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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Jugend</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>&#8220;Respekt²&#8221; für das &#8220;neue Deutschland&#8221;?</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 21:40:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsrassismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Gegenteil von gut ist gut gemeint? Zur Relativierung und Abschaffung deutscher NS-Vergangenheit im migrantischen Rap dieser Gesellschaft. Eine Befragung

Vor einigen Wochen erschein die CD &#8220;Respekt!² Die Hinhören CD&#8220;, herausgegeben vom Jugendsender MDR Sputnik, in Kooperation mit dem Landesjugendring Thüringen e.V., der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und SPIESSER - Die Jugendzeitschrift.  Diese ist mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Gegenteil von gut ist gut gemeint? Zur Relativierung und Abschaffung deutscher NS-Vergangenheit im migrantischen Rap dieser Gesellschaft. Eine Befragung<br />
</strong></p>
<p>Vor einigen Wochen erschein die CD &#8220;<a href="http://respekt.yougend.com/pages/respekt-cd.php">Respekt!² Die Hinhören CD</a>&#8220;, herausgegeben vom Jugendsender MDR <a href="http://www.sputnik.de/">Sputnik</a>, in Kooperation mit dem <a href="http://www.landesjugendring-thueringen.de/">Landesjugendring Thüringen e.V.</a>, der <a href="http://www.lpb.sachsen-anhalt.de/">Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt</a> und <a href="http://www.spiesser.de/">SPIESSER </a>- Die Jugendzeitschrift.  Diese ist mit 13 Songs von prominenten KünstlerInnen wie Jennifer, Rostock, Tomte, Jan Delay, Peter Fox, Samy Deluxe etc. ausgestattete CD wurde und wird mit der Stückzahl von 40.000 Exemplaren u. a. an Schulen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verteilt. In diesem Kontext gab es auch im Mai 2009 eine sog. <a href="http://www.sputnik.de/respektwoche-2009/aktion">Respekt-Woche </a>des Radio-Senders Sputnik unter dem Motto &#8220;Respekt statt Hass, Toleranz statt Gewalt&#8221;.</p>
<p>Auf der besagten CD steuert der Rapper Samy Deluxe den Titel &#8220;Dis ist wo ich herkomm&#8221; einen zentralen Titel der CD bei, ist er doch auch im Booklet der Sachsen-CD mit den kompletten Lyrix vertreten. Und Samy Deluxe hat auch gerade eine <a href="http://www.rowohlt.de/buch/Samy_Deluxe_Dis_wo_ich_herkomm_Deutschland_Deluxe.07062009.2739000.html">Biographie unter dem gleichen Namen </a>herausgebracht.</p>
<p>Aber was singt der schon seit Jahren bekannte und erfolgreiche Rapper da eigentlich genau? So fängt das Lied an:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ey, uh, yeah, hört ihr das?                                                                                                         Das ist &#8216;ne neue Perspektive auf die ganze Scheiße, haha!</p>
<p>Dies hier ist unser Deutschland<br />
Dies hier ist euer Deutschland<br />
Dies ist das Land wo wir leben<br />
Dies ist das neue Deutschland&#8221;</p></blockquote>
<p>Naja, also erstmal ne nationale Perspektive reinbringen &#8211; &#8220;Deutschland&#8221; ist erst mal als Referenzrahmen des Sprechens und als Problemraum aufgemacht.</p>
<p>Dann geht es fröhlich weiter:</p>
<blockquote><p><span>&#8220;Pass auf es geht so, hoff ihr verstehts so<br />
wir müssen was für unser Land tun für unser Ego<br />
Dies ist der Startschuss für die Kampange es geht los<br />
Ziele sind gesteckt und extrem groß es ist phäno-<br />
menal egal was ihr auch sagt<br />
ich werd beweisen das ich mehr für Deutschland mach als der Staat<br />
Mit meinen Partnern denn wir geben den Kids Perspektive<br />
bisschen Aufmerksamkeit und ein bisschen mehr Liebe&#8221;<br />
<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br />
