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	<title>.: Diffusionen.de &#187; Schule</title>
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	<description>Fundiertes Genörgel wider die Abstraktion des Politischen</description>
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		<title>Arme kleine Deutsche</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 12:51:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>r0ma</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie der Schwarze Blog berichtet, hat der Berliner Landesverband der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf seinen Seiten endlich mal was für die "armen kleinen Deutschen" veröffentlicht: "Deutschenfeindlichkeit in Schulen: Über die Ursachen einer zunehmenden Tendenz unter türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen". Eigentlich hat der Schwarze Blog schon alles notwendige zu den verdrehten Argumenten, begrifflichen Verkürzungen und der machtvergessenden Argumentation gesagt - einschließlich der Aufforderung der GEW seine Meinung zu schicken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie der <a href="http://blog.derbraunemob.info/2009/12/18/lehrer-gewerkschaft-gew-islam-rueckwaertsgewandt-muslime-ueberlegenheitsgefuehle/">Schwarze Blog berichtet</a>, hat der Berliner Landesverband der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf seinen Seiten endlich mal was für die &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=sJHNd7wiqC8">armen kleinen Deutschen</a>&#8221; veröffentlicht: &#8220;<a href="https://www.gew-berlin.de/blz/19635.htm">Deutschenfeindlichkeit in Schulen: Über die Ursachen einer zunehmenden Tendenz unter türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen</a>&#8220;. Eigentlich hat der Schwarze Blog schon alles notwendige zu den verdrehten Argumenten, begrifflichen Verkürzungen und der machtvergessenden Argumentation gesagt &#8211; einschließlich der Aufforderung der GEW seine Meinung zu schicken. Dennoch, das hier muss gerade mal raus:</p>
<p>Wenn &#8220;Ursachen&#8221; gesucht und in knapp 1000 Worten dargeboten werden, entstehen meist nicht unerhebliche Kollateralschäden &#8211; so natürlich auch hier. Als würde Schwachsinn durch Wiederholung sinnvoller wird zunächst <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41955159.html">einmal mehr</a> die Untergangsstimmung in Teilen &#8220;unserer&#8221; Städte heraufbeschwört. Denn nachdem erst einmal die &#8220;armen, bildungsfernen Familien&#8221; von den &#8220;Deutschstämmigen&#8221; und den &#8220;aufstiegsorientierten Migrantenfamilien&#8221; in Neukölln, Kreuzberg oder &#8220;anderen Städten&#8221; sitzengelassen wurden, verstärkt sich die &#8220;Deutschenfeindlichkeit unter <em>vielen</em> SchülerInnen mit Migrationshintergrund&#8221; und &#8220;<em>viele</em> deutsche SchülerInnen&#8221; empfinden sich als &#8220;diskriminierte Minderheit&#8221;. Wo Verallgemeinerungen schon die Problematisierung strukturieren, können sie in der Erklärung nicht fehlen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese nichtdeutschen Jugendlichen wohnen in sozialen Brennpunkten, sind oft dem Prekariat zugehörig und leben isoliert. Sie entstammen häufig äußerst konservativen Familien. Auffällig ist dabei ein oft problematisches Deutschenbild. Vielfach werden Deutsche verachtet und Deutschland nur als Beutegesellschaft betrachtet, eine Integration abgelehnt. [...] Eine der Ursachen für diese Entwicklungen scheint ein Kulturkonflikt zwischen westlichen und aus dem traditionellen Islam herrührenden Vorstellungen zu sein. Viele der jungen ImmigrantInnen erleben in ihren Familien eine verzweifelte Abwehr aller Veränderungen, insbesondere der Individualisierung. [...]  Angesichts des Autoritätsverlusts des muslimischen Mannes in der europäischen Diaspora und der perspektivischen Unsicherheit muss es zu Persönlichkeitskonflikten kommen. Unsicherheit aber kollidiert mit den traditionellen Überlegenheitsgefühlen vieler Muslime, ihrer Vorstellung dem einzig wahren, ursprünglichen Glauben anzugehören.