<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>.: Diffusionen.de &#187; kampagnen</title>
	<atom:link href="http://www.diffusionen.de/tag/kampagnen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.diffusionen.de</link>
	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Sep 2010 13:37:59 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz</title>
		<link>http://www.diffusionen.de/2009/11/15/125-jahre-berliner-afrika-konferenz/</link>
		<comments>http://www.diffusionen.de/2009/11/15/125-jahre-berliner-afrika-konferenz/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 16:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Engagierte Wissenschaft e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Rest der Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[kampagnen]]></category>
		<category><![CDATA[Poko]]></category>
		<category><![CDATA[postkolonial]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.diffusionen.de/?p=82</guid>
		<description><![CDATA[Heute - 125 Jahre nach dem Beginn der Berliner Afrikakonferenz - findet in Berlin die Auftaktdemonstration zur Kampagne "125 Jahre Berliner Afrikakonferenz - erinnern.aufarbeiten.wiedergutmachen" statt. Pünktlich zum Auftakt der Kampagne, die bis zum 27. Februar 2010 läuft, kann der Kampagnenaufruf online unterzeichnet werden. Informationen zur Kampagne und eine Dokumentation des Aufrufs nach dem Klick: ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute &#8211; 125 Jahre nach dem Beginn der Berliner Afrikakonferenz &#8211; findet in Berlin die Auftaktdemonstration zur Kampagne <a href="http://www.berliner-afrika-konferenz.de">&#8220;125 Jahre Berliner Afrikakonferenz &#8211; erinnern.aufarbeiten.wiedergutmachen&#8221;</a> statt. Pünktlich zum Auftakt der Kampagne, die bis zum 27. Februar 2010 läuft, kann der <a href="http://berliner-afrika-konferenz.de/index.php/aufruf">Kampagnenaufruf</a> online unterzeichnet werden. Informationen zur Kampagne und eine Dokumentation des Aufrufs hier: <span id="more-82"></span></p>
<p>Die Kampagne läuft so lange wie die historische Berliner Afrikakonferenz &#8211; auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kongokonferenz">Kongokonferenz</a> genannt &#8211; vor 125 Jahren. Wer es wie ich nicht zur Auftaktdemonstration geschafft hat, kann den Aufruf mitzeichnen, sich auf der Kampagnenwebsite über <a href="http://berliner-afrika-konferenz.de/veranstaltungen">Veranstaltungen</a> informieren und am 27. Febraur am Kampagnen-Abschluss mit Gedenkmarsch teilnehmen. Um auch im EnWi-Umfeld für die Kampagne und ihr wichtiges Anliegen zu sensibilisieren, dokumentiere ich hier den Aufruf im Ganzen.</p>
<blockquote>
<h4 style="text-align: left;"><strong><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica;"><span class="style23">Kampagnenaufruf des Bündnisses</span></span></strong></h4>
<dl class="style15">
<dt style="text-align: left;"><strong><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica; font-size: medium;"><span class="style3">125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz</span></span></strong></dt>
<dt style="text-align: left;"><strong><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica; font-size: medium;"><span class="style6">erinnern &#8211; </span></span></strong><strong><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica; color: #c35308; font-size: medium;"><span class="style8">aufarbeiten </span></span></strong><strong><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica; font-size: medium;"><span class="style6">- wiedergutmachen</span></span></strong></dt>
</dl>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica;"><span class="style13">Vor 125 Jahren, im Winter 1884/85, empfing Reichskanzler Bismarck die Vertreter der damaligen Weltmächte zur Afrika- oder Kongo-Konferenz in Berlin. Im Namen von Fortschritt und Humanität und vor dem Hintergrund der europäischen Rassenideologie einigten sich die Vertreter von zwölf europäischen Staaten sowie des Osmanischen Reichs und der USA über die weitere koloniale Aufteilung und Ausbeutung des afrikanischen Kontinents. Im Palais des Reichskanzlers wurde das riesige &#8220;Kongobecken&#8221; dem belgischen König Leopold II übereignet. Dessen brutales Regime kostete mehr als zehn Millionen Menschen das Leben. Mit der Berliner Konferenz trat auch das Deutsche Reich dem Kreis der Kolonialmächte bei. Prügelstrafe, Menschen- und Ressourcenraub, Zwangsarbeit, Folter, Vergewaltigungen, Konzentrationslager und Völkermord kennzeichneten die folgende dreißigjährige Herrschaft der Deutschen in den Gebieten des heutigen Namibia, Togo, Kamerun, Tansania, Burundi und Ruanda. Allein während der blutigen Niederschlagung von Widerstandsbewegungen wurden mindestens 400.000 Menschen getötet.