<!--[endif]--></span></p></blockquote>
<p>Okey? Ein Rapper, der was für &#8220;Deutschland&#8221; machen will (sogar in guter neoliberaler Art und Weise ohne den Staat), was für die &#8220;Kids&#8221; &#8211; und zwar &#8220;Aufmerksamkeit und Perspektive. Na, wenn soziale Ungleichheit überall so einfach bekämpft werden könnte, dann lasst bitte den guten Samy in die ganze Welt mit seinen Projekten und seinen Songs. Aber mal Spass beiseite: Die sozialen Problemlagen und strukturellen Unglerechtigkeiten in der Gesellschaft werden gar nicht benannt, sondern verbleiben im Nichtsagbaren.</p>
<p>Aber der Song hat noch mehr zu bieten:</p>
<blockquote><p>&#8220;<!--[if gte mso 9]&amp;gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &amp;lt;![endif]-->Ich schau mich um und habe Zweifel                                                                                           wie es weitergehen soll in diesem Land das meine Heimat ist                                                       Und ich sehe ein das die Vergangenheit hier nicht einfach ist<br />
doch wir können nicht steh&#8217;n bleiben<br />
weil die Uhr immer weiter tickt (tick &#8211; tack)<br />
Und wir haben kein Natinalstolz und das alles bloß wegen Adolf -<br />
ja toll schöne Scheiße der Typ war doch eigentlich &#8216;n Österreicher<br />
Ich frag mich was soll das, als wäre ich Herbert Grönemeyer<br />
Die Nazizeit hat unsere Zukunft versaut<br />
die Alten sind frustriert deshalb badet die Jugend es aus<br />
Und wir sind es Leid zu leiden, bereit zu zeigen<br />
wir fangen gerne von vorne an, schluss mit den alten Zeiten&#8221;</p></blockquote>
<p>Ahh, ja &#8230; auch so ein altbekannte Argumentation. Die negative Geschichte hat &#8220;uns&#8221; eigentlich am Wickel, bremst &#8220;unsere&#8221; Entwicklung, unser Fortkommen, sorgt für Stillstand, obwohl sich alles doch weiter bewegt. Also, &#8220;Die Vergangenheit ist also &#8220;nicht einfach&#8221;, aber was daran eigentlich? Werden die Verbrechen der NS-Diktatur genannt? Nein, es geht um eine etwas nebulöse Vergangenheit. Und dann kommt die Krönung, die Pointe: Hitler, der ja Österreicher war, versaut(e) uns den Nationalstolz. Wie bitte? Als ob <a href="http://www.aufbau-verlag.de/index.php4?page=28&amp;show=15487">das Problem Hitler allein war </a>&#8230; irgendwie kommt das einem doch ätzend bekannt vor. Nirgends ein Verweis, dass es doch die deutsche Mehrheitsgesellschaft war, die durch ihr Handeln mindestens sechs Millionen Juden und viele andere Menschen getötet, ermordet und vernichtet haben, die alle zu nicht lebenswerten Subjekten gemacht wurden.</p>
<p>Aber damit noch nicht genug, ein wenig müssen noch das Kriegsende, die Wende, der Mauerfall, Nationalgeführ und die Schuld an zwei Weltkriegen in den Rap-Mixer, damit das rauskommt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Siehs mal so: <!--[if gte mso 9]&amp;gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &amp;lt;![endif]--></p>
<p><span>64 Jahre nach dem Krieg, 20 nach der Wende<br />
das war kurz nach dem Mauerfall<br />
krass wenn ich dran denke<br />
7 Jahre nach der DM, 3 Jahre nach der WM<br />
Ein Monat waren wir kurz stolz dann mussten wir uns wieder schämen<br />
denn es heißt wir haben beide Weltkriege gestartet<br />
vielleicht kann man da auch keine Selbstliebe erwarten<br />
aber, was soll&#8217;n wir tun etwa für immer depressiv sein<br />
trotz den ganzen Fortschritten der kulturellen Vielfalt&#8221;<br />
<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br />
<!--[endif]--></span></p></blockquote>