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ungefähr diese Erkenntnis-Schnittmenge dürfte es sein, die reißenden Absatz findet und das Pass-stiftende Volksblut der Zugehörigkeit zur &#8220;deutschen Minderheit&#8221; in Wallung bringt. Unter Eltern aus der &#8220;deutschen Minderheit&#8221; in Berlin (und &#8220;anderen Städten&#8221;) könnte es garniert mit einem &#8216;ich habs doch immer schon gewusst&#8217; oder &#8216;man wird doch endlich mal sagen dürfen&#8217; zur gemeinsamen Suche nach der Schule mit dem größten Kartoffelanteil im Umkreis von 50 km führen. Oder die Aneinanderreihung von Pauschalurteilen und Kausalketten findet ihren Weg in den <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,649421,00.html">diagnostischen Katalog</a> von SchulleiterInnen und LehrerInnen und dient zur Interpretation von Beiträgen, als Instrument der Ferndiagnose von Streitereien auf dem Schulhof oder gleich zur grundsätzlichen Skandalisierung überdurchschnittlicher Anmeldungen von SchülerInnen, denen man einen &#8220;Hintergrund&#8221; zuschreiben kann. Die &#8216;Drohung&#8217; der AutorInnen jedoch, geht gleich noch ein paar Schritte weiter:</p>
<blockquote><p>&#8220;Jeder Rassismus muss bekämpft werden. Uns scheint, dass es nicht reicht, allen Formen des Rassismus pädagogisch entgegenzutreten, man muss den SchülerInnen auch juristisch den Tatbestand der Volksverhetzung verdeutlichen. Jüngst hat Baden-Württembergs Bundesratsminister Wolfgang Reinhart (CDU) einen Vorstoß seines Bundeslandes angekündigt, wonach deutschenfeindliche Parolen künftig als Volksverhetzung bestraft werden sollen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn man schon mal was gegen die &#8220;Ausländer&#8221; machen kann&#8230;wird der Rassismusbegriff nicht nur völlig verdreht &#8211; als &#8220;Deutschenfeindlichkeit&#8221; geht er auch viel leichter über die Lippen. Wenn &#8220;Deutsche&#8221; als Täter identifiziert werden, ist das R-Wort böse und selbst körperliche Gewalt wird als &#8220;<a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/muegeln-ueberfall_aid_130261.htm">Rangelei, die sich &#8216;hochgeschaukelt&#8217; hat</a>&#8221; abgetan. Sobald sich eine Möglichkeit bietet, den Begriff von seinen machttheoretischen Implikationen wie instiutionellen Rahmenbedingungen, strukturellen, staatlichen &#8211; kurz: &#8220;deutschen&#8221; &#8211; Vorraussetzungen zu lösen, fällt er in einem Satz mit jenen drei Buchstaben, die sonst nur in analytischen Texten mit ihm in Verbindung gebracht werden können: CDU. Aber zurück zum Thema.</p>
<p>In Anbetracht der pauschalisierenden Aussagen erstaunt kurz vor Ende des Artikels folgender Satz:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wichtig bleibt festzuhalten, dass »Deutschenfeindlichkeit« keine Wesenseigenschaft von Muslimen, Türken oder Arabern ist. [...] Deutschenfeindlichkeit ist eine Folge sozialer Bedingungen; allen Versuchen einer Ethnisierung sozialer Erscheinungen sollte entgegengetreten werden. Denn wer Menschen nicht individuell bewertet, bildet rasch vorurteilsvolle Pauschalurteile über ganze Menschengruppierungen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dass die sozialstrukturellen Rosinen im kulturalistischen Kuchen dieses Texts tatsächlich den ethnisierenden Nachgeschmack überdecken sollten, kann einfach nicht ernst gemeint sein. Vielleicht ist diese Passage aber auch einfach irreführend &#8211; vielleicht wird hier gar nicht vor einer ethnisierenden Zuschreibung von &#8220;Muslimen, Türken oder Arabern&#8221; von &#8220;MigrantInnen&#8221; oder &#8220;Ausländern&#8221; gewarnt. Vielleicht werden vielmehr SIE gewarnt vor der ethnisierenden Wirkung ihrer &#8220;Deutschenfeindlickeit&#8221;. Schließlich haben wir weiter oben gelernt, dass sich die &#8220;jungen ImmigrantInnen&#8221; in einem verzweifelten Abwehrkampf &#8220;insbesondere der Individualisierung&#8221; befinden. In einer spekulativen Deutung könnte man mutmaßen: Im Umkehrschluss und im Gegensatz dazu sind &#8220;Deutsche&#8221; individualisiert. Insofern ist völlig klar, dass die traditionalistischen &#8220;jungen ImmigrantInnen&#8221; erst lernen &#8211; sich integrieren &#8211; müssen. Aus dieser Perspektive macht der Satz auch wieder Sinn: &#8220;Wer <span style="text-decoration: line-through;">Menschen</span> Deutsche nicht individuell bewertet, bildet rasch vorurteilsvolle Pauschalurteile über <span style="text-decoration: line-through;">ganze Menschengruppierungen</span> die deutsche Minderheit.&#8221;</p>