</span></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica;"><span class="style13"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica;"><span class="style13">Dennoch wird hierzulande die Geschichte des deutschen und des europäischen Kolonialismus kaum thematisiert. Erst nostalgisch glorifiziert, dann verdrängt und ignoriert, gilt die deutsche Kolonialgeschichte bis heute als harmlos, nicht relevant und abgeschlossen. Weder von Bildungseinrichtungen, politischen Parteien oder in den Medien, noch durch systematische Forschung wird sie angemessen aufgearbeitet. Kaum ein Mahnmal oder Ort im öffentlichen Raum erinnert an ihre zahllosen Opfer. Der Internationale Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel und an seine Abschaffung am 23. August findet keine Resonanz in Deutschland. Stattdessen werden noch immer deutsche Kolonialverbrecher mit Straßen, Plätzen und Alleen geehrt. Unkommentiert und ohne Problembewusstsein zeigen deutsche Museen Raubgut und Beutekunst aus den ehemaligen Kolonien. Bis heute lagern zu rassistischen Forschungszwecken entwendete Überreste afrikanischer Menschen in Magazinen und Depots deutscher Museen. 125 Jahre nach der Berliner Afrika-Konferenz steht eine umfassende und kritische Aufarbeitung des Kolonialismus noch immer aus.</span></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica;"><span class="style13"><br />
</span></span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica;"><span class="style13">Denn weder hier noch in den ehemals kolonisierten Staaten ist das koloniale Erbe überwunden. Aktuelle soziale und politische Konflikte in den ehemaligen Kolonien hängen mit der gewaltsamen Errichtung kolonialer Denk- und Gesellschaftsstrukturen durch die weißen Besatzer zusammen. Bis heute verschärfen europäische Waffenlieferungen diese Konflikte. Vor allem gehen die globalen wirtschaftlichen und </span><span class="style13">politischen Dominanzstrukturen auf die Zeit des Kolonialismus zurück. Die europäische Entwicklungspolitik hat dieses Ungleichgewicht eher verstärkt als überwunden. Mit </span><span class="style13">Wirtschaftsabkommen wie den geplanten Economic Partnership Agreements (EPAs) zerstört Europa Afrikas Märkte. Andererseits bereichert sich Europa durch die Ausbeutung der </span><span class="style13">natürlichen Ressourcen des afrikanischen Kontinents. Gleichzeitig sterben hunderte von afrikanischen Menschen an den Grenzen der &#8220;Festung Europa&#8221;, sitzen Flüchtlinge grundlos in Haft, um schließlich abgeschoben zu werden. Rassismus findet in Form von physischer und psychischer Gewalt sowie von staatlich-rechtlicher Diskriminierung Schwarzer Menschen </span><span class="style13">und von People of Color statt. Er hat seine historischen Wurzeln im Rassismus der Kolonialzeit. Der Kolonialismus ist </span><span class="style13">nicht vergangen, er prägt noch immer unsere Gegenwart.</span></span></p>
<p style="text-align: left;"><strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style14">Anlässlich des 125. Jahrestags der Berliner Afrika-Konferenz </span><span class="style14">fordern wir einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Deutschlands kolonialer Vergangenheit!</span></span></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style14">Wir fordern:</span></span></strong></p>
<h4 style="text-align: left;"><strong><span style="font-family: Verdana,Arial; color: #c35308;"><span class="style18">erinnern</span></span></strong></h4>
<ul>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Mahnmale und die offizielle Begehung des Internationalen Tags zur Erinnerung an den Sklavenhandel und an seine Abschaffung am 23. August</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">informative kritische Gedenktafeln im öffentlichen Raum</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Umbenennung von Straßennamen, die Kolonialisten ehren</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> oder rassistische Begriffe enthalten, nach Persönlichkeiten des</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> antikolonialen Widerstandskampfes</span></span></li>
</ul>
<dl class="style5" style="text-align: left;">
<dt> <strong></strong></dt>
<dt><strong><span style="font-family: Verdana,Arial; color: #c35308;"><span class="style18">aufarbeiten</span></span></strong></dt>