<p>Der nächste Hammer folgt also: Weil es nur &#8220;so heißt&#8221;, dass &#8220;wir&#8221; beide Weltkriege gestartet haben, kann also keine Selbstliebe der Deutschen erwartet wartet werden. Also: Solche Sätze ermöglichen saubersten Geschichtsrevanchismus: Denn historisch richtig ist, dass &#8220;Deutschland&#8221; diese beiden Kriege verschuldet hat, daran gibt es überhaupt keinen historischen Zweifel. Wenn daraus keine Selbstliebe der Deutschen erwächst, dann erscheint mir das normal und sogar wünschenswert, nicht problematisch.</p>
<p>Kurzum &#8211; es bleiben viele Fragen, die dieser Text meiner Meinung nach aufwirft: Müssen migrantische Stimmen im Hip-Hop einen &#8220;deutsch&#8221;-Bezug aufmachen? Diese Bezugnahme be- und hinterfragt natürlich die bisherige weisse, rassisistische Konstruktion eines &#8220;Deutschsein&#8221;. Und eine Neonazi- Instrumentalisierung der Zeilen von Samy Deluxe könnte (glücklicherweise) auch schwierig werden, weil seine migrantische Subjektivität einer rassistischen Volks- oder Bevölkerungskonstruktion einer scheinbaren &#8220;Reinheit&#8221; einer Rasse entgegen stehen würde.</p>
<p>Trotzdem eine weitere Frage: Für wen spricht eigentlich der Rapper? Und mit wem? Die Frage der Repräsentation muss auf jeden Fall kritisch beleuchtet werden, gerade wenn hier an das Tun für ein Land , gegen Langeweile, Depression, Pessimismus und andere vermeintlich falsche Daseinszustände appelliert wird.</p>
<p>Zuletzt: Warum wird die Vergangenheit als Last, als Hindernis, als problematische Erzählung wahrgenommen? Ich hätte vielleicht eher erwartet, dass sie ein zu aktualisierender, zentraler Erinnerungsraum für die Gesellschaft sein sollte. Die Erinnerung könnte auch im migrantischen Rap diskutiert werden unter mindestens zwei Gesichtspunkten: a) Was für Alltagsrassistsiche und strukturelle Diskriminierungserfahrungen es in dieser postnazistischen Gesellschaft weiterhin gibt gegenüber Menschen, die wir als &#8220;Anders&#8221; wahrnehmen, ordnen, sortierten. Und sollte hier vor Kontinuitäten bzw. neuen Entwicklungen eher gewarnt werden, vor dem Hintergrund der historischen Schuld Deutschlands. b) Es wäre wünschenswert einmal zu schauen, welche alternativen Geschichten als aus einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Postkolonialismus">postkolonialen Perspektive</a> in die offizielle Deutschlandgeschichtsschreibung hineingetragen werden müssten, die migrantische Stimmen und Erfahrungen zu erzählen haben &#8211; und die das homogene Deutschland(-Bild) inklusive Volksideologie etc. auch infrage stellen könnten. Diese beiden genannten und andere Gesichtspunkte müssen natürlich überall in emanzipativen und kritischen Räumen diskutiert und proliferiert werden &#8211; dass den MigrantInnen als Aufgabe einzuschreiben, wäre genau so eine (post)koloniale Praktik, die unerwünscht ist.</p>
<p>Ich kann zu diesem ganzen Problemfeld ehrlich keinen objektiven Standpunkt formulieren, dass wäre aus einer weißen, mittelklassegeprägten Perspektive absolut anmaßend. Deshalb sind diese ganzen Zeilen eher Fragen und Problematisierungen, denn fertige Antworten.</p>
<p>Aber by the way: Warum haben eigentlich die CD-MacherInnen diesen Track für den Sampler gewählt &#8211; und dann noch die Lyrics des Textes so zentral platziert?</p>
<p>Zugegeben: Ich bleibe bei diesen vielen Fragen etwas ratlos zurück&#8230;</p>
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		<title>Magdeburg vs. Jugend im Öffentlichen Raum = 2:0?</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/05/14/magdeburg-vs-jugend-im-offentlichen-raum-20/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2009 19:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Engagierte Wissenschaft e.V.]]></category>
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		<category><![CDATA[Kontrollgesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
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		<description><![CDATA[Magdeburg &#8230; die Avantgarde der Kontrollgesellschaft?