<p>Der Umkehrschluss zu diesem Satz gilt in der vorliegenden Argumentation nicht &#8211; eben weil &#8220;türkisch- und arabischstämmige Jugendliche&#8221; <em>ihrer </em>Kultur in dieser Logik nicht entkommen können, solange sie sich nicht in die &#8220;westliche&#8221;, individualisierende, moderne Gesellschaft integrieren. Ich erinnere beispielhaft: &#8220;Angesichts des Autoritätsverlusts <em>des</em> muslimischen Mannes in der europäischen Diaspora und der perspektivischen Unsicherheit <em>muss</em> es zu Persönlichkeitskonflikten kommen.&#8221; Wie an dieser Stelle auch, müssen die &#8220;jungen ImmigrantInnen&#8221; an jeder Stelle der Argumentation, in der es um diskriminierende Erfahrungen geht, zwangsläufig mit den archaischen Momenten &#8220;ihrer Herkunftskultur&#8221; reagieren, z.B. der &#8220;Fähigkeit, Angst zu erzeugen&#8221;. Was die Modernisierungstheorie für die Suche nach kulturalistischen &#8220;Erklärungen&#8221; respektive ethnisierenden Zuschreibungen leisten kann, <a href="http://www.informaworld.com/index/741628906.pdf">zeigt sich unter anderem bereits bei Max Weber</a>. Weil &#8220;Integration&#8221; schon als Erkenntniskategorie nicht von einem (methodologischen oder strukturellen) Nationalismus gelöst werden kann, gilt für die <em>Forderung</em> nach &#8220;Integration&#8221; umso mehr: sie ist nur selten eine Lösung für irgendein Problem, in den meisten Fällen <em>ist</em> sie vielmehr <em>Teil</em> eines Problems (<a href="http://www.transcript-verlag.de/ts890/ts890_1.pdf">&#8220;no integration&#8221;?!</a>). Wenn dieser Begriff überhaupt noch Sinn macht, dann höchstens in einem Sinne, den <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/31235">Georg Diez kürzlich im Magazin der Süddeutschen Zeitung</a> formuliert hat:</p>
<blockquote><p>Ihm zufolge geht es „beim Thema Integration, so merkwürdig das klingt, weniger um die Frage, wie man mit Ausländern umgeht als vielmehr darum, <em>wie man die Demokratie versteht</em>. Und da ist es nun mal so, dass die Anerkennung anderer als Menschen die Grundlage für all das ist, was mit dem Begriff Demokratie gemeint ist. Diese Anerkennung wird nicht in manchen Fällen gewährt, in anderen nicht. Sie hat bedingungslos zu sein, sonst wäre sie ein feudaler Gnadenakt.“</p></blockquote>
<p><!--StartFragment--><!--EndFragment-->Nicht weniger &#8220;feudal&#8221; erscheint es, wenn das Verhalten von jungen Menschen aus ihrem Rechtsstatus (&#8220;Ausländer&#8221;) oder dem Geburtsort (bzw. dem ihrer Eltern oder Großeltern) erklärt wird. Albert Scherr <a href="http://home.ph-freiburg.de/scherrfr/Ethnisierung.pdf">hat herausgearbeitet</a>, dass man die &#8220;Beanspruchung von ethnisch-kulturellen Faktoren als eigenständige Ursache bzw. Bedingung sozialen Handelns&#8221; durchaus &#8220;unter den Verdacht einer ideologischen Verklärung von wesentlich durch ökonomische Strukturen und politische Machtverhältnisse bedingten Problemen, Interessen und Konflikten&#8221; stellen kann &#8211; und zwar ohne deshalb die differenzierte Betrachtung von religiösen, kulturellen oder anderen Bezugspunkten von Alltagspraktiken aufgeben zu müssen. Vorzuwerfen ist dem Beitrag also nicht, dass er überhaupt über dieses Thema sprechen will. Vielmehr geht es um ungenaue oder &#8211; schlimmer noch &#8211; skandalisierende (&#8220;Deutschenfeindlichkeit&#8221;) Begriffe und Argumente. Anstatt erkenntnisfreie Pauschalisierungen aneinanderzureihen, die sowieso (latent) mehrheitstauglich sind, hätte bei diesem Thema gerade im Kontext einer Bildungsgewerkschaft mit eben diesen Pauschalisierungen aufgeräumt werden müssen.</p>
<p><!--StartFragment--><span><br />
</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Bildungsstreik in Leipzig!</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 06:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>critiska</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[LVZ]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Streik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab heute (Montag, 15.6.09) ist Streikwoche zum Thema Bildung in Leipzig.
nähere Infos Hier!