</dl>
<ul>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">kritische Beschäftigung mit Kolonialismus und Rassismus inSchulen, Universitäten sowie in anderen öffentlichen undkirchlichen Einrichtungen</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Förderung von antikolonialen und antirassistischen kulturellen</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> </span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">und politischen Projekten</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">kooperative Forschungsprojekte mit Bildungseinrichtungen ehemaliger deutscher Kolonien</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Bundesstiftung zum Gedenken und zur gemeinsamen kritischen Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"><br />
</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">konkrete Schritte zur Beseitigung struktureller Ausschlüsse von</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> </span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Schwarzen Menschen und People of Color aus akademischen</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> und politischen Institutionen sowie anderen gesellschaftlichen</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> Bereichen</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Beseitigung rassistischer Gesetzgebungen und Ämterpraxis in</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> Deutschland sowie entsprechende Änderungen der</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"> menschenrechtsverletzenden Migrationspolitik</span></span></li>
</ul>
<dl class="style5" style="text-align: left;">
<dt><strong></strong></dt>
<dt><strong><span style="font-family: Verdana,Arial; color: #c35308;"><span class="style18">wiedergutmachen</span></span></strong></dt>
</dl>
<ul>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Anerkennung des deutschen und europäischen Kolonialismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Übernahme der historischen Verantwortung für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit</span></span></li>
<li><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">ideelle und materielle Entschädigung für die ehemaligen deutschen und europäischen Kolonien (Gelder der Entwicklungszusammenarbeit sind keine Reparationen!)</span></span><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12"><br />
</span></span></li>
</ul>
<p style="text-align: left;"><span style="font-family: Verdana,Arial;"><span class="style12">Berlin, 16. September 2009</span></span></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.ber-ev.de/?Aktuelles">BER</a> und <a href="http://www.inkota.de/">INKOTA</a> haben zur Berliner Afrika Konferenz ein <a href="http://www.ber-ev.de/?Aktuelles/dossier125jahre">Dossier</a> herausgegeben &#8211; einige Artikel können online abgerufen werden.</p>
<p style="text-align: left;">Wer sich für die Thematik interessiert, findet auch in <a href="http://www.diffusionen.de/2009/03/10/kolonialgeschichte-ungenugend/">diesem Post</a> einige Links und Informationen. Zur Erinnerung: die sächsische Staatsregierung sieht das Thema des deutschen Kolonialismus an sächsischen Schulen ausreichend behandelt, obwohl der Lehrplan ihn nicht thematisiert. Hier nochmal die Links:</p>
<ul>
<li> Die Zeitschrift <a href="http://www.iz3w.de/">iz3w</a> brachte 2004 zwei Hefte zur deutschen Kolonialgeschichte heraus und setzt sich in einer losen Reihe mit dem deutschen Kolonialismus weiter auseinander; außerdem betreibt das iz3w das Projekt <a href="http://www.freiburg-postkolonial.de/">freiburg-postkolonial.de</a>.</li>
<li><a href="http://www.berlin-postkolonial.de/">berlin-postkolonial.de</a></li>
<li><a href="http://www.m-strasse.de/">m-strasse.de</a>: “Unterm Teppich? Rassistische Konzepte, koloniale Fantasien am Beispiel eines Berliner Straßennamens”</li>
<li><a href="http://www.deutschland-postkolonial.de/">DEPO Deutschland postkolonial erinnern und versöhnen e.V.</a></li>
<li>Die Filme von Martin Baer: <a href="http://www.baerfilm.de/">baerfilm.de</a></li>
</ul>
<p>Und zur Theorie der Postkolonialismen ist in diesem Semester die <a href="http://www.engagiertewissenschaft.de/content/view/132/56/">Diskurswerkstatt</a> empfehlenswert.</p>
<p style="text-align: left;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.diffusionen.de/2009/11/15/125-jahre-berliner-afrika-konferenz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