Magdeburg, ihres Zeichens Landeshauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, scheint gerade um eine neuen Titel in Sachen Kontrollgesellschaft zu spielen.
Nicht nur eilt dieser Stadt der vermeintlich ruhmreiche Ruf voraus, eine der Kommunen zu sein, die in Sachen Beschränkung von bestimmten Verhaltensweisen in öffentlichen Räume ihre politischen Spielräume weit ausnutzt. In Magdeburg, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Magdeburg &#8230; die Avantgarde der Kontrollgesellschaft?</strong></p>
<p>Magdeburg, ihres Zeichens Landeshauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, scheint gerade um eine neuen Titel in Sachen <a href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/netzkritik/postskriptum.html">Kontrollgesellschaft </a>zu spielen.</p>
<p>Nicht nur eilt dieser Stadt der vermeintlich ruhmreiche Ruf voraus, eine der Kommunen zu sein, die in Sachen Beschränkung von bestimmten Verhaltensweisen in öffentlichen Räume ihre politischen Spielräume weit ausnutzt. In <a href="http://www.magdeburg.de/media/custom/698_5706_1.PDF">Magdeburg</a>, aber auch in Erfurt, Freiburg, Erlangen und Marburg wurden <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/888424/">Verschärfte Stadtordnungen eingeführt</a>, die &#8221;das Lagern von Personengruppen&#8221; erschweren sollen &#8211; und dafür zeitlich und räumlich beschränkte Alkoholverbote durchgesetzt.</p>
<p>Nein, jetzt geht dieses Spiel in eine zweite Halbzeit. Denn seit dieser Woche ist bekannt geworden, dass an einem öffentlichen Platz in Magdeburg zwei so genannte Mosquitos aufgestellt worden sind. Was aber ist ein Mosquito? Die ortsansässige Volkstimme vom 12.5.09 erklärt:</p>
<blockquote>
<div class="box-body-text">&#8220;- The Mosquito ist ein Ultraschall-Störgeräuschsender mit Schallwellen in hohen Frequenzbereichen (17 kHz bis 18,5 kHz).</div>
<div class="box-body-text">- Entwickelt wurde das Gerät 2005 in Großbritannien mit dem Ziel, &#8220;herumlungernde&#8221; Teenager zu vertreiben. 2006 wurde es auf dem Markt eingeführt. Seit 2007 werden die sehr umstrittenen Geräte auch in der Schweiz, Deutschland und Österreich verkauft.</div>
<div class="box-body-text">- In Deutschland sollen etwa 700 Exemplare zu einem Stückpreis von 850 Euro abgesetzt worden sein.</div>
<div class="box-body-text">- Gehört wird der Ton angeblich nur von jungen Leuten unter 25 Jahren; danach lässt die Wahrnehmungsfähigkeit des menschlichen Gehörs für hohe Frequenzen nach.</div>
<div class="box-body-text">- Zum Test eingesetzt wurde das Gerät vor einer Bäckerei in Newport, South Wales, um Jugendliche zu vertreiben, die dort ihren Treffpunkt hatten. Es zeigte sich allerdings, dass auch einige Erwachsene und (angeblich) sogar Senioren den unangenehmen Pfeifton wahrnehmen konnten.</div>
<div class="box-body-text">- Eine Reichweite von 20 m kann der Ton haben; ab 10 min. wird er unerträglich für Menschen mit gutem Gehör.&#8221;</div>
</blockquote>
<div class="text">Tja, sowas fand sich also in Magdeburg im Stadtzentrum ( Kreuzung Breiter Weg/Reuter-Allee). Aufgehängt wohl von UnternehmerInnen, die nach Berichten hilflos waren und sind gegenüber &#8220;Jugendlichen&#8221;, &#8220;Müll&#8221; und anderen unerwünschten Dingen. Inzwischen sind die Mosquitos laut Medienberichten abgehängt worden. Allerdings gibt es die Debatte um diese Mosquitos nicht nur in Magdeburg, wie die Volksstimme vom 12.5.09 berichtet:</div>
