">Intersexualität</a> korrekter und geläufiger.</p>
<p>Dass sich nicht alle Menschen den Idealtypen &#8220;Mann&#8221; und &#8220;Frau&#8221; zuordnen lassen, ist längst bekannt. Dennoch wird an der Binarität festgehalten, wie dieses Beispiel aus o.g. Welt-Artikel zeigt:</p>
<blockquote><p>„Manchmal ist die Bestimmung des Geschlechts eine willkürliche Festlegung im großen Kontinuum zwischen männlich und weiblich“, warnt der Hormonexperte Martin Bidlingmaier von der Ludwig-Maximilians-Universität München, „es gibt etliche Frauen, die nach wissenschaftlichen Kriterien eigentlich Männer sind.“</p></blockquote>
<p>Ungefährlich sind solche Tests und Zuordnungsversuche auch bei erwachsenen Menschen nicht. Die indische Mittel- und Langstreckenläuferin Santhi Soundarajan unternahm einen Selbstmordversuch, nachdem ihre Chromosomen als männlich identifiziert wurden.</p>
<p>Hier noch ein guter zusammenfassender Artikel auf <a href="http://www.theroot.com/views/semenyas-race-and-sex-struggle">The Root</a>.</p>
<p>* (man denke sich ein Augenzwinkern dazu)</p>
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		<title>Frau bleibt Frau?</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2008/07/02/frau-bleibt-frau/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 13:37:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der heutigen taz: zwei Meinungen zur Schwangerschaft des Transsexuellen Thomas Beatie und zur Frage, ob Beatie nun Vater oder Mutter des Kindes sei. Mein Ironiedetektor konnte im Beitrag von Arno Frank nicht genug Ironieindizien feststellen, um bei Aussagen wie der, Beatie sei kein Mann, &#8220;sondern eine schrecklich verstümmelte Frau&#8221;, aufzublinken.  Wie Frank richtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen <a href="http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/mutter-oder-vater/">taz</a>: zwei Meinungen zur Schwangerschaft des Transsexuellen Thomas Beatie und zur Frage, ob Beatie nun Vater oder Mutter des Kindes sei. Mein Ironiedetektor konnte im Beitrag von Arno Frank nicht genug Ironieindizien feststellen, um bei Aussagen wie der, Beatie sei kein Mann, &#8220;sondern eine schrecklich verstümmelte Frau&#8221;, aufzublinken.  Wie Frank richtig schreibt &#8211; die Geschichte &#8220;schwangerer Mann&#8221; hängt von der Bereitschaft ab,  &#8220;diesen Menschen [...] überhaupt als Mann anzuerkennen&#8221;. Dem stehe die Gebärmutter für immer im Weg. Aha.</p>
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		<title>&#8220;Durchgängige Geschichte des männlichen Geistes&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Apr 2008 20:46:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>elb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf Spiegel Online ging es mal wieder um die armen Jungs. Diese sind aber laut dem Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann trotz des in Kindergärten wie Schulen dominanten &#8220;verhuscht-weiblichen Klimas&#8221; keine Opfer. Denn obwohl den kleinen Wesen, die &#8220;schon im zarten Alter von zwei bis vier Jahren völlig anders als Mädchen&#8221; sind, die &#8220;Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik [...] gewaltig auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,545037,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a> ging es mal wieder um die armen Jungs. Diese sind aber laut dem Kinderpsychologen Wolfgang Bergmann trotz des in Kindergärten wie Schulen dominanten <em>&#8220;verhuscht-weiblichen Klimas&#8221; </em>keine Opfer. Denn obwohl den kleinen Wesen, die <em>&#8220;schon im zarten Alter von zwei bis vier Jahren völlig anders als Mädchen&#8221;</em> sind, die <em>&#8220;Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik [...] gewaltig auf die Nerven geht&#8221;</em>, obwohl ihr Bedürfnis nach Erfahrung mit <em>&#8220;männlicher Wucht&#8221;</em> blockiert wird und in ihrem Leben <em>&#8220;praktische Typen&#8221;</em> mit <em>&#8220;autoritären Zügen&#8221;</em> fehlen, obwohl dumme PädagogInnen dazwischengehen, wenn <em>&#8220;zwei Jungs im Kindergarten raufen, um die Hierarchie untereinander festzulegen&#8221;</em>, triumphieren sie am Ende doch.</p>
<p>Wie das geht?</p>
<p><span id="more-3"></span></p>
<p>Zum einen besteht unsere Wirklichkeit (beruhigenderweise?) <em>&#8220;aus reinen Männerfantasien&#8221;</em>, und der Trend setzt sich fort: wir erleben <em>&#8220;die Fortsetzung und Zementierung der Männerkultur mit digitalen Mitteln.&#8221;</em> Die Mädchen sind da angeschmiert: <em>&#8220;Sie bewegen sich lediglich hervorragend in einem Bildungsideal, das nicht mehr zeitgemäß ist&#8221;</em> und in dem sie ein Lesen und Schreiben lernen, das ganz anders ist als jenes, welches man(n) <em>&#8220;im Internet&#8221; </em>braucht. Zudem passen sie sich einfach an. Schön blöd. Die Jungs sind zwar nicht bewusst klüger &#8211; aber dafür Medien des (männlichen) Weltgeistes:</p>
<p><em>&#8220;Von den antiken Philosophen bis zur digitalen Revolution der Neuzeit, all diese fantastischen, Zeit und Raum überspringenden Welten, all das ist doch eine durchgängige Geschichte des männlichen Geistes. Und die Jungen von heute schließen sich sowohl biologisch wie mental daran an. Nur merkt das niemand. Das ist ein somatisch unbewusster Vorgang &#8211; eine lange Menschheitsgeschichte, die sich mit jeder Generation fortsetzt. Daran wird auch die propagandastärkste Emanzipation nichts ändern.&#8221;</em></p>
<p>Und das ist doch sehr beruhigend.</p>
<p>Hier wird nicht nur essentialisiert, was das Zeug hält. Bergmann bedient sich gleich zweier der nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Otto_Hirschman" target="_blank">A.O. Hirschman</a> wichtigsten rhetorischen Figuren der &#8220;Reaktion&#8221;. Zunächst die Vergeblichkeitsthese: Versuche der Emanzipation von überkommenen Rollenbildern sind, dafür sorgen Menschheitsgeschichte und unbewusste somatische Vorgänge &#8211; also Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben &#8211; vergeblich. Das Männliche wird siegen, so oder so.  Wer sich dem Männlichen in den Weg stellen will, wird aber nicht nur erfolglos bleiben, sondern Schlimmeres bewirken: hemmungslose bis tödliche Jugendgewalt geht auf das Konto derjenigen, die Jungs daran hindern, sich in ihrer Körperlichkeit zu erfahren. Dies ist eine Spielart der &#8220;Sinnverkehrungsthese&#8221;, in der das gutgemeinte Handeln gewaltsame Folgen hat.</p>
<p>Jungen erscheinen hier einerseits als Verlierer des Bildungssystems, andererseits als Gewinner in der echten, männlichen Welt. Das Bildungssystem? Eine weibliche Scheinwelt. Handlungsbedarf? Gibt es nur insofern, als das Männliche zu stärken ist &#8211; was aber auch ohne Schule möglich ist. Die Mädchen verlieren sowieso. Und das, so scheint es, ist für Bergmann auch in Ordnung so.</p>
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