Heute gibt es u.a. eine Podiumsdiskussion zum Thema Bologna-Prozess/Bachelor- und Master-Einführung ab 19 Uhr in der mb. Mehr Infos hier.
Und am Mittwoch gibt es ab 10.30 Uhr (HTWK) eine Demo, die schließlich mit einer Kundgebung am Augustusplatz enden wird.
Das ganze läuft im Rahmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ab heute (Montag, 15.6.09) ist Streikwoche zum Thema Bildung in Leipzig.</strong></p>
<p><a href="http://www.bildungsstreik.tumblr.com/">nähere Infos Hier!</a></p>
<p>Heute gibt es u.a. eine Podiumsdiskussion zum Thema Bologna-Prozess/Bachelor- und Master-Einführung ab 19 Uhr in der mb. <a href="http://www.jusos-leipzig.de/">Mehr Infos hier</a>.</p>
<p>Und am Mittwoch gibt es ab 10.30 Uhr (HTWK) eine Demo, die schließlich mit einer Kundgebung am Augustusplatz enden wird.</p>
<p>Das ganze läuft im Rahmen einer <a href="http://www.bildungsstreik2009.de/">bundesweiten Steikaktion</a>.</p>
<p>Tja, hinaus in die Sonne &#8230; um die reale Utopie zu fordern und zu fördern?</p>
<p>Mehr Gedanken dazu jetzt und (wieder aktualisiert) später &#8230;</p>
<p>Interessant ist ein Bericht der LVZ vom 16.5.09 zum Bildungssteik an einer Leipziger Schule.</p>
<p><!--[if gte mso 9]&amp;gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &amp;lt;![endif]--></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="black;">„Streiken heißt nicht Schwänzen“</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="black;">Schülerprotest am Klinger-Gymnasium / Bildungsagentur hält sich zunächst zurück</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="black;"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="black;">Die Klingel im Max-Klinger-Gymnasium schellte gestern vergeblich: Viele Schüler ignorierten das Signal zur</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="black;">ersten Stunde. Acht Uhr beginnt normalerweise der Unterricht in dem Plattenbau in Grünau, doch statt in</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="black;">den Klassenzimmern traf sich ein Großteil der Schülerschaft auf dem Hof zur Kundgebung. Absperrbänder an Türen mit der Aufschrift „Bildungsstreik“ signalisierten, dass sich die Gymnasiasten in die bundesweite Protestbewegung einklinken.</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">„Wir lassen uns aber nicht von ideologischen Strömungen instrumentalisieren, halten hier keine Propaganda-Veranstaltung für irgendjemanden ab“, erklärte Steffen Juhran. Der Abiturient gehört zum Arbeitskreis Bildung, der sich schon vor zwei Wochen am Klinger konstituiert hatte, um die Aktionen vorzubereiten und sie „nicht destruktiv, sondern konstruktiv“ zu gestalten. Juhran: „Es geht nicht gegen die Lehrer hier und</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">auch nicht gegen unsere Schule an sich.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">Warum die Gymnasiasten mobil machen, versuchte Bertrand Zunker in Worte zu fassen. Mit dem Bildungssystem,</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">wie es derzeit gestrickt sei, ließe sich kein Blumentopf gewinnen, so seine</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">Lautsprecher-Botschaft an die versammelte Mannschaft. „Die Lehrerkollegien sind überaltert, die Lehrpläne</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">überfrachtet, das dreigliedrige Schulsystem antiquiert, die Klassen zu groß, der Bildungskanon nicht zeitgemäß“, listete der Neuntklässler Defizite auf und stellte die Sinnfrage: „Wozu ist Schule da, wenn die Abschlüsse einer ständigen Entwertung unterliegen, wenn die Abgänger von Mittelschulen kaum noch Berufschancen haben</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">und endlose Runden in Warteschleifen drehen müssen?“ Pisa hin oder her – Zunker hält nichts von der</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">„Selbstbeweihräucherung“ Sachsens, das bei der Bildungsstudie Vergleichsweise gut abgeschnitten hatte. Auch im Freistaat werde gleich dem Nürnberger Trichter viel unnützes Wissen in die Schülerköpfe geschüttet.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="black;">„Wir werden damit vollgepumpt, um es dann zur Prüfung auszuspucken.