<blockquote>
<div style="4px;"><span>&#8220;Aufregungen um Mosquito-Geräte gab es bereits in mehreren Bundesländern, im Rheinland und im Saarland, wo sie an Schulen installiert worden waren, um Jugendliche nach dem Unterricht fernzuhalten. Im Kreis Osnabrück wurde es an einem Spielplatz eingesetzt, um Jugendliche zu verscheuchen. Niedersachsens Sozialministerin ließ daraufhin prüfen, ob von dem Gerät Gesundheitsgefahren ausgehen.&#8221;<!--[if !supportLineBreakNewLine]--><br />
<!--[endif]--></span></div>
</blockquote>
<div style="4px;">Trotzdem erscheint die Stadt Magdeburg als ein Symtom, als ein Zeichen für gesellschaftliche Verwerfungen.</div>
<div style="4px;">Wofür also steht diese Stadt? Für eine Gesellschaft, die ratlos ist, wie es scheint. Die anstatt Probleme zu lösen, diese nur noch verdrängt. Die Probleme &#8220;managt&#8221;, statt sie zu diskutieren und demokratisch zu bearbeiten. Diese Zeit scheint vorbei &#8230;</div>
<div style="4px;">In dem einleitenden Essay zum Ausstellungskatalog &#8220;Are the kids alright?&#8221; beschreibt Florian Heßdörfer unter dem Titel &#8220;Die Kontrolle der Jugend &#8211; Die halboffenen Augen der Kameras&#8221; folgende gesellschaftlichen Prozesse:</div>
<blockquote>
<div style="4px;">&#8220;Eine Gesellschaft hat Angst vor denen, die für sie überflüssig sind. Wenn diese sich schließlich so fühlen und öffentlich so auftreten, sich also „anti-sozial“ verhalten, sodass einzelne Vertreter einer vagen moralischen Mehrheit sich ebenso vage belästigt fühlen, verteidigt der Staat diese prekäre Gesellschaft. Er verteidigt eine Gesellschaft, von der er andererseits gerne glauben mag, dass sie an sich nicht so recht existiert, mit Hilfe von Zwangs- und Kontrollmaßnahmen, die vor allem sagen „Deine Angst existiert und zwar berechtigt“ und so aussehen, also seien sie von allzu übereifrigen Eltern gemacht. Weil für die „kids from hell“ aber eben diese effektiven Eltern ebenfalls nicht existieren, gibt es stattdessen Kameras von oben. Man blickt in die Kameras wie in das halboffene Auge eines Tieres, das keiner kennt. Manche fürchten sich, manche sehen sich selbst. Beide Effekte sind erwünscht.&#8221;</div>
</blockquote>
<div style="4px;">Diese Analyse lässt sich auch auf den Einsatz des Mosquitos übertragen, nur dass wir das Tier nicht sehen, sondern es hören &#8211; es könnte eine Klapperschlange sein, auf der Lauer nach den nächsten devianten &#8220;Opfern&#8221;. Und nicht nur &#8220;der Staat&#8221; kümmert sich um seine Ordnung, seine Sauberkeit und seine Normalität im öffentlichen Raum. Nein, auch unternehmerische Individuen und Institutionen haben ihre Interessen, die es zu verteidigen gilt.</div>
<div style="4px;">Was tun? Vielleicht gleich mit Lärm und Dreck auf die Plätze zurückkehren, sie sich aneignen und die Angst vor der Klapperschlange zurück zu denen Tragen, die nicht mehr die Ursachen sozialer Ungleichheit bekämpfen, sondern nur noch Probleme verwalten. Vieleicht aber mindestens die Augen und Ohren offen halten, um den gesellschaftlichen Tieren nicht zu erliegen &#8230;</div>
<div style="4px;"><img src="http://www.volksstimme.de/no.gif" alt="" width="1" height="1" /></div>
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