“ Da die Bildungspolitiker versuchten, sich mit „Worthülsen und Phrasen über eine angebliche Bildungsrepublik“ aus der Affäre zu ziehen, müssten die Schüler im Schulterschluss mit den Studenten nun Druck machen, um „aus dem Hamsterrad herauszukommen“. Streik stand am Klinger gestern zwar drauf, aber drin war keine Totalverweigerung. Nach der Ouvertüre auf dem Hof, konnten die Schüler am Vormittag wählen, ob sie beim regulären Unterricht die Bank drücken oder sich in Diskussionsrunden etwa zu den Themen „Demokratie in Schule und Gesellschaft“ oder „Selbstbestimmung in der Bildung“ einbringen. Rund die Hälfte nutzte die alternativen Angebote. S c h u l l e i t e r i n Margit Hanisch kehrte nicht die gestrenge Direktorin heraus: „Die Schüler müssen sich auch in Meinungsbildung ausprobieren können. Ich vertraue auf ihre Ehrlichkeit und ihre Rücksichtnahme auf jene, die am Unterricht teilnehmen wollen“. Hanisch war sich aber auch der rechtlichen Gratwanderung bewusst: „Alle, die nicht den regulären Schulbetrieb absolvieren wollen, mussten eine Einverständniserklärung der Eltern beibringen, auch aus versicherungstechnischen Gründen.“ Ebenso wie der Schülerrat hatte sie sich im Vorfeld mit einem erklärenden Brief an die Eltern gewandt und auch die Leipziger Bildungsagentur über die anstehenden Aktionen informiert. Agentursprecher Roman Schulz: „Juristisch gesehen, haben Schüler kein Streikrecht. Eine Denkweise wäre, solche Schulpflichtverstöße konsequent zu ahnden, zumal es demokratisch gewählte Gremien für Grundsatzdebatten gibt.“ Er hoffe aber, dass die Behörde nicht aktiv werden müsse: „Es geht darum, ob das Ganze nicht politisch unterwandert wird und in einem tolerierbaren Rahmen abläuft. Wir wollen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.“ Damit sich keiner unter dem Deckmantel des Streiks in die Büsche schlägt, hatten die Protestorganisatoren Listen ausgelegt, in denen jeder per Unterschrift bekunden musste, dass er bei den Workshops oder aber im Unterricht präsent ist. Steffen Juhran: „Streiken heißt nicht Schwänzen.“ </span><em><span style="black;">Mario <span> </span>Beck</span></em></p>
</blockquote>
<p>Nicht weniger belustigend ist eine <a href="http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_linke_nutzen_bildungsstreiks_als_wahlkampf_events/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__13362/Inhalte.aspx">Pressemitteilung der CDU-Bundestagsfraktion v. 15.6.09 </a>zum Thema:</p>
<blockquote><p>&#8220;Linke nutzen Bildungsstreiks als Wahlkampf-Events.<br />
Aufrufe linker Studentenverbände und Gewerkschaften entlarvend</p>
<p>Zu den von fzs, GEW und anderen Organisationen ausgerufenen<br />
Bildungsstreiks erklärt der bildungs- und forschungspolitische Sprecher<br />
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stefan Müller MdB:</p>
<p>Entlarvend sind die Aufrufe linker Studentenverbände und Gewerkschaften zu<br />
Bildungsstreiks. Mit Musikfestfestivals, Partys und vorgetäuschten<br />
Banküberfällen wollen sie Studierende und Schüler zu ?Bildungsstreiks?<br />
anlocken und damit von ihrer Ausbildung abhalten. Im Sommer seien Parks<br />
irgendwie tausendmal attraktiver als Schulen. Darum setze man sich lieber<br />
in den Park. Schüler und Studenten sollten mitbringen, was für einen<br />
netten Streik-Tag im Park von Nutzen sein könne.</p>
<p>Wer so Schüler und Studenten davon abhalten will, ihr Recht auf Bildung<br />
wahrzunehmen, offenbart, wie wenig ihm tatsächlich an der Bildung junger<br />
Menschen gelegen ist. Hier sollen arglose Schüler und Studenten als<br />
Statisten für öffentlichkeitswirksame Wahlkampf-Events der Linken gewonnen<br />
werden.</p>
<p>Wem wirklich an der Bildung gelegen wäre, der müsste derzeit gegen die<br />
Pläne des rot-roten Berliner Senates aufbegehren, Schulplätze künftig<br />
nicht mehr nach Leistung sondern per Los zu vergeben. Bei solchen Demos<br />
dürfte allerdings niemandem zum Feiern zumute sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Selten so über das Beleidigtsein eines Bildungskindes, mit dem keine Personen mehr spielen will gelächelt <img src='http://www.diffusionen.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Ansonsten verweise ich gerne auf die noch gar nicht so alten Gedanken zum Thema <a href="http://www.diffusionen.de/2009/05/10/universitat-zerschlagen-vs-universitatskulturen-zuchten/">Universitätskulturen</a> auf diesem Blog &#8230;</p>
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